{"id":183391,"date":"2005-09-13T15:47:14","date_gmt":"2005-09-13T13:47:14","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2005\/09\/13\/kraftwerk-kardaun\/"},"modified":"2005-09-13T15:47:14","modified_gmt":"2005-09-13T13:47:14","slug":"kraftwerk-kardaun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2005\/09\/13\/kraftwerk-kardaun\/","title":{"rendered":"Kraftwerk Kardaun"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Event der besonderen Art<\/strong><br \/> Am 15. November 2003 luden das Kuratorium f\u00fcr technische Kulturg\u00fcter und die Etschwerke zur &#8222;Nacht der Soprane&#8220; ins Kraftwerk von Kardaun ein. Im Turbinenraum des aus dem Jahre 1901 stammenden Baus erklangen Highlights aus der Opernwelt, vorgetragen von Milena Rudiferia, Sabina Willeit und Manuela Demetz. Das Kraftwerk sollte vor dem Umbau noch einmal der Bev\u00f6lkerung zug\u00e4nglich gemacht werden.<br \/> &#8222;Die Soprane schweben auf einer Glasplatte \u00fcber den gewaltigen, \u00f6ligen Turbinen und Generatoren, die pl\u00f6tzlich langsam verstummen &#8211; ein Abschalten&#8220;, so der Lichtberater Dieter Bartenbach. <\/p>\n<h1> <\/h1>\n<h1>Das Technikjuwel<\/h1>\n<p>  <strong><br \/> Ein Event der besonderen Art<\/strong><br \/> Am 15. November 2003 luden das Kuratorium f\u00fcr technische Kulturg\u00fcter und die Etschwerke zur &#8222;Nacht der Soprane&#8220; ins Kraftwerk von Kardaun ein. Im Turbinenraum des aus dem Jahre 1901 stammenden Baus erklangen Highlights aus der Opernwelt, vorgetragen von Milena Rudiferia, Sabina Willeit und Manuela Demetz. Das Kraftwerk sollte vor dem Umbau noch einmal der Bev\u00f6lkerung zug\u00e4nglich gemacht werden.<br \/> &#8222;Die Soprane schweben auf einer Glasplatte \u00fcber den gewaltigen, \u00f6ligen Turbinen und Generatoren, die pl\u00f6tzlich langsam verstummen &#8211; ein Abschalten&#8220;, so der Lichtberater Dieter Bartenbach.<\/p>\n<p> Neugierig? Dann steigen Sie ein&#8230;<\/p>\n<p> <strong>Das Technikjuwel aus der Pionierzeit S\u00fcdtirols<br \/> <\/strong>Wenn an einem Ort seit \u00fcber einem Jahrhundert Turbinen auf Hochtouren laufen, alte Messger\u00e4te und Druckleitungen in voller Funktion sind, dann ist f\u00fcr Energie gesorgt. Seit \u00fcber 100 Jahren ist das Kraftwerk von Kardaun am Eingang des Eggentals in Betrieb und z\u00e4hlt somit zu den Meisterwerken der Technikgeschichte S\u00fcdtirols.<br \/> {mosimage}{mosimage}<br \/> Als im Sommer 1901 das erste Kraftwerk im Bozner Raum von Kardaun aus in Betrieb geht und Tag und Nacht Zw\u00f6lfmalgreien und sp\u00e4ter Gries mit der neuen Energie versorgt, ist damit ein Meilenstein in der Technikgeschichte S\u00fcdtirols gelegt.<br \/>{mosimage}Das Besondere daran ist nicht allein der klare Hallenstil einer ersten Industriearchitektur, sondern im gleichen Ma\u00dfe auch die unterirdische Wasserleitung und der historische Maschinenpark am Eingang des wilden Eggentals. So steht das Kraftwerk von Kardaun als Meilenstein im S\u00fcdtiroler Technikparcours.<br \/> Die gestalterischen und planerischen Qualit\u00e4ten, die im Kraftwerk von Kardaun zum Tragen kommen, w\u00fcrde man heute vielleicht als &#8222;corporate design&#8220; bezeichnen.<br \/> Dem Rechnung tragend, wurde der Technikschauplatz in seiner geradezu elektrisierenden Ausstrahlung einer breiten \u00d6ffentlichkeit durch das Musikevent der &#8222;Nacht der Soprane&#8220; pr\u00e4sentiert.{mosimage}<\/p>\n<p> {mospagebreak heading=Das Technikjuwel&#038;title=Nacht der Soprane} <\/p>\n<h1>Nacht der Soprane im Kraftwerk<\/h1>\n<p><a href=\"\/it\/\"http:> Life mit dabei <\/a>&#8211; mit Klick auf nebenstehendes Symbol gelangen sie zum Film.<\/p>\n<p>{mosimage}Die Nacht der Soprane fand am 15. November 2003 im Kraftwerk von Kardaun statt. Die Veranstaltung wurde vom Kuratorium f\u00fcr technische Kulturg\u00fcter und von den Etschwerken durchgef\u00fchrt. Wo sonst die Turbinen des Kraftwerks mit gewaltigem Rauschen und Heulen die Hallen f\u00fcllen, lie\u00dfen drei Soprane ihre Stimmen zu einem Fest der Musik und des Lichts erklingen: Milena Rudiferia, Sabina Willeit und Manuela Demetz belebten musikalisch und in Glamour und Erhabenheit die Motive des Wassers und der Energie. Die Glasplattenkonstruktion von Markus Scherer, die \u00fcber den Turbinen installiert war, diente als nahezu schwebende B\u00fchne der Soprane, welche High-Lights aus der Musikgeschichte vortrugen. Eine Lichtinstallation von Dieter Bartenbach rundete das Ganze als Schauspiel der hohen T\u00f6ne und raffinierten Lichtspiele ab.<\/p>\n<p>{mosimage}Ein suggestiver Ort kultureller Spurensicherung<\/p>\n<p> Die k\u00fcnstlerische Installation am Schauplatz von Kardaun fordert zum Hinsehen auf. Gerade die besondere Auseinandersetzung mit der Geschichte der Jahrhundertwende dr\u00fcckt sich in der musikalisch und gestalterischen Bespielung des Ortes aus.<\/p>\n<p>{mosimage}Im Gl\u00fchen und Erglimmen der Lichtinstallation Dieter Bartenbachs wird die Kraft der Elektrizit\u00e4t wachgerufen und wiedergespiegelt.<br \/> Dabei strahlt das Licht \u00fcber Aluminiumreflektoren blendungsfrei auf die Zuseher und erzeugt eine Wahrnehmung und ein psychologisches Bewusstsein, wo Raum und Zeit zur\u00fccktreten. &#8222;Was bleibt, ist Licht, Farbe und Musik.&#8220; (Dieter Bartenbach)<\/p>\n<p><strong> Was hat ein Elektrizit\u00e4tswerk mit Musik zu tun?<\/strong><\/p>\n<p> Hubert Stuppner (Komponist und Musikkritiker)<\/p>\n<p> Das gebotene Programm, Gesangst\u00fccke aus Klassik und Romantik, tat gewiss nichts zur Sache, doch war dieses musikalische Happening an einem un\u00fcblichen Ort und vor dem Hintergrund eines maschinellen Environments dazu angetan, die Frage unserer Einstellung zu technischen Kulturg\u00fctern zu definieren, uns sinnlich und damit \u00e4sthetisch zu sensibilisieren, nicht nur im Bezug auf die Interaktion von Elektrizit\u00e4t und Musikinstrumenten, sondern auch im Hinblick auf die von Metall und rotierender Mechanik erzeugten Neuorientierung der Musik &#8222;im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit&#8220; (Walter Benjamin).<br \/> (&#8230;)<br \/> Auf diese Weise werden wir der Wechselwirkung von Kunst und K\u00fcnstlichkeit, von Maschine und Machwerk, von Energie und Bewegung inne, die bis heute die Musik im Zeitalter der Technik positiv oder negativ kennzeichnet.<br \/>{mosimage}&#8220;F\u00fcr die Turbinen, die im Kraftwerk von Kardaun aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden erneuert werden sollen, war das Konzert am 15. November ein Abgesang mit Aufbruchstimmung; f\u00fcr die Zuschauer jedoch, die sich mit Respekt vor der \u00fcberholten Technik und mit interesse f\u00fcr die drei Soprane einfanden, ein Augenblick der Neudefinition von Kunst im Umgang mit Technik, die zum alten Eisen geh\u00f6ren.&#8220; (Hubert Stuppner)<\/p>\n<p>{mosimage} Die an Drahlseilen aufgeh\u00e4ngte Glasplatte tr\u00e4gt die Soprane mit dem Pianisten und dem Fl\u00fcgel \u00fcber Publikum und Turbinen. Der dadurch erzeugte Schwebecharakter soll im Gegenzug zu den schweren, gewaltigen Turbinen stehen und ein Spannungsverh\u00e4ltnis erzeugen.<\/p>\n<p>{mosimage} Auf dem musikalischen Programm standen St\u00fccke von Giuseppe Verdi, Alfredo Catalani, Jacques Offenbach, Vincenzo Bellini, Franz von Supp\u00e8, Emmerich K\u00e0lm\u00e0n und Johann Strauss.<\/p>\n<p> Klar und linear antwortet die B\u00fchneninszenierung der Geometrie und funktionalen Schlichtheit der Kraftwerkarchitektur.{mosimage}<\/p>\n<p><strong> Kardaun stand bei diesem Event unter einem besonderen Gesichtspunkt im Rampenlicht: Als Teil des Themenparcours der Technikkulturmeile geh\u00f6rt es zu den ausgew\u00e4hlten technikgeschichtlich interessanten Objekten S\u00fcdtirols, welche die Bereiche Elektrizit\u00e4t und Transporte sowie Pioniersbauten umfassen.<\/strong><br \/> Die Objekte der Technikkulturmeile spielen teilweise innerhalb von Veranstaltungen und kulturellen Ereignissen eine zentrale Rolle, genauso aber k\u00f6nnen sie auch besichtigt werden, und sind zugleich an einem einzigen Ort, n\u00e4mlich im virtuellen Technikmuseum im Internet zusammengefasst.<\/p>\n<p> Unmittelbarer Anlass f\u00fcr Kardaun sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die mit dem kommenden Fr\u00fchjahr beginnen und das funktionierende Kraftwerk wieder effizient machen sollen. Im Anschluss daran ist geplant, im Kraftwerk , dem \u00e4ltesten im Bozner Raum, besucherorientierte Akzente zu setzen.<\/p>\n<p> Daher wurde bereits bei der Gestaltung der Inszenierung auf die Besuchertauglichkeit des Werks R\u00fccksicht genommen. So wird der Maschinenpark im Inneren, aber auch Teile der Au\u00dfenfassade durch besondere Lichteffekte und Lichtspiele beleuchtet und soll so das Ereignis der Nacht der Soprane weiterhin pr\u00e4sent halten.<br \/> {mosimage}{mosimage}<br \/> Es geht also in erster Linie um das Technik-Juwel, das zum Mittelpunkt eines Ereignisses wird und so als Kulturgut in unser Bewusstsein eindringt.<br \/> Somit soll die Veranstaltung selbst Anlass dazu sein, das Technik-Juwel zu dokumentieren, in einen aktuellen und zeitkritischen Kontext zu stellen, es neu zu erleben und ihm einen besonderen Stellenwert einzur\u00e4umen.<br \/> Der Ort steht nicht als ausgefallene Location einer Veranstaltung im Brennpunkt, sondern wird als Technikobjekt und Kulturgut thematisiert.<\/p>\n<p> Ein erster Schwerpunkt in dieser Art wurde anl\u00e4sslich des Kraftwerkskonzerts im Kavernenkraftwerk in Schluderns 2001 gesetzt. F\u00fcr viele Vinschger erstmals Gelegenheit das ehemalige Edison-, heute Sel-Edison-Werk, zu betreten. Entdeckt wurde damals auch ein unbekanntes Plattnerfresko, das die Anlage im Schnitt nachzeichnet.<br \/> Die Landesregierung hat das Kuratorium mit der Einrichtung des Technikmuseums beauftragt, das im Winter online gehen wird.<\/p>\n<p>{mosimage} Das Kraftwerk und sein Umfeld boten eine Veranstaltungsarena, die gekonnt mit Licht inszeniert eine suggestive Atmosph\u00e4re und gelebte Geschichte vermittelt. Die Bespielung durch Lichteffekte will den nachhaltigen Ereignischarakter unterstreichen.<\/p>\n<p>{mosimage} W\u00e4hrend im Kraftwerk die Lichter und der Gesang zu einem Gesamtwerk verschmelzen, wird das Ganze nach au\u00dfen projizert; damit wird ein Bogen zwischen Architektur, Landschaft und musikalischem Ereignis gespannt.<\/p>\n<p><strong> Licht, Kraft und Musik als Leitthemen f\u00fcr eine Besucherkraftwerk \u2013 die Idee<\/p>\n<p> <\/strong> Dieter Bartenbach (Lichtplaner)<\/p>\n<p>{mosimage}Als wir mit dem Kuratorium die Idee zu dem Event der \u201eNacht der Soprane\u201c hatten, wollten wir auf keinen Fall etwas machen, das in Konkurrenz zu dem Geb\u00e4ude und seinem historischen Wert treten sollte. Vielmehr war das Technikjuwel als solches Schwerpunkt und Inhalt der Veranstaltung. Die Idee war nunmehr, dass die Inszenierung f\u00fcr den Augenblick gemacht sein und den Raum sozusagen entmaterialisieren sollte: Das Ziel war also eine Bewusstmachung und eine vollkommene Umschaltung des Raummilieus.<\/p>\n<p> Das sollte folgenderma\u00dfen realisiert werden: Wenn das Geb\u00e4ude von au\u00dfen betreten und betrachtet wird, sollte das gesamte Geb\u00e4ude noch vollkommen unkompliziert beschienen sein, die Maschinen sollten noch laufen, der gewohnte allt\u00e4gliche Verlauf in Gang sein; im Grunde sollte die nat\u00fcrliche, relativ kalte Stimmung vorherrschen, wie sie das Geb\u00e4ude selbst in diesem momentanen Zustand vorgibt.<\/p>\n<p> Sobald man das Geb\u00e4ude dann betritt, treten die Turbinen allm\u00e4hlich zur\u00fcck, sie verstummen, und das Licht von au\u00dfen wird langsam zur\u00fcckgeregelt, w\u00e4hrend sich aber zeitgleich die Intensit\u00e4t der Lichtspiele verst\u00e4rkt und bis zum Gl\u00fchen verdichtet. Dieser Prozess aber tritt in Gang, w\u00e4hrend die drei Soprane eine \u00fcber den gewaltigen Turbinen schwebende Glasb\u00fchne betreten. Es erfolgt also ein kompletter Stimmungswechsel: Die drei S\u00e4ngerinnen betreten die schwebende B\u00fchne, die eine Art Glasbr\u00fccke auf h\u00e4ngenden Konstruktionen ist. Das ist sehr wichtig: ein Glasboden, der sozusagen unber\u00fchrt im Raum bleibt, nur an Seilen h\u00e4ngt. Dann wird \u00fcber einen gro\u00dfen Reflektor, der selbst entmaterialisierend wirkt, Licht in seiner ganzen Breite wiedergegeben. Der Reflektor ist eine Art Aluminium von gro\u00dfer Tiefenwirkung, der selbst wiederum keine Materialidentit\u00e4t besitzt. Vielmehr spiegelt sich einfach die Umgebung darin und erzeugt die Beleuchtung sowie die Lichtstimmung. Das farbige Licht, das durch den Reflektor wiedergegeben wird, steigert sich innerhalb einer halben Stunde etwa vom Rot allm\u00e4hlich hin zum bunten Bereich. Sobald dann der Gesang einsetzt, verdichtet sich die Intensit\u00e4t des Lichtes nochmals hin zum Purpurbereich.<br \/> Aber die Konzeption ist gewisserma\u00dfen die, dass man eine enorme Lichtintensit\u00e4t auf die Zuschauer reflektiert und in dem Moment, in dem die Lichtf\u00fclle kommt, treten in der Wahrnehmung und im psychologischen Bewusstsein sowohl Raum wie auch Zeit zur\u00fcck. Was bleibt, ist Licht, Farbe und Musik.<\/p>\n<p><strong>{mosimage} Markus Scherer: \u201eGlasschaukel\u201c f\u00fcr drei S\u00e4ngerinnen und ein Klavier<\/p>\n<p> <\/strong> Markus Scherer (Architekt)<\/p>\n<p>Das Kraftwerk als Konzertschauplatz war eine sehr gro\u00dfe Herausforderung, weil man sich auf unbekanntes Gebiet begab. Im Speziellen war die Herausforderung bei diesem Kraftwerksprojekt die, mit minimalem Aufwand einen Gegenpol zu dem Hallenbau zu setzen, der eigenst\u00e4ndig und pr\u00e4sent im Raum steht, ohne in diesen einzugreifen und ihn zu ver\u00e4ndern.<br \/> Eine B\u00fchne transparent wie Wasser<br \/> Die Umsetzung wurde folgenderma\u00dfen vom gesamten Planungsteam als Teamwork konzipiert. Die Lichtwand als Hintergrund sollte den Raum entmaterialisieren und die S\u00e4ngerinnen sollten vor diesem Hintergrund in Erscheinung treten. Gerade dieses In-Erscheinung-Treten wurde als schwebendes Element verstanden und um das zu erreichen, haben wir eine Art Glasschaukel als B\u00fchne erbaut, die \u00fcber den Turbinen schwebt. \u00dcber den Turbinen, die sich unter dem Druck des Wassers zur Stromgewinnung drehen, -eine B\u00fchne, transparent wie Wasser im Raum.<\/p>\n<p> Die schwebende B\u00fchne hat ein Ausma\u00df von 6&#215;4 m und besteht aus einem Rahmen aus Stahl, der die Glasscheiben tr\u00e4gt. Diese Glasplatten haben eine St\u00e4rke von 4 cm und m\u00fcssen das Gewicht der S\u00e4ngerinnen und des Klaviers tragen, wobei allein das Klavier 370 kg wiegt. Die Glasplatte h\u00e4ngt an 4 Stahlseilen, die jeweils einen Durchmesser von 10 cm haben. F\u00fcr die Statik zeichnete Giulio Lavoriero verantwortlich, die Metallarbeiten wurden von Metallbau Larcher, Lana, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>  {mospagebreak heading=Das Technikjuwel&#038;title=Hochspannung} <\/p>\n<h1>Hochspannung zu Beginn des Jahrhunderts<\/h1>\n<p> Dass ein Teil der Stadt Bozen Jahrzehnte lang mit Wasser aus dem Eggental versorgt wurde, wissen vielleicht nur wenige. Auch dass die ersten B\u00fcgeleisen erst durch die Versorgung aus dem Kraftwerk von Kardaun zum Glimmen kamen, ist bei weitem nicht bekannt.<\/p>\n<p> Dennoch: Das Kraftwerk von Kardaun am Eingang zum Eggental ist das erste und somit \u00e4lteste Kleinkraftwerk in S\u00fcdtirol. Schon wenige Jahre nach der Weltpremiere elektrischer Kraft\u00fcbertragung 1882 sorgte das Kraftwerk von Kardaun daf\u00fcr, dass auch in S\u00fcdtirol ein f\u00fcr die damalige Zeit hoch kompliziertes und aufwendiges Hochspannungsnetz Strom in die Betriebe und H\u00e4user brachte und den Abschied von Kerzen, Gaslicht und Petroleumlampe einl\u00e4utete. Wasserschloss<\/p>\n<p>{mosimage} Wasserschloss, Druckrohrleitung und Kraftzentrale in einer Aufnahme aus dem Jahr 1901. Heute findet man die Anlage nahezu unver\u00e4ndert.<br \/> Um die Jahrhundertwende wurde das Kraftwerk 1901 von den Gemeinden Gries und Zw\u00f6lfmalgreien in einj\u00e4hriger Bauzeit errichtet, beim Zusammenlegen der Gemeinden ist das Werk 1928 auf die Etschwerke \u00fcbergegangen. Zur Kraftwerksanlage geh\u00f6rt ein kleiner Stausee, das Wasser flie\u00dft dort durch einen 2 km langen Stollen im Berg in einer Druckleitung zum Kraftwerk.<br \/> Bis zu 18 Millionen kWh produziert das Kraftwerk und versorgt damit eine gr\u00f6\u00dfere Gemeinde von 15.000 Einwohnern mit Strom.<\/p>\n<p> Das Kardaunerwerk ist ein architektonisches Juwel: Der Stil der Werkhalle, die Strukturen aus Porphyr-Quadern, zwei Peltron-Turbinen aus der Zwischenkriegszeit sowie alte Messger\u00e4ten und die alte Druckleitung zeichnen den Charme und die starke Pr\u00e4gung des modernen Fortschritts und der Neugr\u00fcndung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die sich mittlerweile auch einer gewissen Nostalgie erfreut. \u00c4hnliche Bauweisen finden sich im Kraftwerk der Etschwerke auf der T\u00f6ll bei Meran, in Schnals oder beim Kleinkraftwerk Karersee, das bereits Fremdenverkehrsgeschichte geschrieben hat. Sie alle zeichnen in ihrer Architektur eine abgeschlossene Epoche und darin erlangt doch jedes seine ganz individuelle Bedeutung.<br \/>{mosimage} In der MAschinenhalle<br \/> {mosimage}Petronturbinen der 30er Jahre<br \/> In der Maschinenhalle standen 1928 noch 4 Generatoren, die zusammen eine Leistung von 2250 PS lieferten. Im Zuge der Sanierungen im Jahre 2004 sollen die Turbinen ausgewechselt werden.<\/p>\n<p> F\u00fcr die n\u00e4chste Zeit sind Umbau- und Sanierungsarbeiten im Plan. Die alte Druckleitung soll ausgetauscht werden, Renovierungsarbeiten am Wasserschloss und an der Au\u00dfenfassade stehen an und einige der Maschinen sollen ausgetauscht und ersetzt werden. Was mit den alten Maschinen passiert, ist noch ungewiss.<br \/> Fest steht jedoch, dass nach den Umbauarbeiten das Kraftwerk einem breiten Publikum zug\u00e4nglich sein und f\u00fcr Besuche offen stehen wird. Zudem wird das Kleinod der Industriegeschichte S\u00fcdtirols Eingang in das virtuelle Technikmuseum finden.<br \/> Turbinen aus den 30er Jahren Das Kraftwerk von Kardaun ist ein Wasserkraftwerk und nutzt ein Gef\u00e4lle von etwa 206 Metern.<\/p>\n<p> Der Eggentalerbach wird durch eine Wasserfassung in Eggental in einem Kl\u00e4rbecken von etwa 100 000 Kubikmeter Wasser gesammelt.<\/p>\n<p> Die Bauarbeiten begannen im M\u00e4rz 1900. Ein Staudamm von 60 m L\u00e4nge, 3 m H\u00f6he und 4 m Tiefe fing damals das Wasser; er war in strengem Steinbau gefasst und mit 5 Beleuchtungsk\u00f6rpern, die aus der Steckdose gespeist wurden, versehen. Das gesammelte Wasser floss zun\u00e4chst \u00fcber eine offene Leitung von 3412 m zu einem Sammelbecken, von welchem es dann unter Druck in Rohre aus Stahlblech und Vernietungen geleitet wurde. Die Rohre waren ca. 417 m lang und hatten ein Gef\u00e4lle von 208 m. Das Kraftwerk &#8211; ein klarer Bau in Steinquadern \u2013 wurde am Eingang des Eggentals beim sog. \u201eFlorkeller\u201c auf der linken Flussseite gebaut, etwa 700 Meter bevor der Eggenbach in den Eisack flie\u00dft. Von wenigen Neuerungen abgesehen, funktioniert das Kraftwerk nach wie vor mit denselben Vorrichtungen und Konstruktionen.<br \/> {mosimage}Das Kraftwerk wird nach wie vor von einem horizontalen, 4fachen gelagerten Maschinensatz betrieben. Die Maximalleistung lag einmal bei 2250 PS, wobei drei Maschinens\u00e4tze bis zu 500 PS leisteten und einer ca. 750 PS. Die heutige Maximalleitung liegt bei 3200 kW, die mittlere Jahreserzeugung bei 18 Mio. kW\/h.<\/p>\n<p> Die Turbinen aus dem Jahr 1991, hergestellt von Pretto Escher Wyss, erreichen eine Leistung von 1600 kW bei einer Drehzahl von 500 pro Minute.<\/p>\n<p> Die Generatoren sind Drehstrom-Synchron-Generatoren und stammen aus dem Jahr 1939 von ABB. Sie leiten bis zu 2000 kVA.<\/p>\n<p> Die Transformatoren des Herstellers STEM haben eine Spannung von 3400 V und 16000 V sowie eine Leistung von 3000 kVA.<br \/> {mosimage}<\/p>\n<p>   {mospagebreak heading=Das Technikjuwel&#038;title=Touristische Attraktionen} <\/p>\n<h1>Touristische Attraktionen<\/h1>\n<p> Nach Blumau<\/p>\n<p> &#8211; Zwischen Blumau und Kardaun ist noch der 1314 vom Bozner Heinrich Kunter erbaute Weg durch die Schlucht des unteren Eisacktales teilweise erhalten. Er wurde vor kurzer Zeit instand gesetzt und markerit.<br \/> Von Kardaun aus folgt man der Markierung 2 neben der Bahnlinie und auf dem markeirten und beschilderten \u201eKuntersweg\u201c. \u00dcber Geb\u00fcschh\u00e4nge geht\u2019s teilweise eben, dann auf- und absteigend bis zur Steinegger Stra\u00dfe und dann kurz hinunter nach Blumau. Der Weg ist leicht und lohnend.<br \/> &#8211; Mit demselben Start bis zur Abzweigung des \u201eKunterswegs\u201c f\u00fchrt eine weitere Wanderung \u00fcber den breiten Weg 2 durch die Buschh\u00e4nge ostw\u00e4rts hinauf zur Jausenstation Ebenhof und auf Weg 2 weiter die H\u00e4nge querend nach Steinegg.<br \/> &#8211; Nach Steinegg f\u00fchrt auch ein weiterer Weg: Von Kardaun der Markierung 1 folgend s\u00fcdostw\u00e4rts am Schloss Karneid und an H\u00f6fen vorbei hinauf zur Abzweigung der Markierung 4, dieser folgend zum Wiedenhof und \u00fcber Waldh\u00e4nge zum Weg 2 nach Steinegg.<\/p>\n<p> Zum Kaserer Bild<\/p>\n<p> Lohnend ist auch ein Ausflug zum \u201eKaserer Bild\u201c, dem Kirchlein in einem Waldsattel zwischen der Steinegger Gegend und dem Eggental.<br \/> Dabei folgt man von Kardaun der Markierung 1, geht am Schloss Karneid in an H\u00f6fen vorbei s\u00fcdostw\u00e4rts hinauf, dann in rund 900 m H\u00f6he die Waldh\u00e4nge nahezu eben querend und sp\u00e4ter in Kehren ansteigend zum Unterkaserhof bis zum Kirchlein.<br \/> Wer altes Kunstgut sucht, wird es in der nahegelegenen Kirche von St. Martin in Kampill finden:<br \/> Die heute zwischen Brennerautobahn und Staatsstra\u00dfe \u201eeingeklemmte\u201c Kirche hat ihr Aussehen des Sp\u00e4tmittelalters erstaunlich erhalten. Der Kernbau fand 1180 den Bauabschluss, 1303 waren wohl die Errichtung des Turms und die Einw\u00f6lbung des Langhauses abgeschlossen.<br \/> Die Fresken stammen aus dem fr\u00fchen 15. Jahrhundert und weisen auf eine \u00e4hnliche Malschule die Werkstatt Hans Stockingers in Terlan, welcher die Veroneser Malerei um Altichiero da Zevio zugrunde liegt.<br \/> St. Martin bietet einen sehr eigenst\u00e4ndigen Charakter in der Kunst des internationalen Stils im Bozner Raum, der mehrfach in den S\u00fcden weist und von dort die Anregungen f\u00fcr Faltenfigurationen und Raumgebilde \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>    {mospagebreak heading=Das Technikjuwel&#038;title=Geschichte} <\/p>\n<h1>Geschichtlicher Hintergrund<\/h1>\n<p> Nicht nur ein Gro\u00dfteil der Wasserversorgung wird seit mehr als 100 Jahren mit dem Wasser aus dem Eggental gespeist und funktioniert nach wie vor noch \u00fcber das technische Meisterwerk der Eggentaler Wasserleitung. Auch die Versorgung von Energie aus eben diesem Eggentalerbach geht auf die Jahrhundertwende zur\u00fcck, wo der Wasserreichtum und das nat\u00fcrliche Gef\u00e4lle eine vorteilhafte Voraussetzung f\u00fcr den Fortschritt durch die Elektrizit\u00e4t boten und in Kardaun die ersten Anlagen f\u00fcr den Kraftwerkbau erm\u00f6glichten.<br \/>{mosimage} Das Kardaunerwerk zur Beginn des Jahrhunderts<br \/>{mosimage} Zur Zeit der Jahundertwende erzeugten 4 Turbinen bis zu 2250 PS Strom<br \/> Es ist Teil der S\u00fcdtiroler Technikgeschichte, dass gerade Oskar von Miller, der sp\u00e4tere Gr\u00fcnder des Deutschen Museum, den Auftrag der Bauleitung f\u00fcr das Gesamtprojekt der Etschwerke von Bozen und Meran innehatte. Noch 1882 hatte er nachzuweisen versucht, \u201edass bei entsprechend hoher elektrischer Spannung eine beliebig gro\u00dfe Leistung auf beliebig weite Entfernung mit beliebig d\u00fcnnem Draht \u00fcbertragen\u201c werden k\u00f6nne.<br \/> Schon am 16. September 1882 gl\u00fcckte in M\u00fcnchen ein noch unsicher geglaubtes Experiment und die ersten Gl\u00fchf\u00e4den begannen zu glimmen: Die erste elektrische Kraft\u00fcbertragung zwischen Erzeuger und r\u00e4umlich weit getrenntem Verbraucher war erfolgt.<br \/> Es lie\u00df S\u00fcdtirol nicht lange auf sich warten: In Kardaun, am Eingang des Eggentals, sollte schon zur Jahrhundertwende die erste Energie aus Wasserantrieb gewonnen werden und damit schloss sich S\u00fcdtirol dem Zeitalter der modernen Technik an.<\/p>\n<p>{mosimage} Gl\u00fchlampenkandelaber in Gries <\/p>\n<p>1901\/1902 lie\u00dfen die Gemeinden Gries und Zw\u00f6lfmalgreien am Eingang des Eggentals das erste Kraftwerk S\u00fcdtirols erbauen \u2013 und es sollte das \u201eKardaunerwerk\u201c schlechthin bleiben, das bereits im August 1901 Energie ins Spannungsnetz schickte. Da die an der Br\u00fccke von St. Anton aneinander grenzenden Gemeinden Zw\u00f6lfmalgreien und Gries gemeinsam im Eggental ein Wasser- und Elektrizit\u00e4tswerk gebaut hatten, wurde 1901 zur Aufnahme der Leitungen der sogenannte \u201eKreuzersteg\u201c abgebrochen und die heutige St.-Anton-Br\u00fccke errichtet.<br \/>{mosimage}W\u00e4hrend in Tirol meist Unternehmen der Monarchie mit den elektrischen Arbeiten beauftragt wurden, \u00fcbergab man die Arbeiten f\u00fcr Kardaun der Schweizer Maschinenfabrik von Oerlikon. F\u00fcr die Energieverteilung wurden zwei Hochspannungsmasten aus Holz errichtet, einer zur Licht-, der andere zur Stromversorgung; einen Teil des Stromnetzes verlegte man unter hohem Kostenaufwand verlegte unter die Erde.<\/p>\n<p> Mit dem doppelten Stromversorgungsnetz, dem komplizierten Wasserkraftwerk sowie dem weit verzweigten unterirdischen Stromnetz stellte die damalige Energieanlage eine h\u00f6chst ambitionierte und luxuri\u00f6se Einrichtung dar, die mitunter gar die Ressourcen der kleinen Gemeinde von Zw\u00f6lfmalgreien sprengte.<\/p>\n<p>{mosimage}1905 kam das damalige Werk von Zw\u00f6lfmalgreien zur Gemeinde Gries, und damit verbunden war eine wesentliche Entlastung der finanziellen Auflagen; die Zusammenlegung von Bozen und Meran, wie sie der Bozner B\u00fcrgermeister Julius Perathoner 1912 vorgeschlagen hatte, blieb allerdings nur ein kurzlebiger Wunsch.<\/p>\n<p> Im Jahr 1925 wurden die Gemeinden Zw\u00f6lfmalgreien und Bozen zusammengelegt und mit dem 1. Januar 1928 ging das Kardaunerwerk auf die Etschwerke \u00fcber, die fortan auch AEC (Azienda Elettrica Consorziale delle Citt\u00e0 di Bolzano e Merano) hei\u00dfen sollten.<br \/> 1928 produzierten die Etschwerke insgesamt 5.930.000 KW, und im Jahr darauf waren es schon 3.270.000 KW. Am 23. M\u00e4rz 1931 wurden die Etschwerke vom Minister der \u00d6ffentlichen Arbeit bevollm\u00e4chtigt, die Leistungskapazit\u00e4t auf 1.068 Liter pro Sekunde bis zu 1.800 Liter und mit den neuen Turbinen auf 3.043 PS zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>{mosimage}1937 entschied sich die AEC f\u00fcr die Errichtung einer Absperrung im Eggental, mit welcher Ingenieur Marco Semenza beauftragt wurde. Die Pl\u00e4ne des Mail\u00e4nders sahen einen 18 Meter hohen Damm vor sowie ein Auffangbecken, welches w\u00f6chentlich bis zu 100 000 Kubikmeter des \u00fcbertretenden Gletscherwassers fassen sollte. Im August wurden die Arbeiten der Firma Fratelli Mondelli aus Bozen \u00fcbergeben und 1939 fanden alle Arbeiten einen Abschluss.<\/p>\n<p> Die Bau- und Renovierungsarbeiten, welche die AEC in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen hatten, haben die grundlegende und wesentliche Grundstruktur des Kraftwerks von Bozen\/Kardaun gelegt, die bis heute das gleiche Gesicht tr\u00e4gt.<br \/> In den 60er und 70er Jahren wurden die technischen Anlagen und Vorrichtungen verbessert oder ge\u00e4ndert. Die Produktion liegt zwischen 18 und 20 kWh.<br \/>{mosimage} Hochspannungsleitungen, die aus der Zentrale nach drau\u00dfen f\u00fchren<br \/>{mosimage} Apparatenanlage<br \/> Hochspannungsleitungen, die aus der Kraftzentrale nach au\u00dfen f\u00fchren, und Apparatenanlage zur Zeit der Jahrhundertwende<\/p>\n<p>    {mospagebreak heading=Das Technikjuwel&#038;title=Baubeschreibung} <\/p>\n<h1>Baubeschreibung<\/h1>\n<p>{mosimage} Das Kraftwerk von Kardaun befinden sich am Eingang des Eggentals und wird ebendort vom Eggentaler Bach gespeist.<\/p>\n<p> Es erhebt sich auf rechteckigem, langgestrecktem Grundriss und wird von einem Satteldach abgeschlossen. Talseitig schlie\u00dft sich ein Giebelvorbau an.<\/p>\n<p>{mosimage} Die Quader aus Porphyr aus dem nahe gelegenen Steinbruch an der Eggentaler Stra\u00dfe und aus Dolomitgestein geben dem Geb\u00e4ude eine besondere lokale F\u00e4rbung: verweisen doch beide Gesteine auf ihre spezielle \u00f6rtliche Zugeh\u00f6rigkeit der Bozner bzw. S\u00fcdtiroler Landschaft.<br \/> au\u00dfenfassade<\/p>\n<p> Die bossierten Fensterrahmungen, die gew\u00f6lbten Fenstergesimse aus Porphyrgestein, die bossierten Eckrisaliten, die sich in horizontalen Lisenen sowie in die Giebelendung fortsetzen, charakterisieren die Einfachheit und Klarheit des Industriegeb\u00e4udes. So unterstreichen auch die Einfachverglasungen in Stahlkonstruktion sowie das Holzportal mit Oberlicht noch einmal den klaren Stil der Hallenarchitektur.<br \/>{mosimage} Das Kraftwerk von Kardaun schlie\u00dft sich den denkmalgesch\u00fctzten Kraftwerken auf der T\u00f6ll bei Meran oder in Schnals an, die allesamt eine sehr einheitliche und typische Industriearchitektur der Jahrhundertwende in S\u00fcdtirol markieren. Bemerkenswert ist dabei, dass sich solche Bauten, die in erster Linie durch ihre Funktionalit\u00e4t und Klarheit in der \u00c4sthetik gekennzeichnet sind, bewusst und eindeutig abheben von der alpinen, b\u00e4uerlichen Architektur der Umgebung. Angeregt durch den Pioniergeist und technischen Fortschrittglauben, definieren sie sich in der Zurichtung auf einen lange andauernden Bestand und feste historische G\u00fcltigkeit. Dementsprechend sind sie tats\u00e4chlich zum gro\u00dfen Teil noch in sehr guter Funktion und beweisen, dass sie in der puristischen Zweckgebundenheit auf eine lange Dauer hin entworfen sind und nicht zuletzt eine gewisse repr\u00e4sentative Ausdruckskraft technischer Pionierarbeit haben.<br \/> kraftwerk historisch Das Kraftwerk von Kardaun lehnt sich wie die alten Bahnh\u00f6fe und andere Kraftwerke in S\u00fcdtirol auch an die Architektur der k.u.k.- Monarchie an: Nicht nur die repr\u00e4sentative Funktion erinnert an die Zugeh\u00f6rigkeit zum K\u00f6nigreich, vielmehr wollte man den G\u00e4sten und Reisenden, die in S\u00fcdtirol auf Durchzug waren, das Gef\u00fchl eines gewissen Wohlstands und konfortabler Lebensqualit\u00e4t bieten, so wie sie das Bildungs- und Handelsb\u00fcrgertum sowie die Habsburger Salongesellschaft gewohnt war.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Event der besonderen Art Am 15. 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