{"id":183580,"date":"2006-08-02T12:04:00","date_gmt":"2006-08-02T10:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2006\/08\/02\/im-spannungsfeld-von-abriss-oder-bewahrung\/"},"modified":"2006-08-02T12:04:00","modified_gmt":"2006-08-02T10:04:00","slug":"im-spannungsfeld-von-abriss-oder-bewahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2006\/08\/02\/im-spannungsfeld-von-abriss-oder-bewahrung\/","title":{"rendered":"Im Spannungsfeld von Abriss oder Bewahrung"},"content":{"rendered":"<p>Bei Eingriffen in die historische Bausubstanz soll Alt mit Neu kreativ integriert werden.  Bauliche Eingriffe, die unseren Lebensraum ver\u00e4ndern, sorgen immer h\u00e4ufiger f\u00fcr Schlagzeilen. Das Kuratorium m\u00f6chte in diesem Zusammenhang einen Beitrag leisten und weist auf einige erfolgreiche Ans\u00e4tze in den Bereichen von Urbanistik und Stadtraum-Wiedergewinnung bzw. Aufwertung hin, die zu folgenden Leitgedanken gef\u00fchrt haben: &#8211; in die gewachsene Bausubstanz von Dorf- und Stadtkernen, die bereits ihr inneres Gleichgewicht gefunden haben, sollte nur mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht und Behutsamkeit eingegriffen werden; viele neue Siedlungsgebiete bieten gen\u00fcgend Spielraum f\u00fcr eine Aufwertung mittels neuer Baumassnahmen; &#8211; zu den politischen Zielsetzungen der \u00f6ffentlichen Verwaltung geh\u00f6rt es, daf\u00fcr zu sorgen, dass sich die Bev\u00f6lkerung mit ihrer engeren Umgebung vertraut f\u00fchlt; dieser Prozess wird nicht durch tiefgreifende Ver\u00e4nderung, sondern durch Festhalten an den eigenen Wurzeln und Langfristigkeit, unterst\u00fctzt; &#8211; es geht um die Sicherung von Bauten, Ensembles und Orten, die der Gesellschaft etwas bedeuten, auch abgesehen von \u00e4sthetischen, architektonischen, funktionalen, rationalen oder organisatorischen Werten; &#8211; die Qualit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Raumes besteht nicht sosehr in der Summe von qualitativen Werten als vielmehr in der Beziehung der einzelnen Elemente zueinander; jede Baumassnahme, die sich nicht priorit\u00e4r mit anderen Bezugspunkten in ihrer Umgebung auseinandersetzt, kann zum Bruch und zu einem Ungleichgewicht f\u00fchren; &#8211; tr\u00e4gt das Geb\u00e4ude nur der eigenen Funktion und Organisation Rechnung, kann es schwerlich in ein historisch gewachsenes Gesamtbild eingef\u00fcgt werden; &#8211; qualitativ hochwertige Bausubstanz und architektonische Eingriffe, die auch von der Bev\u00f6lkerung mitgetragen wurden, sind dann gegeben, wenn Neu mit Alt kreativ integriert wird; Beispiele, die Schule machen d\u00fcrften sind das ex GIL-Geb\u00e4ude, heute Sitz der Eurac in Bozen, einige Bahnh\u00f6fe der Vinschgerbahn, insbesondere die Bahn-Remise in Mals, oder der geplante Umbau des Brunecker Bahnhofs. Drastische urbanistische oder architektonische Eingriffe, oft auch finanziell sehr aufwendige Ma\u00dfnahmen, haben in den seltensten F\u00e4llen zu einer Aufwertung der Bausubstanz oder des engeren Lebensraumes gef\u00fchrt. Der umsichtige Umgang mit den Ressourcen und baulichen Gegebenheiten hat in einigen F\u00e4llen in der Vergangenheit vor Negativeffekten bewahrt. Nur nach z\u00e4hem Tauziehen ist es vor Jahren gelungen, die Talfer-Br\u00fccke zu retten und eine autobahn\u00e4hnliche Fluss\u00fcberquerung zu verhindern. Heute ist die Br\u00fccke ein kleines architektonisches Juwel. Das Kuratorium ruft daher dazu auf, die anstehenden Probleme im Mittelpunkt der politischen Diskussion mit einem kulturell- verantwortungsvollen Ansatz zu l\u00f6sen und Lebensr\u00e4ume im urbanen Gef\u00fcge zu schaffen, die Nachhaltigkeit und Wohlf\u00fchlqualit\u00e4t haben. Dies gilt f\u00fcr den Bozner Bahnhof, f\u00fcr das historische Kernensemble rund um den ehemaligen Schlagbaum am Brenner, den K\u00fcchelberg-Tunnel, das Hotel Bristol in Meran, das Trojer-Areal in Algund, das Athesia-Geb\u00e4ude in der Bozner Museumstrasse, die geplanten Wasserkraftwerke in der Gemeinde Franzensfeste und in Ratschings und jenseits jeder politischen Instrumentalisierung auch f\u00fcr die Pascoli-Schule in Bozen. Das Kuratorium appelliert nochmals daran, bei Eingriffen in die historische Bausubstanz mit gr\u00f6sster Vorsicht vorzugehen und wann immer m\u00f6glich Alt mit Neu kreativ zu integrieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Eingriffen in die historische Bausubstanz soll Alt mit Neu kreativ integriert werden. Bauliche Eingriffe, die unseren Lebensraum ver\u00e4ndern, sorgen immer h\u00e4ufiger f\u00fcr Schlagzeilen. 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