{"id":183529,"date":"2004-12-23T09:20:00","date_gmt":"2004-12-23T08:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2004\/12\/23\/erlebnis-kraftwerk\/"},"modified":"2004-12-23T09:20:00","modified_gmt":"2004-12-23T08:20:00","slug":"erlebnis-kraftwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2004\/12\/23\/erlebnis-kraftwerk\/","title":{"rendered":"Erlebnis Kraftwerk"},"content":{"rendered":"<p>Energie und Widerstand, ein Technikschauplatz in Bilder Ausstellung in der Lichtkoje im Maschinenhaus des Enel-Kraftwerks in Kardaun Vor rund 400 begeisterten Zuschauern wurde vorige Woche die Technikkathedrale in Kardaun mit Licht, Farben, Musik und historischen Bildern inszeniert. Ein ungew\u00f6hnlicher Schauplatz wird damit bis 1.M\u00e4rz 2005 effektvoll ins Rampenlicht ger\u00fcckt. Am Ort der Technik, f\u00fcr viele zum Teil mit einem politischen ?Negawatt? versehen, werden Bilddokumente aus der \u00c4ra des Baus der Grosskraftwerke gezeigt, die f\u00fcr ein besonderes Seherlebnis sorgen. Fotos auf Glasplatten der Fotografen Pedrotti und andere Zeitdokumente ? insgesamt an die 300- werden gekonnt in einem Ausstellungsparcours dargeboten, der thematisch und zeitlich die lange verschlossenen Tore der Grossableitungen einem breiten Publikum \u00f6ffnet. Sichtbar gemacht wird in der Schau unser Alpenraum als Grossarena rascher Ver\u00e4nderungen: Gro\u00dfe Investitionen im vorigen Jahrhundert, im Bereich der Wasserkraft, im Verkehrswegebau und im Tourismus f\u00fchrten zu gewaltigen Umw\u00e4lzungen auf sozialer und kultureller Ebene, die Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Suche nach einem neuen Gleichgewicht waren. Die zunehmende Abkehr von der Mechanik und das totale Eintauchen in die Elektronik, bei der durch einfaches Begreifen, Betasten ein an und f\u00fcr sich normaler technischer Ablauf heute nicht mehr nachvollziehbar wird, l\u00e4sst bisher sichere Bezugspunkte unserer Wahrnehmung entgleiten. Auf der Suche nach Orientierungshilfen trifft man auf Pionierleistungen, die jetzt in einem v\u00f6llig neuen Licht dastehen. Technikmonumente und ?Schaupl\u00e4tze werden zu Marksteinen einer neuen Technikkultur, die eng mit dem Beziehungsgeflecht von zeitgeschichtlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Aspekten verwoben sind. Eine Sonderstellung nehmen die Gross-Kraftwerke ein, die S\u00fcdtirols sensible Kulturlandschaft vielfach \u00fcberm\u00e4chtig dominieren und gleichzeitig der hereinbrechenden Industrialisierung, aber auch dem Fortschritt Einlass geboten haben. In verschiedenen Beitr\u00e4gen werden im Fadenkreuz von Zeitgeschichte und Technikkultur am Beispiel der Technik-Kathedrale von Kardaun, die mit ihren riesigen Druckrohrleitungen das Landschaftsbild einschneidend pr\u00e4gt, der bewegte Zeithintergrund ausgeleuchtet und architekturgeschichtlich interessante Bez\u00fcge hergestellt. Einem roten Faden folgend, wird die Ausstellung gest\u00fctzt durch den von Rai-Koordinator Rudi Gamper pr\u00e4sentierten Film ?Das Eisack-Kraftwerk von Kardaun?, und durch einen zweisprachigen Katalog ?Megawatt&#038;Widerstand?\/?Megawatt&#038;Resistenze? (jeweils 300 Seiten), der im Athesia-Verlag erschienen ist. Mit pers\u00f6nlichen Erinnerungen aus der Kindheit \u00fcberraschte Athesia-Altpr\u00e4sident Johann Gamberoni, der am nahen Unterganzner-Hof in Kardaun aufgewachsen war: ?Ein langj\u00e4hriger Wunsch ist heute in Erf\u00fclllung gegangen. Aus dem 1937 und in den zwei darauffolgenden Jahren geplanten Schulausflugs im Kraftwerk mit der Gymnasialklasse am Vinzentinum in Brixen, der einzigen, damals deutschsprachigen Oberschule, ist lange nichts geworden. Es braucht eben oft einen langen Atem?. ?Der Bau dieser Kraftzentralen hat im Land teils heftigen Widerstand ausgel\u00f6st, vielfach sind heute noch Emotionen damit verbunden?. Gamberoni erinnerte an die Proteste der Grundbesitzer, die ihren Kulturgrund f\u00fcr die Kraftwerksbauten opfern mussten. Im Ged\u00e4chtnis festgemacht sei auch ein Foto im Lesebuch der Volksschule, auf dem das Kardauner Kraftwerk mit dem Bildtext ?Le opere del regime? abgebildet war. Lebhaft wach seien noch die Berichte des Volksboten, der \u00fcber die grossen Ungl\u00fccke aus der Bauzeit des Wassertunnels informierte. Heute zeige sich die Zentrale in einem neuen Licht, das auch dazu beitrage, die pers\u00f6nlichen Gef\u00fchle neu zu ?belichten?. ?Mit dem vorliegenden Buch betritt der Verlag neue Wege in Richtung Horizonterweiterung?, meinte Gamberoni, der lange Zeit die geistige Richtung des Verlags mitbestimmt hat. Nicht von ungef\u00e4hr sei die Wahl des Titels der zweisprachigen Publikation ?Megawatt &#038; Widerstand? \/?Megawatt &#038; Resistenze? , bewusst getroffen worden. ?Der Widerstand? habe in der Einzahl, beziehungsweise Mehrzahl unterschiedliche Bedeutungen. Im Technischen sei der Widerstand schliesslich so wichtig wie die Energie. Die vom Kuratorium in Zusammenarbeit mit Enel organisierte Ausstellung bietet erstmals einen Querschnitt durch unerschlossenes Bildmaterial der drei Stromriesen Enel, Edison und Etschwerke, die ? wie auch die Landesabteilung Wasser und Energie- ihre Archive ge\u00f6ffnet haben. Die Ausstellung bleibt bis zum 1.3.05 ge\u00f6ffnet. (T\u00e4glich von 9.30 bis 18.30 Uhr ?ausser Weihnachten und Neujahr) Vom Waltherplatz aus f\u00fchrt ein kostenloser Shuttle nach Kardaun und wieder zur\u00fcck. Ab 7. J\u00e4nner gelten folgende \u00d6ffnungszeiten: t\u00e4glich von 9.30 bis 18.30 Uhr ? ausser Sonn- und Montag)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Energie und Widerstand, ein Technikschauplatz in Bilder Ausstellung in der Lichtkoje im Maschinenhaus des Enel-Kraftwerks in Kardaun Vor rund 400 begeisterten Zuschauern wurde vorige Woche die Technikkathedrale in Kardaun mit Licht, Farben, Musik und historischen Bildern inszeniert. Ein ungew\u00f6hnlicher Schauplatz wird damit bis 1.M\u00e4rz 2005 effektvoll ins Rampenlicht ger\u00fcckt. 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