„Mondsüchtig“ Max Valier als Pionier der Flüssigkeitsrakte. Zu sehen heute, Samstag 16. Juni 07 nach der Tagesschau im Sender Bozen um 20.20 ausgestrahlt und in der Wiederholung am Montag 18. Juni 07 um 22.00 Uhr
Der Mond und die Sterne faszinierten ihn seit seiner Schulzeit im humanistischen Gymnasium in Bozen. Max Valier,geboren 1895 in Bozen, veröffentlichte schon als Schüler Zeitungsberichte zu astronomischen Themen. Den ersten Weltkrieg beendete er bei der Luftwaffe und war bereits damals fest davon überzeugt,dass „der Vorstoss in den Weltenraum“ nur mit Raketen möglich war: In München verwendete er in den 20er Jahren zunächst Pulver- dann Flüssigraketen als Rückstoss-Antrieb für Bodenfahrzeuge. Bei der Erprobung eines neuen flüssigen Treibstoffs auf Kerosin-Basis kam es 1930 zu einer tödlichen Explosion. Im deutschen Museum in München wird er mit einer eigenen Ausstellung als Pionier der Flüssigkeitsraketen gewürdigt. Am Mond wurde inzwischen ein Krater nach ihm benannt. Strassen tragen seinen Namen und eine Schule wurde nach ihm benannt. Max Valier, Pionier der Raumfahrt, wird am 9.2. 1895 im Wachtlerhaus am Bozner Pfarrplatz, heute Sitz der Südtirol Marketing Gesellschaft, geboren. Sein Lebenstraum war der Bau einer Rakete, um die Menschen ins Weltall zu bringen. Er blieb diesem Traum 35 Jahre lang treu und entwickelte nach dem Studium trotz großer finanzieller Schwierigkeiten seine Idee weiter. Um 1910 besucht Valier die Franziskanerschule in Bozen. Der Physikunterricht beflügelt ihn, das Teleskop im Dachboden des Großvaters ist während seiner astronomischen Studien sein nächtlicher Begleiter. In der Freizeit arbeitet er beim Feinmechaniker Gugler, wo er handwerkliches Können erwirbt, um seine Instrumente und Modelle selbst zu bauen. Von seinen Studienkollegen „Troubadour der Sterne“ genannt, ist Valier davon überzeugt, dass die „Raketen der Weg zu den Sternen sind“. Valier ist am 17. Mai 1930 in Berlin bei der Explosion seines Raketenwagens tödlich verunglückt. Ein Metallsplitter der explodierenden Brennkammer trifft seine Lungenschlagader. Er wird in Berlin beigesetzt, wo er ein Ehrengrab der Stadt erhält.. Max Valier gilt als einer der Ersten in Europa, der Raketenmotoren mit flüssigen Treibstoffen testete. Mit dem Start des ersten Raketenflugversuchs (11. Juni 1928), dem Bau eines Raketenschienenwagens, Raketenautos und eines Raketenschlittens konnte er seine Theorie vom Rückstoßprinzip beweisen. Der Rückstoß von Gasen gibt Anschubkraft. Valiers Hauptverdienst sind die Arbeit an den Raketenaggregaten und die Errechnung von Schub und Leistung unter verschiedenen geometrischen Konfigurationen. Heute sind kleine Raketendüsen als „Valiers“ bekannt, z.B. auf den sowjetischen Raketen; ihre Aufgabe ist die Flugkontrolle. Valiers Arbeit bildet so die theoretische Grundlage für die heutigen Anwendungen. Nach Valier ist auch ein Krater auf dem Mond benannt. Die 8. Folge der Serie Drehmomente – Meilensteine der Technik längs der Südtiroler Radwege, wird morgen, Samstag 9. Juni 07 nach der Tagesschau im Sender Bozen um 20.20 ausgestrahlt und in der Wiederholung am Montag 11. Juni 07 um 22.00 Uhr