Megawatt & Widerstand Die Ära der Grosskraftwerke in Südtirol

Ausstellung historischer Fotodokumente der Fotografenfamilie Pedrotti im Enel-Kraftwerk „“Carlo Cicogna?, der Technik-Kathedrale in Kardaun Einmalige Fotodokumente aus der Gründer-Ära der Grosskraftwerke in Südtirol sind erstmals in einer Ausstellung öffentlich zugänglich. Ab Donnerstag 16. 12. 04 können bis Anfang März Ausstellung und Kraftwerk besucht werden. Das Enel-Kraftwerk in Kardaun beherrscht mit seinen mächtigen Druckleitungen das Landschaftsbild im Norden von Bozen. Als grösstes Kraftwerk Europas wurde es 1929 stolz präsentiert. Ein weiteres Primat der Kardauner Technik-Kathedrale war der Stromtransport über die erste 220 Kv-Hochspannungsleitung, technisches Know-How, das dann in weiteren italienischen Grosskraftwerksbauten umgesetzt wurde. Die Erstellung des Projekts war von einem komplexen und langen Werdegang gekennzeichnet, die Anfänge reichen in die altösterreichische Zeit, das Ausführungsprojekt ist faschistischen Ursprungs. Ein erster weitgehend unbekannter Entwurf für das Krafthaus stammt von Prof. Clemens Holzmeister, u.a. Erbauer des Salzburger Fest-spielhauses und wird in der Wiener Albertina verwahrt. Als Pionier der Industriefotografie haben Enrico Pedrotti und seine Brüder die staatlichen Gross-erschliessungen über Jahrzehnte hinweg festgehalten und somit den Grundstein für wertvollste Archivbestände gelegt, die jetzt auch erstmals in dieser Ausstellung in Grossformat ein neues Seherlebnis bieten. Der 16. Dezember, Tag der Ausstellungseröffnung, ist der Tag, an dem 1931 die technische Abnahme des Werks erfolgte. Die Vernissage bietet neben dem Erlebnis Kraftwerk auch musikalische und kulinarische Highlights: „“Connected““ heisst das neue Stück, das in der Maschinenhalle vom Tanzensemble Veronika Riz dargeboten wird. Dazu spielt das Music Modern Brass, rund um Hansi Finatzer. Ausschnitte aus dem neuen Raifilm „“ Das Eisack-Kraftwerk Kardaun““ und ein 300 Seiten starker, zweisprachiger Katalog runden das Programm ab. Am Beispiel dieses Kraftwerks werden der bewegte Zeithintergrund sowie kulturelle und archichtekturhistorische Bezüge beleuchtet. Für die Öffnung der Archivbestände ergeht ein Dank an: Enel spa, Edison, Autonome Provinz Bozen, Foto Pedrotti, Walter Heilit GmbH München. Ausstellungsort erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Linie 1, Halt Enel-Kraftwerk Kardaun oder mit einem Shuttle , der vom Waltherplatz in Bozen im 30 Minuten-Takt zum Kraftwerk und wieder zurück pendelt.