{"id":183670,"date":"2010-03-08T20:40:51","date_gmt":"2010-03-08T19:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/kuratorium.local\/2010\/03\/08\/einweihung-pilotmodell-bahnhof-klausen-18-3-2010\/"},"modified":"2010-03-08T20:40:51","modified_gmt":"2010-03-08T19:40:51","slug":"einweihung-pilotmodell-bahnhof-klausen-18-3-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/curatorium.it\/it\/2010\/03\/08\/einweihung-pilotmodell-bahnhof-klausen-18-3-2010\/","title":{"rendered":"Einweihung Pilotmodell Bahnhof Klausen 18.3.2010"},"content":{"rendered":"<p>Nach mehrj\u00e4hriger Arbeit am Projekt laden wir jetzt ein zur  Einweihung des restaurierten Bahnhofs Klausen. Highlight ist das grosse Bahnquiz, im Brennpunkt die  Gr\u00f6dner Bahn, die vor 50 Jahren ihren Betrieb eingestellt hat.  Zu gewinnen gibt es Wertkarten der S\u00fcdtiroler  Verkehrsbetriebe. Musikalischer Auftakt: Wiener Schrammelmusik als Hommage an die Fr\u00fchzeit der Brennerbahn in der k.k. Monarchie. Die Brennerbahn, die 1867 erstmals die Alpen querte, wurde mit einem Low-Budget gebaut, ist jedoch gleichzeitig ein Gesamtkunstwerk ingenieurtechnischer Meisterleistungen. Zahlreiche Hochbauten nach Pl\u00e4nen von Wilhelm v. Flattich zeugen heute noch von aussergew\u00f6hnlicher baulicher Qualit\u00e4t, essentieller architektonischer Eleganz sowie vom Einsatz und know how der zum Grossteil aus dem oberitalienischen Raum stammenden  Bahnarbeiter. Die Technikjuwele aus der Stunde null sind heute dank ihrer Geschlossenheit ein historisches Erbe, das weltweit ein Unikat darstellt. <br \/>Einer dieser Hochbauten ist der Bahnhof Klausen. Das Klausner Bahnhofsgeb\u00e4ude wurde, wie die meisten Bahnh\u00f6fe an der Brennerstrecke, aus Grasssteiner Granit gemauert. F\u00fcr das fl\u00e4chige Mauerwerk wurden Granitsteine in hellerer T\u00f6nung verwendet, f\u00fcr die fiktiven Fensterb\u00f6gen, Sockel, Fenster- und T\u00fcrumrahmungen hingegen Porphyr. Die befensterten Giebelw\u00e4nde unter dem weit vorspringenden Dach sind in sorgf\u00e4ltig detailliertem Holzwerk ausgef\u00fchrt. Die bauf\u00e4llige Lokremise mit der ehemaligen Werkst\u00e4tte, der Wasserstation und den Aufenthaltsr\u00e4umen der Gr\u00f6dnerbahn (1916) ist heute Restbestand. Charakteristisch f\u00fcr die Bauten ist das an galizische Bahnh\u00f6fe erinnernde geschwungene Metall-Dach. Durch den Bau des neuen Fernheizwerks  auf dem Gel\u00e4nde zwischen Lokomotivenremise und Bogenviadukt der aufgelassenen Gr\u00f6dnerbahn und Bahnhof Klausen wurde das Technikensemble leider auseinander gerissen. Es steht im Blickkontakt mit dem Kloster S\u00e4ben. <br \/>Nachdem Italien an der Seite der Alliierten in den Ersten Weltkrieg eingetreten war, wurde wegen der Dolomitenfront der schon lange geplante Bau einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn (760 mm) ins Gr\u00f6dnertal umgehend in Angriff genommen. \u00dcber 6.000 russische Gefangene bauten die Gr\u00f6dnerbahn in der Rekordzeit von knapp 5 Monaten. Die im Februar 1916 fertig gestellte Strecke zwischen Klausen und Plan (\u00f6stlich von Wolkenstein) blieb bis Mai 1960 in Betrieb. <br \/>Der Bahnhof Klausen samt Remise und Viadukt der Gr\u00f6dnerbahn ist ein architektonisches Kleinod mit alt\u00f6sterreichischem Bahnhofsflair. <br \/>Die anbrechende \u00c4ra der unbemannten Bahnh\u00f6fe, die technische Automatisierung mit Stillegung von Fahrdienstleitung, Fahrkartenschalter und weiteren Dienstleistungen hat auch am Klausner Bahnhof neue Fakten geschaffen. Au\u00dfer den R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr technische Apparaturen der Bahn stehen s\u00e4mtliche R\u00e4ume des Erdgeschosses im Bahnhof  f\u00fcr ein Revitalisierungsmodell zur Verf\u00fcgung, das vom Kuratorium f\u00fcr technische Kulturg\u00fcter gemeinsam mit Studenten der Universit\u00e4t Innsbruck ausgearbeitet wurde. Die Grundidee des Revitalisierungskonzepts ist es, die Identifikation des Bahnhofs mit einfachen Mitteln m\u00f6glichst kompakt zu erhalten und ihn dabei nicht seiner Zeugnisse der Alltagskultur zu berauben sondern damit aufzuwerten. <br \/>Typische Elemente wie Fahrkartenschalter, Gep\u00e4cksaufbewahrung, Fahrdienstleitung, Glockensignal, Weichenschl\u00fcssel, Erinnerungsst\u00fccke z.B. Fahrpl\u00e4ne, Zeichnungen und Skizzen aus der Bauphase, mit Hinweis auch auf die historische Gr\u00f6dnerbahn werden hinter eingezogenen vandalensicheren Glasw\u00e4nden dargeboten und sorgen f\u00fcr alt\u00f6sterreichisches Bahnhofsflair. Erfreulich ist die einstweilige Sicherstellung der ausgedienten Weichenanlage, Stellwerk, elektrischer Schaltanlagen ecc., die den k\u00fcnftigen Schaubereich in den weiterhin \u00f6ffentlichen Fahrgastr\u00e4umen und im Au\u00dfenbereich markant mitgestalten . <br \/>Auf interaktiven, vernetzten Projektionsfl\u00e4chen werden Informationen von \u00f6ffentlichem Interesse, wie Wetterbildkamera, Temperaturen, Verkehrsinfos, Pollenwarndienst, Kurznachrichten in deutscher und italienischer Sprache, lokale Ereignisse und Kulturveranstaltungen sowie Kurzfilme \u201eDrehmomente\u201c \u00fcber technische Meilensteine in S\u00fcdtirol gezeigt. Geplant sind auch Video-Installationen mit starkem zeitgeschichtlichem Bezug, die in Zusammenarbeit mit Klausner Lokalhistorikern erarbeitet werden. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich der ehemalige Relais-Raum, der als Ambiente mit Mehrzweckcharakter genutzt werden kann. <br \/>Der im Vorfeld des Bahnhofs bereits vorbildlich restaurierte Gasthof Krone aus der Zeit des k.u.k.-Bahnbaues sowie die Platanenallee \u2013 die B\u00e4ume wurden vor 150 Jahren gepflanzt- schlie\u00dfen das Ensemble. <br \/>Alt wird mit Neu verbunden. Die bauliche Ausstrahlung der Bahnh\u00f6fe wird damit erhalten. Sie sollen als Monumente der Technik und Kleindenkm\u00e4ler im neuen gesellschaftlichen Kontext des Verkehrs- und Kommunikationszentrums \u201eBahnhof\u201c verst\u00e4ndlich und attraktiv gemacht werden. Das Geb\u00e4ude soll Ort der Begegnung und Treffpunkt f\u00fcr die Klausner Bev\u00f6lkerung werden. <br \/>Als Teil der S\u00fcdtiroler Technikmeile, welche \u00fcber das landesweite Radnetz eine Vielzahl von technischen Kulturdenkm\u00e4lern verbindet und erlebbar macht, wird der Klausner Bahn<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach mehrj\u00e4hriger Arbeit am Projekt laden wir jetzt ein zur Einweihung des restaurierten Bahnhofs Klausen. Highlight ist das grosse Bahnquiz, im Brennpunkt die Gr\u00f6dner Bahn, die vor 50 Jahren ihren Betrieb eingestellt hat. Zu gewinnen gibt es Wertkarten der S\u00fcdtiroler Verkehrsbetriebe. Musikalischer Auftakt: Wiener Schrammelmusik als Hommage an die Fr\u00fchzeit der Brennerbahn in der k.k. 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