{"id":183475,"date":"1997-11-30T00:00:00","date_gmt":"1997-11-29T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/1997\/11\/30\/festschrift-2\/"},"modified":"1997-11-30T00:00:00","modified_gmt":"1997-11-29T23:00:00","slug":"festschrift-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/1997\/11\/30\/festschrift-2\/","title":{"rendered":"Festschrift"},"content":{"rendered":"<p>Festschrift zur Einweihung des neues Kraftwerkes (1998)<br \/>Elektrogenossenschaft St. Leonhard-Gomion m.b.H. <br \/> 25 Jahre im Dienste der Stromversorgung <\/p>\n<p> Vom ersten E-Werk Langwies bis zur Gr\u00fcndung der Genossenschaft.<\/p>\n<p> Es sind bereits 43 Jahre vergangen, seit die im Kleinkraftwerk Langwies an der M\u00fcndung  des Saldernbaches erzeugte elektrische Energie erstmals die Stuben der Gomioner und Breitebner Bev\u00f6lkerung erhellte. Bis dahin hatten Kerzenlicht, Petroleumlampen und Gasbrenner als Lichtquellen gedient, und Pferdekraft, Dampf und Wasser die Arbeit erleichtert. Man erkannte alsbald die praktische Anwendbarkeit des elektrischen Stromes und begann sich auch im Passeiertal mit den M\u00f6glichkeiten seiner Nutzung auseinander zu setzen. Das erste Langwieser Werk wurde im Jahre 1955 von Josef Gufler, Unterlangwieshof, erbaut, danach vom Bruder Alois \u00fcbernommen, der es mit viel M\u00fche vergr\u00f6\u00dferte und mit Sorgfalt betrieben hat. <\/p>\n<p> Eine Gomioner Bauerninteressentschaft errichtete die notwendigen Stromleitungen von Silbernagl zur Alpenrose, zum Obersteinhof und nach Waldheim. Anfangs ging?s recht gut, doch bis zum Jahr 1976 blieb der Strom schwankend und schwach und wirkte sich katastrophal auf die Arbeit mit Maschinen und Elektroger\u00e4te aus. Sowohl das bereits vergr\u00f6\u00dferte E-Werk des Alois Gufler\/Silbernagl wie auch die veraltete und mit 5 km zu lange Niederspannungsleitung konnten eine ausreichende Stromlieferung nicht mehr gew\u00e4hrleisten. <\/p>\n<p> Um die Stromversorgung in Gomion zu verbessern, entschlossen sich einige B\u00fcrger von Gomion eine Interessengemeinschaft zu gr\u00fcnden und das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Am 22. Juli 1973 wurde auf Anraten des damaligen B\u00fcrgermeisters von St. Leonhard in Passeier, Herrn Josef Tsch\u00f6ll, im Einvernehmen mit den B\u00fcrgern von Gomion eine Versammlung einberufen, Dabei wurde die Rechtsform einer Genossenschaft erl\u00e4utert und die Gr\u00fcndung beschlossen. Diese Genossenschaft setzte sich den Bau einer Mittelspannungsleitung von St. Leonhard nach Gomion zum Hauptziel, um den dortigen B\u00fcrgern in naher Zukunft gen\u00fcgend Strom zu liefern. F\u00fcr die Finanzierung dieser Leitung sollte bei der Landesverwaltung um einen Beitrag angesucht werden. <\/p>\n<p> Anf\u00e4nglich erkl\u00e4rten sich 26 B\u00fcrger von Gomion bereit, dieser Genossenschaft mit dem heutigen Namen ?Elektrogenossenschaft St. Leonhard ? Gomion Gen.m.b.H.? beizureten. Bereits damals wurde aus den Reihen der Gr\u00fcndungsmitglieder Josef G\u00f6gele vom Murhof  als Obmann gew\u00e4hlt. Erster Obmannstellvertreter war Hermann Eschgf\u00e4ller vom Unterpichlhof, zu weiteren drei Vorstandsmitgliedern wurden Josef Gufler vom Neulandhof und die Br\u00fcder Franz und Johann Pichler ernannt. Als Aufsichtsr\u00e4te wurden Franz Alber vom Gasthof Alpenrose (Vorsitzender), Josef Gufler Oberstein und Franz Kofler vom Schramerhof (effektive Aufsichtsr\u00e4te), sowie Georg Marth vom Schildhof und Pixner Leonhard vom Wiesgut (Ersatzr\u00e4te) gew\u00e4hlt. Bei der 2. Vollversammlung am 10. August 1973 konnte die Elektrogenosssenschaft notariell gegr\u00fcndet werden. <\/p>\n<p> Neubau der Mittelspannungsleitungen und des Kraftwerkes Langwies.<\/p>\n<p> Erstes Anliegen war die Planung der Mittelspannungsleitung und den zugeh\u00f6rigen Elektrokabinen. Einen wichtigen Schritt wagten die Mitglieder bei der 5. Vollversammlung am 1. Dezember 1874, wo die Mehrheit den Erwerb des alten Langwieser Elektrowerks samt Verteilerlizenz beschloss, um nach der Fertigstellung der Mittelspannungsleitung Strom ankaufen und verteilen zu k\u00f6nnen. <br \/> Zwischen 1975 und 1979 traten der Genossenschaft auch Mitglieder aus den umliegenden Fraktionen Hinteregg, Christl, Breiteben, Glaiten und Schlattach bei. Diese Stromabnehmer hatten vorher gro\u00dfteils eigene, jedoch veraltete und auch zu schwache Kleinkraftwerke. <br \/> Mit dem Bau und der anschlie\u00dfenden Inbetriebnahme der Mittelspannungsleitung von St. Leonhard nach Schramach konnte die Stromversorgung 1976 erstmals entscheidend verbessert werden. Die Stromlieferung besorgte das Landesamt f\u00fcr Stromversorgung. <br \/> In den Jahren 1978 und 1979 ging man daran, in Eigenregie die gesamten Niederspannungsfreileitungen in Gomion, Glaiten und Schlattach gr\u00fcndlich zu erneuern. Im angeschlossenen  Versorgungsgebiet in der Gemeinde St. Martin wurden die Stromnetze auch in dieser Zeit mit Landesmitteln und unter der tatkr\u00e4ftigen F\u00fchrung des damaligen Vizeb\u00fcrgermeisters der Gemeinde St. Martin, Herrn Alois Gufler\/Schnittler gebaut. <br \/>  Nicht zuletzt aus finanziellen Erw\u00e4gungen wagten die tatkr\u00e4ftigen Vorstandsmitglieder 1978 einen weiteren, entscheidenden Schritt nach vorne: Beim Wasserbauamt der Autonomen Provinz Bozen ersuchte man um die Konzession der Wasserableitung vom Saldernbach und bei der Vollversammlung vom 18. M\u00e4rz 1982 wurde beschlossen, ein neues Wasserkraftwerk in Langwies  zu bauen. Ing. Ernst Troyer wurde mit der Projektierung beauftragt. Die Finanzierung des Werkes, das ein neues Krafthaus mit zwei Maschinens\u00e4tzen, eine 1 km lange Druckleitung sowie eine unterirdische Mittelspannungsleitung nach Schramach vorsah, wurde \u00fcber ein Darlehen bei der Raiffeisenkasse Passeier sichergestellt, wobei die einzelnen Mitglieder als B\u00fcrgen unterschrieben. Die Arbeiten wurden innerhalb k\u00fcrzester Zeit in Eigenregie durchgef\u00fchrt und am 20. Juli 1983 konnten alle Abnehmer wieder mit eigenem Strom versorgt werden. Nachdem im Jahr darauf der zweite Maschinensatz in Betrieb ging, wurde das ersehnte Ziel einer sicheren Stromversorgung und einer v\u00f6lligen Eigenst\u00e4ndigkeit erreicht. <br \/> Das Vertrauen der Mitglieder hat sich gelohnt: seit 1986 erhalten sie eine bestimmte Menge verbilligten Strom und der Schuldenberg von rund 400 Millionen Lire konnte trotzdem in k\u00fcrzester Zeit abgebaut werden, <br \/> Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde die Genossenschaft 1986 im Zuge einer Statuten\u00e4nderung in einen Dienstleistungsbetrieb umgewandelt, da nunmehr die Produktion und Verteilung von elektrischer Energie als Hauptzweck im Vordergrund standen. <\/p>\n<p> Trotz der aufgezeigten Vorz\u00fcge lie\u00df die Produktionsstatistik immer deutlicher eine Schwachstelle erkennen. Im Zeitraum vor der Schneeschmelze sowie bei Trockenheit im Sommer konnte die Stromversorgung die stetig steigenden Tagesspitzen nicht mehr abdecken. <br \/> Im J\u00e4nner 1986 wurde vom E-Werk der Gemeinde Moos eine Verbindungsstromleitung von Stuls nach Schramach hergestellt, somit konnte die Stromversorgung auch im Hinterpasseier einigerma\u00dfen gesichert werden. <br \/> Zur zeitgem\u00e4\u00dfen Bew\u00e4ltigung der Buchhaltung und Stromverrechnung wurde im Jahre 1989 eine EDV-Anlage angekauft. Um eine optimale Steuerung der Kraftwerkanlagen und \u00dcbergabekabinen sowie eine wesentliche Arbeitserleichterung zu erreichen, wurde 1992 durch die erfahrene Firma ?Turbinenbau Troyer? eine komplette Steuer- und \u00dcberwachungsanlage eingebaut. <\/p>\n<p> Bau des Pumpspeicherkraftwerkes Gomion.<\/p>\n<p> Da von Seiten  der Gemeindeverwaltung Anfang der 90-er Jahre das Bauprojekt einer Trink- und L\u00f6schwasserleitung von den Schlattacher Mahdern nach Gomion vorlag, nutzte der Vorstand mit dem Obmann Josef G\u00f6gele an der Spitze die Gunst der Stunde und lie\u00df von Ing. Ernst Troyer eine Studie zur Energienutzung des Raffein- und \u00dcbelseebaches durch ein Pumpspeicherwerk erstellen. Die Trink- und L\u00f6schwasserleitung und die Kraftwerksdruckleitung sollten m\u00f6glichst die gleiche Trassenf\u00fchrung haben. Nach eingehender hydrogeologischer Untersuchung konnte bereits im Oktober 1992 die Wasserableitungskonzession aus den genannten B\u00e4chen erhalten werden. <br \/> Nachdem alle Genehmigungsverfahren durchgestanden waren, ging es im Februar 1993 eiligst an die Arbeit, um mit dem Bau der Trinkwasserleitung der Gemeinde wettzuhalten. Die in Eigenregie vergebenen Arbeiten zur Verlegung der 3 km langen Druckleitung, der 1,2 km langen Zuflussleitung, sowie der Bau des 1400 qm ? Speichers samt Fassungen, das Auffangbecken und das darauf stehende Krafthaus wurden bis Ende 1993 gro\u00dfteils fertiggestellt. Dieser Zeitplan konnte nur Dank des ausgezeichneten Arbeitseinsatzes aller vorwiegend ortsans\u00e4ssigen Firmen und der eigenen Mitarbeiter bew\u00e4ltigt werden, Mitte M\u00e4rz 1994 montierte die Firma ?Turbinenbau Troyer? die komplette Hochdruck-Peltonturbine samt Elektroanlagen. <br \/> Dank der ersehnten Inbetriebnahme des ENEL-Umspannwerkes in St. Leonhard konnte das neue Spitzenkraftwerk im Oktober 1994  mit der Produktion beginnen. Im Jahr darauf vervollst\u00e4ndigte man diese umfangreiche technische Anlage mit dem Einbau der Hochdruckpumpe, durch deren Betrieb zus\u00e4tzlich wertvolle Spitzenenergie gespeichert bzw. erzeugt werden kann. Im Jahre 1996 beschloss die Vollversammlung, das Kraftwerk Langwies um einen Lager- bzw. Werkraum zu erweitern. <\/p>\n<p> Zuk\u00fcnftige Vorhaben und kurzer Ausblick<\/p>\n<p>  Die Zukunftspl\u00e4ne sehen vor, das bestehende Stromverteilernetz gro\u00dfteils zu erneuen bzw. zu verst\u00e4rken, indem m\u00f6glichst viele Leitungen unterirdisch verlegt werden. <br \/> Leider herrscht derzeit (1998) auf nationaler und gesamteurop\u00e4ischer Ebene im Stromsektor eine gro\u00dfe Unsicherheit, denn wir stehen vor einer v\u00f6lligen Freistellung des Strommarktes. Daher ist es unklar, wie sich die Strompreise entwickeln werden und wie sich Kleinerzeuger in diesem freien Markt behaupten k\u00f6nnen. Inwieweit Gas- und Dampfturbinenanlage die Wasserkraft als sauberste und erneuerbare Energie zur Stromerzeugung verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen, wird sich zeigen. <br \/> Der Mitgliederstand ist von 26 im Jahre 1973 auf 150 im Jahre 2000 angestiegen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festschrift zur Einweihung des neues Kraftwerkes (1998)Elektrogenossenschaft St. Leonhard-Gomion m.b.H. 25 Jahre im Dienste der Stromversorgung Vom ersten E-Werk Langwies bis zur Gr\u00fcndung der Genossenschaft. Es sind bereits 43 Jahre vergangen, seit die im Kleinkraftwerk Langwies an der M\u00fcndung des Saldernbaches erzeugte elektrische Energie erstmals die Stuben der Gomioner und Breitebner Bev\u00f6lkerung erhellte. 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