35. Bahnhof Goldrain-Martell

35. Bahnhof Goldrain-Martell

Latsch
1906
Der Bahnhof Goldrain bedient nicht nur die Ortschaften Goldrain und Vezzan, sondern ist auch das Eingangstor zum Martelltal

Der Bahnhof Goldrain-Martell bedient nicht nur die Ortschaften Goldrain und Vezzan, sondern ist auch das Eingangstor ins Martelltal. Die Vinschger Bahn mit ihren charakteristischen Bahnhöfen ist nicht nur ein bedeutender Teil der regionalen Verkehrsgeschichte, sondern auch ein prägendes Element für die Identität der Talbewohner.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Goldrain
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1903
Inbetriebnahme: 01.07.1906
AuftraggeberIn: Vinschgauer Bahn AG (konstituiert aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Projektant/Erfinder: Bauausführung durch das Wiener Lokalbahnamt. Entwurf Hochbauten unter der Leitung von Baurat Konstantin Ritter von Chabert

Vom Bahnhof Latsch zum Bahnhof Goldrain-Martell sind es 2,891 km. Der Bahnhof wurde außerhalb der nur locker besiedelten Gemeinden Goldrain und Vetzan angelegt – dennoch sind es nur 10 min zu Fuß dorthin. Der Eingangsort zum Martelltal ist dagegen ca. 1,5 km entfernt.
Der Bautyp in Goldrain gleicht den Bahnhöfen in Algund, Naturns und Kastelbell. Auf T-förmigem Grundriss sind die Warte- und Schalterräume im erdgeschossigen Seitenflügel unter einem Satteldach untergebracht. Der Zugang erfolgte an der Giebelseite vorbei gleisseitig unter einer hölzernen Loggia mit flachem Satteldach. Der breitere Querteil unter einem Krüppelwalmdach diente einer Wohnung für den Bahnwärter mit Zugang von der Straßenseite und ist unterkellert. Von dort aus erreicht man über eine steile Treppe das nicht ausgebaute aber mit Giebelfenstern versehene Dachgeschoss. Das Gebäude wurde aus verputztem Mauerwerk errichtet, mit flachen Eckrisaliten, Lisenen und Fenster- u. Türgewänden mit Gesimsabschluss. Besonders sorgfältig sind alle sichtbaren Holzteile der Dachkonstruktion und der Loggia detailliert. Ein freistehendes, gemauertes und verputztes Toilettenhäuschen ergänzte das Aufnahmsgebäude.
Im Westen vom Aufnahmsgebäude wurde auf einem Natursteinsockel eine fünfachsige Holzkonstruktion unter langgestrecktem Satteldach für das Lagergebäude errichtet. Drei Achsen dienten als offene, überdeckte Lagerfläche, zwei Achsen wurden mit senkrechter Holzschalung geschlossen und erhielten drei zweiflügelige Tore.

Zwischen Goldrain und Holzbrugg wurden nach Übernahme der Vinschgauerbahn durch die FS in den 20er Jahren des 20. Jhts. ein weiteres Bahnwärterwohnhaus mit kleinem Stellwerkhäuschen im schmucklosen Stil der Gebäude der Haltepunkte von Plaus und Tschars errichtet.
Im Zuge der Elektrifizierungsarbeiten an der Vinschger Bahnstrecke wurden 2018 die Bahnsteige an der neu errichteten Haltestelle Goldrain, unmittelbar im Anschluss an den historischen Bahnhof, verlängert und modernisiert

Der Bautyp des Bahnhofs Goldrain-Martell entspricht jenem der Stationen in Algund, Naturns und Kastelbell. Warte- und Schalterraum liegen im eingeschossigen Seitenflügel. Der Zugang erfolgte gleisseitig unter einer hölzernen Loggia mit flachgeneigtem Satteldach. Der breitere Haupttrakt mit Wohnnutzung wird von der Straßenseite erschlossen. Eine innenliegende Treppe führt in das Dachgeschoss. Das gemauerte Gebäude ist verputzt und durch flache Eckrisalite, Lisenen, Fenster- u. Türgewände mit Gesimsabschluss strukturiert. Die sichtbare Holzkonstruktion ist im Kontrast zum Mauerwerk handwerklich der Zimmermannstradition verpflichtet.
Im Westen vom Aufnahmegebäude wurde auf einem Porphysteinsockel ein Lagergebäude in Holzbauweise unter einem langen Satteldach errichtet. Im Bereich der drei von fünf Konstruktionsachsen entstand eine offene, überdeckte Lagerfläche. Zwei Achsen davon wurden mit senkrechter Holzschalung geschlossen und erhielten drei zweiflügelige Tore.

Vinschgauer Bahn AG.(konstituiert aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Heutige Eignerin: Infrastruktur: Land Südtirol / Gebäude: Land Südtirol, bis 2034 Nutzungskonzession für die Gemeinde Goldrain

Informationen und Zitate:
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau – auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation RAI Bozen
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002

Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv

Südtirol – Vinschgau
Vinschgauerstr. 6
I-39021 Goldrain / Latsch

STA (Infrastruktur)
Gerbergasse 60
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-312811
Webseite: http://

SAD (Fahrbetrieb)
Italienallee 6/N
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-450111
Webseite: http://