{"id":183571,"date":"2006-04-05T18:11:00","date_gmt":"2006-04-05T16:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2006\/04\/05\/publikumsandrang-bei-eroeffnung-der-brenner-ausstellung-an-der-uni-bozen\/"},"modified":"2006-04-05T18:11:00","modified_gmt":"2006-04-05T16:11:00","slug":"publikumsandrang-bei-eroeffnung-der-brenner-ausstellung-an-der-uni-bozen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2006\/04\/05\/publikumsandrang-bei-eroeffnung-der-brenner-ausstellung-an-der-uni-bozen\/","title":{"rendered":"Publikumsandrang bei Er\u00f6ffnung der Brenner-Ausstellung an der Uni Bozen"},"content":{"rendered":"<p>Der Brenner, ein kraftvoller Ort mit Geschichte, Kettenglied zwischen Nord und S\u00fcd Die Ausstellung (Grenze) Brenner-Pass, die auch international bereits in Innsbruck Beachtung gefunden hat, ist gestern in Bozen er\u00f6ffnet worden. Im Vorfeld zur Einstimmung eine R\u00fcckblende in die Zeit zwischen den zwei Weltkriegen anhand von historischen bewegenden Kurzfilmen vom Istituto Luce, liess man die Geschichte Revue passieren. Rektorin Rita Franceschini begr\u00fcsste als Hausherrin der Freien Universit\u00e4t Bozen das das besonders zahlreich erschienene Publikum, das aus Nord- und S\u00fcdtirol sowie dem Trentino und Bayern nach Bozen gekommen ist. In Anwesenheit u.a. von Landeshauptmann Durnwalder, dem Tiroler Landesrat und ex BBT-Direktor Hans Lindenberger und Rainer Graefe, Leiter des Instituts f\u00fcr Baugeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck, hat S\u00fcdtiols prominentester Grenzg\u00e4nger Reinhold Messner f\u00fcr eine ?Entschleunigung? des Grenzortes pl\u00e4diert. F\u00fcr die Aufwertung auch aus touristischer Sicht k\u00f6nne durchaus ein abgelegner Ort der Ruhe besondere Anreize bieten. Als Gegensatz zum grenzelosen Beschleunigungsprozess, der durch die Globalisierung ausgel\u00f6st wird. Die Bedeutung des Brenners k\u00f6nne auch in seiner jetzt neuen Form der Bedeutungslosigkeit liegen. Existent sei jedoch nur was heute wahrgenommen werde. Der Brenner riskiere eben nicht mehr wahrgenommen zu werden. Trotz all der Emotionen, die mit seiner Geschichte zusammenh\u00e4ngen, m\u00fcsse er neu ins Bewusstsein ger\u00fcckt werden. Im Verbliebenen sei die \u00c4sthetik des Verschwindens zu suchen. Diese Kraft, die von dem Ort ausgehe, fordere vor allem K\u00fcnstler heraus, sich mit dem Brenner zu besch\u00e4ftigen. Damit pflichtete Messner auch dem Vorschlag von Franceschini bei, am Brenner K\u00fcnstlertreffs einzurichten. Denn im Verwahrlosten stecke auch das Verwahrte, die Geschichte. Am Brenner m\u00fcsse ein neuer Inhalt gefunden werden. Eine Begegnungsst\u00e4tte, ein Kettengleid der echten, gelebten Ann\u00e4herung zwischen Nord und S\u00fcd, um nicht weiter auseinanderzuleben, wie auch sp\u00e4ter Landeshauptmann Durnwalder und Landesrat Lindenberger meinten. Nach Schengen habe man sich noch mehr von einander entfernt. Dies best\u00e4tigte auch Zeitzeugin Irene De Angelis, die als Gattin des ehemaligen Polizeiinspektors und Mutter des amtierenden Inspektors den Brenner wie ihre Westentasche kennt. Lindenberger sprach vom Friedensweg, der \u00fcber den Brenner f\u00fchre. Nicht in Nachbars Garten sei zu planen, sondern grenz\u00fcberschreitende zeitgem\u00e4sse Verkehrsl\u00f6sungen m\u00fcssten angepeilt werden. Aus der Sicht des Kuratoriums, vertreten durch Wittfrida Mitterer, und von Rainer Graefe vom Institut f\u00fcr Baugeschichte, kann nur eine Rekultivierung der Passlandschaft die Antwort auf die vielschichtige Problematik sein. Die Ausstellungs-Initiative soll dazu beitragen, am Brenner Alt und Neu zu integrieren, auf der Grundlage eines wohl\u00fcberlegten Konzepts. Nicht die Musealisierung, sondern die kreative Einbeziehung von typischen Bauten und Zeitzeugnissen der Grenze st\u00f6\u00dft inzwischen auch deshalb auf Zustimmung, weil sie der von der EU gef\u00f6rderten Neubelebung des Brenners ein unverwechselbares Markenzeichen verleihen w\u00fcrde. Ziel der Ausstellung ist es, einen Denkanstoss zu bieten, wonach der Brenner als kollektiver Erinnerungsort, jetzt 10 Jahre nach Schengen, im Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit neu verankert wird. Der Brenner ist ja inzwischen nach dem Fall der Grenzbalken zu einem Ort mit Sonderrolle geworden, der auf der Suche nach einer neuen Identit\u00e4t ist. Das f\u00fcr die Grenze typische architektonische Kernensemble riskiert, sollten umfangreiche Abrissarbeiten auch wirklich umgesetzt werden, ausgel\u00f6scht zu werden. Dabei w\u00fcrde die Gedenkst\u00e4tte ihre Daseinsberechtigung verlieren. Das Bundesdenkmalamt in Wien hat es vorgemacht: Erfreulich ist die inzwischen eingelangte Denkmalschutzbindung f\u00fcr das kleine \u00f6sterreichische Grenzzollhaus, das eben nicht radikal umgebaut, sondern w\u00fcrdevoll umgestaltet wird, um einem Handelsbetrieb Platz zu bieten. Angekauft wurde es \u00fcbrigens von einem S\u00fcdtiroler Wirtschaftstreibenden. Am Brenner wurden die historisch markanten Bauwerke dieses Grenzensembles mittels Bauaufnahmen und fotografischen Bestandsaufnahmen f\u00fcr ein Bautenglossar in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Innsbruck, Institut f\u00fcr Baugeschichte und Denkmalpflege ausf\u00fchrlich wissenschaftlich dokumentiert. Nachzubl\u00e4ttern im Ausstellungskatalog (Grenze) Brenner-Pass -jetzt auch auf Italienisch-, erschienen im Athesia-Verlag. Parallel zur Ausstellung in Bozen werden auf den 23 Rastst\u00e4tten der Brennerautobahn von Brenner bis Modena Grossbildaufnahmen mit historischen Fotodokumenten aus Archivbest\u00e4nden gezeigt, die in die spannende Baugeschichte des Autobahnbaus Einblick bieten. Die Ausstellung, eine Gemeinschaftsarbeit von Kuratorium und Universit\u00e4t Innsbruck, Archiv f\u00fcr Baukunst, ist im Foyer der Universit\u00e4t Bozen bis zum 5. Mai 06 zug\u00e4nglich. www.unibz.it www.technikmuseum.it<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Brenner, ein kraftvoller Ort mit Geschichte, Kettenglied zwischen Nord und S\u00fcd Die Ausstellung (Grenze) Brenner-Pass, die auch international bereits in Innsbruck Beachtung gefunden hat, ist gestern in Bozen er\u00f6ffnet worden. 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