DenkMal Kraftwerk – Sehstation

Mit einem Musik-Event wird das Schaukraftwerk an der alten Eggentalerstrasse in Kardaun am 6.10.2009 mit Beginn 20.00 Uhr eingeweiht. Am 6. Oktober 2009 ist das Etschwerke-Kraftwerk „Bozen“ am Eingang der wildromantischen Eggentaler Schlucht Schauplatz einer Initiative der besonderen Art.
Das renovierte Technikjuwel wird als Highlight der landesweiten Technikmeile feierlich seiner Bestimmung übergeben.
Ein Fest des Hörens und Sehens geht über die Bühne, organisiert vom Kuratorium für technische Kulturgüter in Zusammenarbeit mit den Etschwerken und der Rai Bozen.
Wurden anlässlich des Musikevents „Die Nacht der Soprane“ vor den Sanierungsarbeiten im Kraftwerk die ausgemusterten Turbinen 2003 verabschiedet, wird jetzt das über 100 Jahre alte DenkMal Kraftwerk wieder in Szene gesetzt. Begrüsst wird ein Zeitabschnitt, in dem die heute hocheffiziente Strom produzierende Anlage mittels der Sehstation die kulturhistorischen Informationen, technische Daten, die Raum-Qualitäten, die Atmosphäre, Wissenswertes über den Ort und Meinungen von Zeitzeugen prägnant thematisiert. Die Sopransängerin Manuela Demetz wird sich begleitet von der Bürgerkapelle Wolkenstein, mit den Urthemen von Wasser, Energie und Licht auseinandersetzen.
Die Sängerin sitzt in der eingehausten ausgemusterten Turbineninstallation, der Klang ihrer Stimme wird mittels Beschallung des Talkessels zum Hörerlebnis der Superlative..
Die natürliche Akustik im Talschluss der Eggentaler Schlucht lässt sphärische Klänge im Zusammenspiel von Stimme und Musik entstehen. Der besondere Touch wird durch die Lichtinstallation garantiert, die dem Technikensemble Fernwirkung verleiht.
Auf die Bedeutung der Technikkultur in Südtirol verweisen in kurzen Statements: Landeshauptmann Luis Durnwalder, aus Chefetage der Etschwerke Siegfried Tutzer und Pietro Calò, Bozens Bürgermeister Luigi Spagnolli, Univ.Prof. Rainer Graefe aus Innsbruck und Witti Mitterer vom Kuratorium für technische Kulturgüter.
Moderation Gerd Staffler / Paolo Mazzucato
Den kulinarische Rahmen betreut Karlheinz Steiner, Reschen

Das Technik-Juwel DenkMal Kraftwerk präsentiert sich in seinem natürlich gewachsenen Umfeld und wird mittels innovativer Inszenierung und Information dem Publikum als Ort der Entdeckung und Auseinandersetzung nahe gebracht.

Technik erfahren
Technische Kulturdenkmäler und Objekte bergen eine Fülle von kulturhistorischen Informationen. Das Projekt „Technikmeile“ soll im Land verstreute technische Kulturdenkmäler für die Bevölkerung erschließen und begreifbar machen: Der Steg im Kraftwerk in Kardaun führt von der im Freien eingehausten Turbine durch ein Stichbogenfenster in die Maschinenhalle und bietet Einblick ins Innere der Anlage. Das Kraftwerk ist einer der insgesamt 20 ausgewählte Reality-Schauplätze, die als lohnende Ausflugsziele erschlossen werden.
Gesamtkonzept: Kuratorium für technische Kulturgüter
Projektleitung und Idee: Wittfrida Mitterer
Architektur: Markus Scherer, Mario Hägele, Dieter Bartenbach
Leitsystem: Universität Bozen, Fakultät für Design und Künste, Christian Upmeier Bauherren: Etschwerke Azienda energetica

Eckdaten
Das Kraftwerk am Eingang der Eggentaler Schlucht ist der älteste Kraftwerksbau im Bozner Raum, der im Auftrag der Gemeinde Zwölfmalgrein in einjähriger Bauzeit 1901 fertig gestellt wurde. Der Kraftwerksbau markiert die typische Industriearchitektur der Jahrhundertwende.
Der Werkhallenstil des Kraftwerks und seine Strukturen aus Porphyr-Quadern vermitteln den Charme am Beginn des elektrischen Zeitalters und setzen gleichzeitig mit dem heute hoch effizienten Maschinenpark neue Akzente des modernen Fortschritts. Bei Zusammenlegung der Gemeinden Zwölfmalgrein und Bozen ist das Kraftwerk, das ab 1910 auch Gries belieferte, auf die Etschwerke übergegangen. Die Produktion beträgt an die 20 Millionen kW/h pro Jahr. Vergleichsweise wird damit eine Gemeinde mit 8.000 Einwohnern mit Strom versorgt. Zur Anlage gehört der Stausee (Fassungsvermögen über 100.000 m³) im Eggental. Das Wasser fliesst von dort in einem zwei km langen Stollen durch eine Druckrohrleitung im Berg zum Kraftwerk. Technische Ausstattung: die Pelton-Turbinen aus der Zwischenkriegszeit (1931) wurden im Zuge umfassender Umstrukturierungsarbeiten 2005 ersetzt, die 100 Jahre alte Druckleitung wurde ausgetauscht. Eine moderne Steuer- und Regelungselektronik garantiert beste Effizienz.