31. Grödner Bahn-Tunnel
Der Tunnel in der Dorfmitte von St. Christina, der seit der Stilllegung der Grödner Bahn unzugänglich war, wurde anlässlich des 100-JahrJubiläums der Grödner Bahn am 25. November 2017 wieder geöffnet. Nach der Umsetzung des Sanierungskonzepts samt Sicherung und „Tiefenreinigung“ wurde der Tunnel der Bevölkerung zurückgegeben. Er ist ein technikgeschichtlich wertvolles Zeugnis für das gesamte ladinische Tal.
DATEN
Der Bau der Grödner, der Fleimstaler und der Ampezzaner Bahn geht in ihrer Grundkonzeption auf Projekte des Tiroler Eisenbahnvaters Josef Riehl zurück, der die 760 mm-Spur-Trasse für einen späteren elektrifizierten Meterspur-Betrieb ausgelegt und demnach auch die Tunnelprofile diesem Grundgedanken unterworfen hatte. Der Tunnel erschließt jetzt nicht nur durch die schnelle und schneesichere Verbindung das Dorf von Ost nach West, sondern vermittelt einen neuen Ansatz in der Wahrnehmung des Raumes, in dem Kultur entsteht. Der Tunnel ist dank der pfleglichen Sanierung zu einem kollektiven Erinnerungsort mit Alleinstellungsmerkmalen geworden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von Gemeinde St. Christina und Kuratorium umgesetzt.
Die Innenwände und Gewölbe, bestehend aus historischen behauenen Basaltsteinen, Naturfels und Beton wurden gereinigt, und die Wasserführung aus dem oberen Bereich des Gewölbes wurde seitlich abgeleitet. Als Bodenbelag gewährt eine hydraulisch gebundene Tragschicht sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer solide Trittfestigkeit. Die Beleuchtung setzt Gewölbe und Entwässerungsschächte stimmungsvoll in Szene und vermittelt Einblicke in die damalige Tunnelbautechnik.
Besondere Aufmerksamkeit wurde den beiden Portalen des 203 m langen Kehrtunnels gewidmet, die bei Bedarf verschlossen werden. Für Salz und Sand für den Winterdienst wurde am neuen Standort am Ufer des Grödner Baches ein Silo gebaut. Im frei gelegten Tunnel, der zu einer neuen Durchlässigkeit des Dorfkerns beiträgt, wird die Vergangenheit der Grödner Bahn auf anschauliche Weise erlebbar. Der Vorplatz am Ostportal gibt einen atemberaubenden Blick auf den Langkofel frei.





