{"id":183511,"date":"2004-07-12T14:41:00","date_gmt":"2004-07-12T12:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2004\/07\/12\/vollversammlung-des-kuratoriums-spricht-sich-fuer-den-erhalt-wertvoller-technischer-kulturdenkmaeler-a\/"},"modified":"2004-07-12T14:41:00","modified_gmt":"2004-07-12T12:41:00","slug":"vollversammlung-des-kuratoriums-spricht-sich-fuer-den-erhalt-wertvoller-technischer-kulturdenkmaeler-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2004\/07\/12\/vollversammlung-des-kuratoriums-spricht-sich-fuer-den-erhalt-wertvoller-technischer-kulturdenkmaeler-a\/","title":{"rendered":"VOLLVERSAMMLUNG DES KURATORIUMS SPRICHT SICH F\u00dcR DEN ERHALT WERTVOLLER TECHNISCHER KULTURDENKM\u00c4LER A"},"content":{"rendered":"<p>Angemahnt wird die R\u00fcckbesinnung auf S\u00fcdtirols ureigenes Kreativit\u00e4tspotential. Dank der Alltagssch\u00f6nheit von Natur und Landschaft samt historischer Bauten und technischer Denkm\u00e4ler konnten in der Vergangenheit auch schwere Zeiten \u00fcberbr\u00fcckt werden. Nach einf\u00fchrenden Worten von Kuratoriums-Pr\u00e4sident Klaus Kemenater erstatten dann bei der Vollversammlung am vergagenen 6. Juli 04 Witty Mitterer und Elisabeth Baumgartner Bericht \u00fcber die von besonders erfolgreichen und spektakul\u00e4ren H\u00f6hepunkten wie dem E-Werks-Konzert ?Die Nacht der Soprane? (15.11.03, Etschwerke Kardaun) gekennzeichnete T\u00e4tigkeit im Arbeitsjahr 2003 und erl\u00e4uterten das Programm 2004. Mit innovativen Veranstaltungsinitiativen sei es dem Kuratorium immer wieder gelungen, f\u00fcr die besonders weitgespannte Technikkultur und Technikgeschichte des Landes an vielen spannenden Technik-Schaupl\u00e4tzen zu sensibilisieren, unterstrich Mitterer. Auf diese Weise konnte auch in historisch sensiblen Bereichen eine \u00d6ffentlichkeit geschaffen &#8211; beziehungsweise konnten auch jene technischen Denkm\u00e4ler und Zeitzeugnisse der Alltagskultur ins Bewusstsein ger\u00fcckt werden, die aus weitgehend in Vergessenheit geratenen Epochen wie Alt-\u00d6sterreich oder aus politisch belasteten Regime-Zeiten wie des Faschismus stammen. Als Beispiele nannte Mitterer den Einsatz des Kuratoriums f\u00fcr S\u00fcdtirols Bahnh\u00f6fe oder am Brenner, wo das Kernsensemble rund um den ehemaligen Schlagbaum ? im Gedenken an die Grenze von 1918 und an das Europa der Grenzen ? inzwischen ein Unikat darstellt. Am Brenner wurden die historisch markanten Bauwerke dieses Grenzensembles mittels Bauaufnahmen und fotografischen Bestandsaufnahmen f\u00fcr ein Bautenglossar der Universit\u00e4t Innsbruck, Institut f\u00fcr Baugeschichte, in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium dokumentiert. Die Dokumentation sollte dazu beitragen, am Brenner Alt und Neu zu integrieren ? statt vereinzelt leider bereits angelaufener Abbrucharbeiten ohne wohl\u00fcberlegtes Konzept. Die kreative Einbeziehung von typischen Bauten und Zeitzeugnissen der Grenze st\u00f6\u00dft inzwischen n\u00e4mlich auch deshalb auf Zustimmung, weil sie der EU-gef\u00f6rderten Neubelebung des Brenner ein unverwechselbares Markenzeichen verleihen w\u00fcrde. Zu den Folgeinitiativen z\u00e4hlen die Einladung des Regierungskommissariats zum gemeinsamen Gespr\u00e4ch (Gemeinde, Uni Innsbruck\/Kuratorium, Denkmalamt) oder ein Interreg-Projekt der TH Stuttgart (?H\u00f6hen-Kulturort Brenner?, Projektstart 25.-28.9.04, Prof. Arch. Andreas G. Hempel). Die Erhebung der historischen Bahnh\u00f6fe in S\u00fcdtirol (Arch. A.G.Hempel im Auftrag des Kuratoriums) ist nunmehr durch eine umfassende Erhebung aller Bahnhofsbauten der Brennerbahn vervollst\u00e4ndigt worden. Diese wird am 13. Juli 2004 der S\u00fcdtiroler Landesregierung offiziell \u00fcberreicht. Bereits die erste Bahnhofs-Dokumentation vom 14.11.03 wurde der Arbeitsgruppe des Landes f\u00fcr die Neunutzung historischer Bahnh\u00f6fe vom Kuratorium aus ideellen Gr\u00fcnden ? damals in Zusammenhang mit der Aktion ?Leihbahnh\u00f6fe? ? zur Verf\u00fcgung gestellt. Die umfassenden Erhebungen in Wort und Bild mit Ist-Zustand, Bauanalyse und Nutzungsvorschl\u00e4gen waren mit eine Grundlage f\u00fcr die Unterschutzstellung von 48 Bahnhofsbauten, verwies Mitterer auf anerkennende Worte von Landeskonservator H. Stampfer, nachdem die Landesregierung den Antrag des Denkmalamtes mit zus\u00e4tzlichen Begr\u00fcndungen dann doch angenommen hatte. Mit Blick auf die an der Brennerstrecke anstehenden Umw\u00e4lzungen (Brennerbasistunnel und Zulaufstrecken, Pl\u00e4ne zur Neugestaltung des Bozner Bahnhofsareals, geplanter Radweg Bozen-Brenner) wurden hier nicht nur alle in Betrieb stehenden Bahnh\u00f6fe, sondern auch stillgelegte, abgebrochene sowie einzelne neuerrichteten Klein- und Kleinstbahnh\u00f6fe erhoben und dokumentiert. S\u00fcdtirol besitzt nach Worten von Arch. Hempel mit Brennerbahn und Pustertalbahn, der noch \u00e4lteren S\u00fcdtiroler Bahn (Verona)-Salurn-Bozen, Bozen-Meraner-Bahn und Vinschgaubahn ?ein in dieser Geschlossenheit weltweit absolut einmaliges historisches Bahnhofs-Ensemble !? Auch in Sachen Erhaltung und Neunutzung historischer Bahnhofsbauten will das Kuratorium neue Wege gehen. Als erstes Fallbeispiel soll jetzt in Klausen in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde ein Demonstrationsmodell entwickelt werden, das im Umgang mit historischer Bausubstanz und deren Nutzung neue M\u00f6glichkeiten aufzeigt. Weitere Schwerpunkte im Programm 2004 wurden initiiert und abgewickelt: ? 800 Besucher in den historischen Kraftwerken Kardaun und T\u00f6ll (Etschwerke), ?Sch\u00fcler f\u00fchren Sch\u00fcler; ? ENEL-Kraftwerk Kardaun, erstmalige \u00d6ffnung und gro\u00dfer Erfolg des vom Kuratorium veranstalteten Zeitzeugenabends, eine Fotodokumentation der Gro\u00dfkraftwerke der Fotografendynastie Pedrotti wird folgen. ? Erstes Technikdenkmal in S\u00fcdtirol, Neuaufstellung und Einweihung einer Edison-Turbine in Bozen-Oberau, nach Restaurierung durch die Gewerbeoberschule ITI Bozen. Eine Publikationsreihe mit Athesia zu den Themen: Bautenglossar Brenner, S\u00fcdtirols historische Bahnh\u00f6fe, Turbine als Landmarke und ein Katalog zur Pedrotti-Ausstellung ist in Vorbereitung. Aktuell zu Wort gemeldet hat sich das Kuratorium auch zur Rettung der alt\u00f6sterreichischen Strassenlaternen an der Bozner Wassermauerpromenade, wo auch das noch nicht entfernte lupenreine Originalensemble durch ortsfremde Imitate ersetzt werden sollte. Die Gemeinde Bozen hat sich inzwischen zur Zusammenarbeit bereit erkl\u00e4rt. Das Kuratorium setzt erneut auf ein Sch\u00fclerprojekt ? diesmal in Zusammenarbeit mit den Gewerbeoberschulen deutscher und italienischer Muttersprache, mit Restaurierung, Projekt-Workshop und feierlicher \u00dcbergabe zu Weihnachten. Neue Projekte sind au\u00dferdem die Digitalisierung historischer Kraftwerkspl\u00e4ne (ehemaliger Fundus des Staatsbauamtes Genio Civile) sowie das Interreg-Projekt zum Aufbau einer zeitgeschichtlichen Dokumentationsstelle in Zusammenarbeit mit dem Amt f\u00fcr Audiovisuelle Medien, Landesbildselle Tirol sowie Universit\u00e4t Innsbruck\/Institut f\u00fcr Baugeschichte. Spontanen Applaus gab es f\u00fcr die Mitteilung des Pr\u00e4sidenten Kemenater, dass sich f\u00fcr den Bahnhof Bruneck nun doch eine L\u00f6sung abzeichnet, die den Abbruch abwenden k\u00f6nnte. Abschliessend hat Elisabeth Baumgartner die notwendige R\u00fcckbesinnung auf S\u00fcdtirols ureigenes Kreativit\u00e4tspotential angemahnt. Dank der Alltagssch\u00f6nheit von Natur und Landschaft samt historischer Bauten und technischer Denkm\u00e4ler konnten in der Vergangenheit auch schwere Zeiten \u00fcberbr\u00fcckt werden. Ein sensibler Umgang mit diesen Ressourcen, die gewissermassen die kulturellen Wurzeln S\u00fcdtirols sind, sei dringend notwendig. Den Leuten im Lande m\u00fcssen die Augen f\u00fcr das hohe Potential an Landschaft und Eigenkreativit\u00e4t ge\u00f6ffnet werden. Nicht mitgetragen werden k\u00f6nnen die Verbauung der letzten M\u00e4ander des Eisacks im Zuge geplanter E-Werks-Projekte oder andere Eingriffe in die Landschaft, die offensichtlich wohl nur mehr \u00fcber sogenannte &#8222;&#8220;Erlebnispfade&#8220;&#8220; (insgesamt sind 22 Planungsphase) betreten werden soll. Unter dem Motto &#8222;&#8220;weniger Geld- mehr Kreativit\u00e4t&#8220;&#8220; sollte vielmehr ein Wertewandel einkehren, bei dem das Gleichgewicht zwischen Liebe zur eigenen Umwelt und Landschaft und Umnutzungen oder Neuplanungen wieder hergestellt werden muss, so Baumgartner. Einen besonderen Dank f\u00fcr seine Gastfreundschaft richtete Pr\u00e4sident Kemenater an Kuratoriumsfreund Karl Nicolussi Leck, der den Versammelten bei der Kugel in Hochfrangart vor str\u00f6mendem Regen Schutz und Schirm gew\u00e4hrt hat. Die von den Rechnungspr\u00fcfern eingehend gepr\u00fcfte Finanzgebarung 2003 wurde der Versammlung von Martin Christoph v. Tschurtschenthaler zur Kenntnis gebracht. Die Versammlung nahm den Bericht zur Rechnungslegung zur Kenntnis und erteilt dem Vorstand mittels Zustimmung die Entlastung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angemahnt wird die R\u00fcckbesinnung auf S\u00fcdtirols ureigenes Kreativit\u00e4tspotential. Dank der Alltagssch\u00f6nheit von Natur und Landschaft samt historischer Bauten und technischer Denkm\u00e4ler konnten in der Vergangenheit auch schwere Zeiten \u00fcberbr\u00fcckt werden. Nach einf\u00fchrenden Worten von Kuratoriums-Pr\u00e4sident Klaus Kemenater erstatten dann bei der Vollversammlung am vergagenen 6. 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