{"id":183666,"date":"2009-11-09T12:54:08","date_gmt":"2009-11-09T11:54:08","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2009\/11\/09\/pilotprojekt-bahnhof-klausen-vorgestellt\/"},"modified":"2009-11-09T12:54:08","modified_gmt":"2009-11-09T11:54:08","slug":"pilotprojekt-bahnhof-klausen-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2009\/11\/09\/pilotprojekt-bahnhof-klausen-vorgestellt\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt Bahnhof Klausen vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p>Das Piolotprojekt &#8222;&#8220;Revitalisierung Bahnhof Klausen&#8220;&#8220; ist fast zur G\u00e4nze umgesetzt. F\u00fcr die Freunde der Eisenbahn wurden die Arbeiten in einer Vorschau erl\u00e4utert.<br \/>Im Zuge der Bahnhofsbesichtigung, an der  eine Delegation der Freunde der Eisenbahn angef\u00fchrt von Pr\u00e4sident Walter Weiss sowie  der Klausner B\u00fcrgermeister  Scheidle, Gemeindereferent Gasser sowie Wittfrida Mitterer vom Kuratorium teilnahmen, wurde das Klausner Pilotprojekt ausdr\u00fccklich gelobt. Sinnvoll sei insbesondere die Verbindung von Alt mit Neu, die  teilweise Musealiserung  in Verbindung mit der Medienstation, die zeitaktuelle Informationen mit \u00f6ffentlichem Nutzungscharakter dem Fahrgast darbietet. <br \/>Die Projekt- und Baugeschichte der Lokalbahnen in Tirol und Welschtirol  gibt Einblick in ein ungew\u00f6hnlich interessantes Zeitbild. Wirtschaft, Politik und Kultur der ausklingenden Donaumonarchie pr\u00e4gen die Eisenbahn- und Fremdenverkehrsgeschichte  im alt\u00f6sterreichischen Tirol.  Das Tauziehen zwischen der Wiener und Tiroler Eisenbahnpolitik, der Konkurrenzkampf mit dem Fremdenverkehrsaufsteiger Schweiz, die nationale Konfliktsituation im mehrsprachigen Grenzland  des s\u00fcdlichen Tirols machen  die alt\u00f6sterreichische Eisenbahnlandschaft von Kufstein bis zum Gardasee  zu einem  heissen Pflaster,  das zu technischen Pionierleistungen angespornt hat.    In diesem Kontext wurde die 1867 Alpen querende Brenner-Bahn  mit einem Low-Budget gebaut. Sie ist jedoch gleichzeitig ein Gesamtkunstwerk ingenieurtechnischer Meisterleistungen. Zahlreiche Hochbauten nach Pl\u00e4nen von Wilhelm v. Flattich, darunter auch der Klausner Bahnhof,  zeugen heute noch von aussergew\u00f6hnlicher baulicher Qualit\u00e4t, essentieller architektonischer Eleganz sowie know how der zum Grossteil aus dem oberitalienischen Raum stammenden Bahnarbeiter. In wenigen Jahren Bauzeit wurde die gewundene Trassenf\u00fchrung \u00fcber die Passh\u00f6he des Brenners nach dem Projekt von Ingenieur Karl von Etzel verwirklicht. Die Technikjuwele aus der Stunde null sind heute dank ihrer Geschlossenheit ein historisches Erbe, das weltweit ein Unikat darstellt. Besonders die Bahnh\u00f6fe aus der alt\u00f6sterreichischen \u00c4ra der k.u.k.S\u00fcdbahn-Gesellschaft bilden ein in dieser Dichte einmaliges Ensemble. <br \/>Das Projekt Brennerbasistunnel verleiht dem Thema Brennerbahn und der trotz aller bisherigen Modernisierungen und Automatisierung noch weitgehend original erhaltenen Bahnhofs-Meile von 1867 eine absolut neue Dimension.<br \/>Aus einer gesamtheitlichen Betrachtung heraus macht es Sinn, die Zeugnisse der Technik und Architektur, die immer wichtiger f\u00fcr die Besonderheit einer Region und die Identifikation der Menschen mit ihrem Lebensraum sind, zu erhalten und im \u00f6ffentlichen Kontext aufzuwerten. Attraktive Bahnh\u00f6fe verbunden mit gutem Service tragen zu mehr Lebensqualit\u00e4t bei.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wurde der Bahnhof Klausen als Pilotprojekt jetzt neu konzipiert.  Der Bahnhof Klausen wurde vorerst im Innenbereich baulich saniert. Das Technikjuwel, das wie auch die \u00fcbrigen Hochbauten der Brennerbahn aus der alt\u00f6sterreichischen Monarchie (1867) die Handschrift des k.k.Architekten Wilhelm von Flattich tr\u00e4gt, wurde von \u201eAltlasten\u201c befreit und originalgetreu renoviert. <br \/>Die Grundidee st\u00fctzt sich darauf, die Identifikation des Bahnhofs mit einfachen Mitteln m\u00f6glichst kompakt zu erhalten und diesen dabei nicht seiner Zeugnisse der Alltagskultur zu berauben. <\/p>\n<p>Typische Elemente wie der aufgelassene Fahrkartenschalter und die  Gep\u00e4cksaufbewahrung, aber auch andere Erinnerungsst\u00fccke wie Fahrpl\u00e4ne oder  Stellwerke wurden durch Einziehen einer vandalensicheren Glaswand gesichert und zug\u00e4nglich gemacht.  Im Fahrgastraum biete eine Medienwand zeitaktuelle Informationen, die in Verbindung mit Kulturtips aus dem Gemeindegebiet besonders attraktiv ist.<br \/>Durchgef\u00fchrt wurde  die Renovierung der Innenr\u00e4ume des Bahnhofs Klausen.  Im Wartesaal wurde die in den 70er Jahren errichtete Fahrkartenausgabe abgebrochen und in den Originalzustand r\u00fcckgef\u00fchrt. Die verschiedenen Entwertungsautomaten sowie Automaten f\u00fcr die Fahrkartenausgabe  wurden versetzt und b\u00fcndig mit dem Wandverlauf  vandalensicher auf einer Wandtafel untergebracht. Anstelle der Fahrkartenausgabe wurde die \u00d6ffnung mit einer Glasschiebet\u00fcr abgeschlossen, die in den musealisierten Nebenraum (ehemals Fahrdienstleitung) Blickkontakt bietet. Bei F\u00fchrungen kann die Glasschiebet\u00fcr ge\u00f6ffnet werden.  Die bestehenden Terrazzo-B\u00f6den wurden erhalten, in den Ausstellungsr\u00e4umen wurde ein  neues  Lichtsystem angebracht,  W\u00e4nde und Decken entsprechend den Ergebnissen der Farbuntersuchungen neu gestrichen. Fenster und T\u00fcren wurden im Bestand, nur wo notwendig, funktionsgem\u00e4ss  ausgebessert.  Die Heizungs- und Elektroinstallationen wurden an den heutigen Standard angepasst.  Die bestehenden Einrichtungsgegenst\u00e4nde (B\u00e4nke, Tische, ecc.)  wurden renoviert und nutzergerecht wieder verwendet. <br \/>Durch diese pfleglichen Sanierungsmassnahmen  konnte ein ruhiges Ambiente mit geordnetem Erscheinungsbild geschaffen werden, das auch f\u00fcr andere Bahnh\u00f6fe Beispielcharakter hat.<br \/>Die Arbeiten, die vom Land finanziert wurden, sind vom Kuratorium f\u00fcr Technische Kulturg\u00fcter in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Klausen koordiniert und abgewickelt worden.<br \/>In enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt wurden f\u00fcr die Renovierungsarbeiten die detaillierten stratigrafischen Farbuntersuchungen der verschienen Holzkonstruktionen genutzt, die bereits am Bahnhof von Waidbruck wichtige Erfahrungswerte gebracht haben und in der Farbauswahl besondere Ber\u00fccksichtigung fanden.  Freigelegt wurde im Deckenbereich auch ein  Fresko-Ausschnitt , der dekorative Seerosenmotive zeigt und auf die Gr\u00fcnderzeit (1867) zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Ausstellung Gr\u00f6dnerbahn<\/p>\n<p>Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg hereinbricht und die alte Gr\u00f6dnerstra\u00dfe nicht geeignet war, den Nachschub f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Truppen an die Dolomitenfront sicherzustellen, beschloss die k.k. Heeresleitung kurzfristig den Bau der Jahre zuvor projektierten Schmalspurbahn ins Gr\u00f6dental und trieb 1915 fieberhaft den Bau dieser Strecke voran. In einer Rekordzeit von nur 4,5 Monaten konnte die 31 km lange Strecke unter Einsatz  russischer Kriegsgefangener provisorisch fertig gestellt werden. Die offizielle Er\u00f6ffnung der dampfbetriebenen 760-mm-Schmalspurbahn erfolgte am 6. Februar 1916.<br \/>\u201eDie Fortsetzung der Bahn auf dem linken Eisackufer bis Klausen ist nicht weniger einfach als die Strecke von Brixen bis zur Br\u00fccke. Unter den meist schon vollendeten Bauten sind zu erw\u00e4hnen: eine schiefe, 30 Fu\u00df weite eiserne Br\u00fccke f\u00fcr den Affersbach, ein 15 Fu\u00df breiter gew\u00f6lbter Aqu\u00e4dukt f\u00fcr den Schneckenbach, eine 34 Fu\u00df weite eiserne Br\u00fccke f\u00fcr den Villn\u00f6serbach, ein 34 Fu\u00df weiter Durchla\u00df f\u00fcr den Zickerbach und eine 18 Fu\u00df weite gew\u00f6lbte Durchfahrt zum Schlo\u00df-Anger. Gr\u00f6\u00dfere Felsabsprengungen und Korrektionen des Eisacks kommen am Todtenkofel, bei den montan\u00e4rarischen Holzrechen bei Glarz, in der &#8218;Klamm&#8216; und bei Schlo\u00df Anger vor. Der Stationsplatz f\u00fcr Klausen liegt wenig oberhalb der Stadt. \u00dcber den L\u00f6chelbach ist neben der Br\u00fccke f\u00fcr die Bahn auch eine neue Stra\u00dfenbr\u00fccke erbaut, der Verkehr mit Griesbruck wird durch einen Nieveau\u00fcbergang hergestellt\u201c, berichtet der \u201eBote f\u00fcr Tirol und Vorarlberg\u201c am 18. Juni 1866.<br \/>1960 wurde die Gr\u00f6dnerbahn eingestellt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Piolotprojekt &#8222;&#8220;Revitalisierung Bahnhof Klausen&#8220;&#8220; ist fast zur G\u00e4nze umgesetzt. 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