Grenze [Brenner] Pass

In der neuen Rosenberger-Raststation auf der Nordtiroler Seite der Brenner-Autobahn ist seit Juni 2011 die Dauerausstellung Grenze [Brenner] Pass zu sehen. Ein Novum in Autobahnraststätten. Wo der Reisende in erster Linie Ruhe und Erfrischung sucht, findet er nun auch Information über den Ort. Das ist nicht selbstverständlich, aber es leuchtet ein: Denn der Brenner ist kein x-beliebiger Ort. An der Stelle der ehemaligen Zollabfertigung zwischen Österreich und Italien will die Ausstellung an die Rolle des Brenners als trennende Grenze und verbindende Passstraße erinnern. Die Präsentation im Obergeschoss der Raststätte bietet Vertrautes und Vergessenes, Ernstes und Heiteres.
Die vom Kuratorium für technische Kulturgüter in Südtirol und dem Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck erarbeitete Präsentation ermöglicht es erstmals, die besondere politische, wirtschafts- und kulturhistorische Bedeutung dieses Orts am Originalschauplatz zu erfahren.
Bekannt ist der Brenner nicht nur als der meist befahrene Alpenpass, sondern auch als eine der vormals schwierigsten Grenzen Europas. Großformatige Farbbildaufnahmen führen auch dem eiligen Gast das bemerkenswerte Bautenensemble rund um den ehemaligen Schlagbaum vor Augen und rufen ein Stück europäischer Geschichte in Erinnerung. Wer etwas länger verweilt, erfährt in erläuternden Texten und zahlreichen Illustrationen mehr über die Hintergründen der so genannten Schicksalsgrenze von 1918 und den rasanten Veränderungsprozess des Grenzortes bis zur Aufhebung der Kontrollen durch das Schengener Abkommen von 1998. An acht thematisch geordneten Informationstischen werden unterschiedliche Aspekte anschaulich illustriert: von der Käfer-Lawine der 50er Jahre bis zur Römerstraße, vom Hitler-Mussolini-Treffen bis zum legendären Brennermarkt, von Goethes Italienischer Reise bis zur Autonomie Südtirols. Die Bilder und Dokumente bieten nicht zuletzt Einblick in eine Alltagskultur zwischen Nord- und Südtirol jenseits der Normalität.
In der neuen Rosenberger-Raststation werden so Gegenwart und Vergangenheit kreativ vernetzt und die besondere Geschichte des Brenners visualisiert. Reisende erhalten Einblick in die Zeitzeugnisse einer Grenze, die heute keine mehr ist.