Die Bahnlandschaft Bozen Innsbruck war am Montag in Innsbruck Thema einer Ausstellung samt Präsentation des umfangreichen Katalogs. Vor zahlreichem Publikum haben Ausstellungsmacher und Autoren einen Einblick in die Arbeiten geliefert, die bereits seit Oktober 2006 vom Kuratorium für Technische Kulturgüter in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baugeschichte der Universität Innsbruck auf den Weg gebracht wurden.
Gestreift wurde während der Präsentation, bei der Ausschnitte des neuen Kuratoriumsstreifes ?Die Brennerbahn? gezeigt wurden, Abschnitte der Baugeschichte der Bahn, die Veränderungen im Fremdenverkehr, die architektonische Qualität der Bahnhofsmeile, die politischen Entscheidungen sowie die Zukunftsaussichten Dank des angebahnten infrastrukturellen Wandels. Statements dazu lieferten Meinrad Pizzinini, Zeughaus Innsbruck, Hubert Held, Historiker, Rainer Graefe und Horst Hambrusch, Uni Innsbruck, Witti Mitterer, Kuratorium sowie Robert Possenig, ÖBB-Bahnhofsmanagement Innsbruck.
Die Ausstellung ?Weichen und Wahrzeichen, Bahnlandschaft Bozen Innsbruck? ist an mehreren Szenarien zu sehen: Im Adambräu in Innsbruck wird bis 31.12.07 die Bahnhofsmeile anhand einer Bautendokumentation aller historischen Bahnhöfe entlang der Brennerlinie angeboten, und ergänzt durch eine reiche Bebilderung mit Fotos von Walter Niedermayr und Christof Lackner. In den Foyers der Bahnhöfe Bozen und Innsbruck sowie in den Zügen der historischen Region Tirol werden bis Ende Jänner 2008 Bilder von Walter Niedermayr und Christoph Lackner gezeigt.
In den Zügen zwischen Innsbruck und Bozen halten rund 400 ausgewählte, exklusive Fotodokumente im A-3-Format des international bekannten Fotografen Walter Niedermayr die Hochbauten längs der Südtiroler Bahnstrecke zwischen 1991 und 1994 fest. Der Nordtiroler Abschnitt wurde erst jetzt vom Innsbrucker Architektur-Fotografen Christof Lackner dokumentiert. Als weiterer Kristallisationspunkt des Ausstellungsgeschehens wird in den Bahnhöfen von Innsbruck und Bozen die Bilddokumentation in Digitalversion auf Großbildschirm, mit einem eigens komponierten Soundtrack gezeigt. Thema ist die Klanglandschaft Zug.
Die Ausstellung im Adambräu will das Bewusstsein für das Technikjuwel ?Bahnhofsmeile? stärken. Die historischen Bahnhöfe der Brennerbahn aus der altösterreichischen Ära bilden ein in dieser Geschlossenheit einmaliges Ensemble, das weltweit ein Unikat darstellt. Angesichts des Strukturwandels der Bahn sind einschneidende Veränderungen und Entscheidungen von größter Tragweite zu erwarten. Das Großprojekt Brennerbasistunnel und die Automatisierung der Strecke haben der Frage nach pfleglicher Erhaltung und Umnutzung der historischen Bahnhofsarchitektur neue Brisanz verliehen.
Aus einer gesamtheitlichen Betrachtung heraus macht es Sinn, die Zeugnisse der Technik und Architektur, die immer wichtiger für die Besonderheit einer Region und Identifikation der Menschen mit ihrem Lebensraum sind, zu erhalten und im öffentlichen Kontext aufzuwerten. Attraktive Bahnhöfe verbunden mit gutem Service tragen zu mehr Lebensqualität bei. Die Bahnhöfe sollen zu vitalen Brennpunkten im urbanen Kontext werden.
Ausstellungsgestaltung: Ugo Sasso, Horst Hambrusch mit Team
Fotos: Christof Lackner, Walter Niedermayr
Recherchen: Christoph Hölz, Florian Niedworok, Bruno Stefani
Repro: Aldo Cuccia, Josef Pernter
Idee und Konzept: Wittfrida Mitterer, Horst Hambrusch
Wachting-Road in fahrenden Zügen der historischen Region Tirol
09.11.2007 / 31.01.2008
Slide-Show in den Bahnhöfen Bozen und Innsbruck
9.11.2007 / 31.01.2008
Ausstellung Bautendokumentation,
Archiv für Baukunst im Adambräu.
Lois Welzenbacher Platz 1
12.11.2007 / 31.12.2007
www.technikmuseum.it
www.archiv_baukunst.uibk.ac.at