Über 900 MuseumsbummlerInnen haben sich anlässlich der ?Experimenta 2008? in die Technikkathedrale von Kardaun gedrängt, die natürlich zum Anlass festlich herausgeputzt war. Vor dem Hintergrund von Generatoren, Drehzahlreglern, Schauturbinen im Blickkontakt mit den riesigen Druckrohrleitungen, die das Enel-Kraftwerk ?Carlo Cicogna? mit Eisackwasser speisen, haben erstmals in dieser Dimension Jugendliche an Experimentiertischen Technik live zum Anfassen geboten.
An elf Versuchsstationen längs eines innovativen Didaktiklehrpfads wurde anhand von spannenden Experimenten Hintergrundwissen rund um die physikalischen Phänomene des elektrischen Stroms vermittelt. Die Infos aus erster Hand wurden erstmals von Schülern der Geometerschule Peter Anich und der Gewerbeoberschule Galileo Galilei in Begleitung ihrer Tutoren fach- und sprachübergreifend so anschaulich dargeboten, dass zahlreiche Experimente oft vor dem selben jungen begeisterten Publikum mehrmals wiederholt werden mussten.
Die Versuche boten Technik pur im Tiefgang: anschaulich und nachvollziehbar wurden auch komplizierte Zusammenhänge aufgezeigt, die Einsichten boten in die uns umgebende Natur und die die Jugendlichen zum Staunen und Nachdenken angeregt haben. Spontan geweckt wurde vor allem durch das interaktive Mittun Neugier und Forschernatur.
Absolutes Gedränge herrschte am Nachmittag rund um die Experimentiertische, bei denen der Würstel-Test zwischen Minus- und Pluspol, das Senden und Empfangen von Radiowellen oder die Entladungsblitze aus dem Bandgenerator gezeigt wurden. An einer weiteren stark besuchten Versuchsstation wurde mit echten Bernsteinen die elektrostatische Aufladung vorgeführt.
Ziel der Kuratoriums-Initiative, die sich im Rahmen der Langen Nacht der Museen abgewickelt hatte, ist es ?so Energie-Landesrat Michl Laimer, den Technikschauplatz des mit 700 Giga kWh Jahresleistung grössten Südtiroler Kraftwerks zu öffnen und somit das Bewusstsein für die Schätze der Technik im Lande zu vertiefen und den Ablauf technischer Vorgänge nachvollziehbar zu gestalten. ?Technik bestimmt unser Leben. Wir sind ja täglich von einer Vielzahl von technischen Geräten umgeben, die wir ganz selbstverständlich benutzen- zumeist ohne zu wissen wie sie funktionieren oder aber uns erst bestenfalls beim nächsten Stromausfall darauf zu besinnen. Dabei setzt die Technik höchst raffinierte Naturgesetze ein, um den Alltag zu erleichtern und um frei nach dem Motto ? Die Sklaven aus der Steckdose? die menschliche Arbeit effizienter zu gestalten?.
Für musikalische Abwechslung gesorgt hat das Trio Infernal mit Elmar Streitberger und Co.
Das Kuratorium für technische Kulturgüter, Enel und Oberschulen haben sich gemeinsam mit allen Anwesenden über den grossen Erfolg besonders gefreut.