{"id":183541,"date":"2005-05-11T09:58:00","date_gmt":"2005-05-11T07:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2005\/05\/11\/bauaufnahme-historischer-grenzbauten-am-brenner-kommt-gut-voran\/"},"modified":"2005-05-11T09:58:00","modified_gmt":"2005-05-11T07:58:00","slug":"bauaufnahme-historischer-grenzbauten-am-brenner-kommt-gut-voran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2005\/05\/11\/bauaufnahme-historischer-grenzbauten-am-brenner-kommt-gut-voran\/","title":{"rendered":"Bauaufnahme historischer Grenzbauten am Brenner kommt gut voran."},"content":{"rendered":"<p>Institut f\u00fcr Baugeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck und das Kuratorium f\u00fcr Technische Kulturg\u00fcter in S\u00fcdtirol arbeiten an einem Bautenglossar, das ausgew\u00e4hlte Grenzarchitektur dokumentiert  Rund 50 Studenten der Baufakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck erheben in diesen Tagen &#8211; bei echtem Brennerwetter zwischen Schneefall und Sonnenschein- unter der fachlichen Leitung von Professor Horst Hambrusch einige der historischen Brennerbauten. Mit Messlatte, Bleistift und Fotoapparat ausger\u00fcstet, werden Dimensionen und charakteristische Bauelemente der markantesten Brennerbauten aufgenommen. Das historische Kernensemble an der italienischen und \u00f6sterreichischen Seite der Brennergrenze wird f\u00fcr ein Bauten-Glossar erhoben, das im Zuge des vom Kuratorium f\u00fcr technische Kulturg\u00fcter initiierten und von der S\u00fcdtiroler Landesregierung unterst\u00fctzten Interreg-Projekts eine baugeschichtliche, kulturelle und zeitgeschichtliche Bestandsaufnahme anstrebt. Prof. Rainer Greafe, Leiter des Instituts f\u00fcr Baugeschichte, misst den historischen Zweckbauten am Brenner einen Wert von europ\u00e4ischer Pr\u00e4gnanz zu, der sich bei Millionen von Italienreisenden eingepr\u00e4gt hat. Die Publikation soll in der Athesia-Reihe ?Technische Kulturg\u00fcter im Rampenlicht? heuer im Sp\u00e4tsommer erscheinen und durch eine Reihe von Initiativen an anderen Schaupl\u00e4tzen den Informationswert verst\u00e4rken. Die Grenzgemeinde Brenner-Gossensass will nach Worten ihres B\u00fcrgermeisters schon seit l\u00e4ngerem mit der Grenze von 1918 ?aufr\u00e4umen? und die \u00fcberfl\u00fcssig gewordenen Strukturen wie an anderen ehemaligen Grenzen in Europa abtragen. Die Schleifung ist laut einer von der S\u00fcdtiroler Landesverwaltung genehmigten Wiedergewinnungsstudie f\u00fcr die nach dem Grenzabbau verwaiste Grenzgemeinde vorgesehen. B\u00fcrgermeister Egartner hatte den Abbruch ?der h\u00e4sslichen Grenzbauten? bereits vor l\u00e4ngerer Zeit zum Auftakt einer Bauaufnahme angek\u00fcndigt, die jetzt eben fortgesetzt wird und die Bauten in Bild und Schrift dokumentiert. Es gibt jedoch auch ernsthafte fachlich begr\u00fcndete Bedenken gegen Willk\u00fcreingriffe, das an der bekanntesten Grenze in Europa am Brenner das einzige weitgehend intakt erhaltene Ensemble zerst\u00f6ren w\u00fcrde, das an eine der leidvollen europ\u00e4ischen Grenzen erinnert. Ein geplantes Grenz-Museum mit Blick auf die europ\u00e4ische Geschichte des Brenner w\u00e4re sicher ein ausgezeichneter Informationstr\u00e4ger, der als Kulturmagnet authentische Zeitgeschichte bieten k\u00f6nnte. \u00dcber den Brenner waren schon im Mittelalter Kaiser und K\u00f6nige zur Kr\u00f6nung nach Rom gezogen. Die Brennerbahn von 1867 bewirkte einen m\u00e4chtigen Aufschwung des Fremdenverkehrs ? Gossensass und der Brenner mit dem fashionablen Badehotel lockten zu Zeiten der Monarchie ein prominentes Publikum an. Nach dem Ersten Weltkrieg im November 1918 war S\u00fcdtirol zu Italien geschlagen worden, die Annexion wurde mit dem ?Friedens-Diktat? von Saint Germain vom 10.9.1919 endg\u00fcltig besiegelt. Der neue Grenzstein wurde am 13. Oktober 1921 enth\u00fcllt. Die unter dem Mussolini-Regime entstandenen Grenzbauten wurden nach den S\u00fcdtiroler Sprengstoffanschl\u00e4gen vom Juni 1961, als am Brenner auch eine Visumpflicht gegen einreisende \u00d6sterreicher verh\u00e4ngt wurde, zu einer Grenzbastion mit massiver Polizei- und Milit\u00e4rpr\u00e4senz hochger\u00fcstet. Seit dem Fall der Grenzen stellt sich die Frage, was nun aus den verlassenen Bauten werden soll.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Institut f\u00fcr Baugeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck und das Kuratorium f\u00fcr Technische Kulturg\u00fcter in S\u00fcdtirol arbeiten an einem Bautenglossar, das ausgew\u00e4hlte Grenzarchitektur dokumentiert Rund 50 Studenten der Baufakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck erheben in diesen Tagen &#8211; bei echtem Brennerwetter zwischen Schneefall und Sonnenschein- unter der fachlichen Leitung von Professor Horst Hambrusch einige der historischen Brennerbauten. 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