29. Eisenbahnviadukt Glen
Die Glener Brücke der Fleimstalbahn, eingebettet in die Wein- und Obstplantagen am Südwesthang des Cislon, war einst die höchste Kurvenbrücke einer Schmalspurbahn im k.u.k.-Imperium. Bauleiter war Ingenieur Leopold Oerley, der bereits beim Bau der Grödner Bahn im Auftrag des k.u.k. Eisenbahnministeriums die Oberbauleitung innehatte. Das fünfteilige steinerne Bogenviadukt von Glen ist 73 m lang.
DATEN
Die Bauarbeiten an der rund 50 km langen Bahnstrecke begannen im Winter 1915/1916. Mitte März 1917 befuhr die Eisenbahn erstmals die Strecke zwischen Auer und Castello di Fiemme; ein Jahr später folgte der Anschluss von Predazzo. 1929 wurde die Strecke umgespurt und elektrifiziert. Der Transport von Personen und Gütern, insbesondere von Holz, brachte wirtschaftlichen Aufschwung und ermöglichte die touristische Erschließung der Region.
Mit der zunehmenden Motorisierung wurde die Bahnverbindung 1963 zum Leidwesen der Bevölkerung eingestellt und bald darauf rückgebaut. Heute kann die aufgelassene Bahnstrecke abschnittsweise mit dem Rad befahren werden und bietet beeindruckende Panoramablicke über das Etschtal. Seit einiger Zeit setzen sich Gemeinden, die Bezirksgemeinschaft Unterland, Verbände, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Bahnliebhaber aus dem Trentino und Südtirol grenzüberschreitend dafür ein, das Bahnensemble in seiner bestehenden Form erlebbar zu machen.

