{"id":183452,"date":"2006-11-14T09:44:56","date_gmt":"2006-11-14T08:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2006\/11\/14\/universitaet-innsbruck-und-kuratorium-arbeiten-an-den-bauaufnahmen-der-brennerbahnbauten\/"},"modified":"2006-11-14T09:44:56","modified_gmt":"2006-11-14T08:44:56","slug":"universitaet-innsbruck-und-kuratorium-arbeiten-an-den-bauaufnahmen-der-brennerbahnbauten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2006\/11\/14\/universitaet-innsbruck-und-kuratorium-arbeiten-an-den-bauaufnahmen-der-brennerbahnbauten\/","title":{"rendered":"Universit\u00e4t Innsbruck und Kuratorium arbeiten an den Bauaufnahmen der Brennerbahnbauten."},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>\n S\u00fcdtirols historische Bahnarchitektur  ist  von hohem Gebrauchswert. Die vielf\u00e4ltige Nutzbarkeit h\u00e4ngt von einer pfleglichen Sanierung ab.\n <\/p>\n<p>\n An die 40 Universit\u00e4tsstudenten, aufgeteilt in 12 Arbeitsgruppen haben in diesen Tagen unter der Leitung  von  Horst Hambrusch und Tutoren ( Helmuth Trenkwalder, Florian L\u00fcftenegger, Hansj\u00f6rg Griesser) mit den Bauaufnahmen  der historischen Bahnbauten  auf der Brennerlinie zwischen Schelleberg und Bozen  begonnen. Die Arbeiten  werden Bestandteil der Gesamtuntersuchung  sein, die anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums  2007  der  Brennerbahn anstehen.  Die 1867 nach Pl\u00e4nen von Ing. Carl von Etzel  erbaute Eisenbahn, die erstmals den Norden mit dem S\u00fcden \u00fcber den niedrigsten Alpenpass, den Brenner, zusammenschloss,  war damals eine ingenieurtechnische Meisterleistung. F\u00fcr die  Hochbauten entwarf  der f\u00fcr die k.u.k. S\u00fcdbahn t\u00e4tige Architekt Wilhelm von Flattich  einen regelrechten Formenkanon,  der je  nach Bedeutung des Bahnhofs und des Ortes  entsprechend dimensionierte Pl\u00e4ne und Detailornamente anbot.   Die wiederkehrenden Gestaltungselemente und  Volumen werden durch das Baumaterial, bodenst\u00e4ndiger Granit aus Grasstein, noch unterstrichen. Von Flattich ist es zu verdanken, dass in Anlehnung an seine Hochbauten, auch die anderen Bahnbauten der Pustertaler und Vinschger Trasse eine einheitliche Sprache sprechen.  Insbesondere die Brennerbahn weist ein bauliches Ensemble auf, das \u2013 so  das Kuratorium- in seiner Geschlossenheit  europaweit ein Unikat ist und absolut erhaltungsw\u00fcrdig ist.\n <\/p>\n<p>\n Die engagierten Architekturstudenten  aus den verschiedensten Teilen Tirols und S\u00fcdtirols  haben die  letzten Herbsttage genutzt, um bei bester Witterung mit Messband, Schlauchwaage und Teleskoplatte,  die Hochbauten detailgetreu  zeichnerisch festzuhalten. Laut Prof. Hambrusch vom Insitut f\u00fcr Baugeschichte und Denkmalpflege von der Uni Innsbruck, sei die Entdeckung der angewandten einmaligen Handwerkstechniken faszinierend gewesen.   Die bautechnischen Besonderheiten wie z.B.  der Mauerwerksbau in antiker Mauertechnik, die Fugenteilung von gr\u00f6sster Pr\u00e4zision und Haltbarkeit, die Langlebigkeit der Holzkonstruktionen seien erst jetzt im Zuge der Bauanalysen bewusst geworden. Die Kombination zwischen  Holz- und Stahlbau (die Gusseisen-S\u00e4ulen am Bahnhof Franzensfeste und an  vielen anderen Bahnh\u00f6fen) sind von beeindruckender Eleganz und Zeitlosigkeit.  Die historische Bahnarchitektur  ist bauk\u00fcnstlerisch gesehen von beispielhafter Einfachheit, gepr\u00e4gt durch handwerkliches K\u00f6nnen und von organisatorischem Talent. Absicht des Architekten war es mittels der Stein- und  Holzbauten, eine optimale Nutzung sowie  h\u00f6chste technische Funktionalit\u00e4t der Infrastrukturen bei sparsamsten Einsatz der Mittel zu garantieren.  Laut Hambrusch sei beim Bahnbau  erstmals auch die Eisenkonstruktion einbezogen worden. Davon zeugen die zahlreichen Wasserstationen und  St\u00fctzelemente, die an den  Perons eingesetzt,  Transparenz und Offenheit  gew\u00e4hrleisten. Die Stahlbauten wirken wie eine ornamentale Kulisse zwischen Bahnhofsk\u00f6rper und  den auf den Geleisen ein- und ausfahrenden Z\u00fcgen.  Dank der \u00dcbersichtlichkeit und der raschen Orientierungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste  kann \u2013 was in modernen Bahnh\u00f6fen heute kaum mehr denkbar ist-  auf die sinnlosen Piktogramme und Leitsysteme  verzichtet werden. An den Eisenbahner-Wohnh\u00e4usern des italienischen Architekten Angiolo Mazzoni  ist die Bauqualit\u00e4t und die Kontinuit\u00e4t der Bauerhaltung und deren positiven Auswirkungen auf den  gegenw\u00e4rtigen Bauzustand klar ablesbar.  Beweis f\u00fcr das Erfolgsgeheimnis dieser einfachen Bauten ist, dass die Objekte auch an entlegenen Orten noch genutzt werden.\n <\/p>\n<p>\n Parallel zur  Dokumentation, an der derzeit gearbeitet wird,  soll auch eine Arbeitsgruppe in beratender Funktion eingerichtet werden, die den einzelnen Gemeinden mit Leihbahnh\u00f6fen  bei anstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten  zur Seite steht und sie bei der Entscheidungsfindung kostenlos unterst\u00fctzt.  Die Initiative des Kuratoriums wird von der Uni Innsbruck und dem zust\u00e4ndigen Landesamt gemeinsam betrieben.\n <\/p>\n<p>\n Damit soll gew\u00e4hrleistet werden, dass der Bahnhof  wieder zu einem beliebten Ort der Begegnung   und des Nahverkehrs wird und seiner infrastrukturellen Kennmerkmale nicht beraubt wird.  Der Bahnhof soll mit seinem Wiedererkennungswert als Schauplatz des Geschehens  und der Dienstleistung  in den Mittelpunkt ger\u00fcckt werden.\n <\/p>\n<p> <span style=\"\"font-size: 12pt\"\"><span style=\"\"color: #000000\"\"><\/p>\n<p style=\"\"margin: 0cm 0pt\"\" class =\"\" msonormal\"\">\n<p> <\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdtirols historische Bahnarchitektur ist von hohem Gebrauchswert. Die vielf\u00e4ltige Nutzbarkeit h\u00e4ngt von einer pfleglichen Sanierung ab. 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