Etzel-Brücken an der Brennerbahn

Etzel-Brücken an der Brennerbahn

Dass Karl von Etzels Stärke, abgesehen von seinen vielfältigen genialen Begabungen, im Brückenbau lag, belegen die zahlreichen Brückenbauten, die stets den Prinzipien der Sparsamkeit, Dauerhaftigkeit und qualitätvoller Funktionalität folgten. Dies zeigt sich auch in den zahlreichen Normalien für Brücken, die er hinterlassen hat.

DATEN

Sammlung: Brücken und Viadukte
Bezirk: Wipptal
Erbauer/Konstrukteur: Karl von Etzel

Umgesetzt wurden Bahnbrücken unter anderem bei Sterzing, wo eine 50,6 Meter lange Blechbalkenbrücke mit drei Öffnungen den Pfitscher Bach überquert. Etzel setzte solche Konstruktionen auch in Kurven und bei starkem Gefälle ein. Über den Breibach bei Blumau entstand eine zweiteilige Gitterbrücke. Die Eisackbrücke bei Mauls (zwischen Freienfeld und Grasstein) mit einer Spannweite von 31,7 Meter wurde als gewölbte Steinbrücke aus Grassteiner Granit errichtet. Die Höhe der Konstruktionen lag bei 5,60 Meter, ergänzt durch phantastisch gestaltete Portale aus Gusseisen.

Die Eisackbrücke bei Atzwang wies zwei Spannweiten von je 25,4 Meter mit einem Mittelpfeiler auf. Das Baumaterial war Porphyr aus der Umgebung. Trotz eines Winkels von 64 Grad zum Fluss vermied man ein schiefes Gewölbe. Etzel hatte sie noch vor seinem Tod als Gitterbrücke geplant.

Alle übrigen Eisackquerungen waren als Gitterbrücken konstruiert, so auch jene bei Albeins, mit zwei schräg angeordneten Flusspfeilern und drei Durchlässen. Zwei Öffnungen überspannten je 25,3 Meter, die Mittelöffnung 30,3 Meter, was eine Gesamtlänge von etwa 81 Meter ergab. Insgesamt kamen 492.000 kg Schweißeisen und 7.600 kg Gusseisen zum Einsatz. Wie alle anderen Gitterkonstruktionen war auch diese kunstvoll genietet.

Die Gitterbrücke über den Eisack bei Kardaun hatte eine Länge von 31 Meter.