Korn- und Heumaschinen am Moarhof
Der Vinschgau war einst die Kornkammer Südtirols. Die damals zur Bearbeitung des Korns eingesetzten Maschinen waren nicht nur funktional, sondern auch Ausdruck von technischem Fortschritt und Prestige. Heute haben sie Museumswert. Die Agrarlandschaft des Vinschgaus hat sich seither grundlegend gewandelt: Anstelle des traditionellen Getreideanbaus dominiert heute der Apfelanbau in Monokultur. Die früher sumpfigen Etschauen wurden dank der Arbeit der Etschgenossenschaft in wertvollen Kulturgrund umgewandelt. Drei historische Maschinen, die einst auf dem nahegelegenen Moarhof in Rabland im Einsatz waren, stammen aus der Schausammlung landwirtschaftlicher Geräte von Johann Bonani. Es handelt sich um eine Mähmaschine, einen Schwadenzieher und einen Gabelwender.
DATEN
Die drei Maschinen wurden in der mechanischen Werkstätte von Hans Trojer in Algund vorbildlich restauriert – einem Betrieb, der bereits seit 1905 mit Landmaschinen, Pumpen, Seilbahnanlagen und Turbinen Südtiroler Industriegeschichte geschrieben hat.
Im Jahr 2008 wurden die Kornmaschinen vandalensicher am
Etschradweg in Rabland aufgestellt – 9 m über dem Boden. Die stählernen Träger mit Lichtschlitzen sorgen für eine atmosphärische Nachtbeleuchtung. Die dafür benötigte Energie liefern Photovoltaikplatten im Inselbetrieb; die neun PV-Module sind an den Trägern montiert.
An dem Projekt haben folgende Akteure mitgewirkt: Kuratorium für Technische Kulturgüter in Zusammenarbeit mit Land Südtirol, Stiftung Südtiroler Sparkasse, Gemeinde Partschins, Tourismusvereine von Partschins, Rabland, Töll, Etschgenossenschaft Naturns-Töll, Wildbachverbauung, Amt für Straßendienst Burggrafenamt, Elpo Elektrotechnik Bruneck.
Die Mähmaschine (Marke Laverda Modell 48A, Breganze, Vicenza) wurde von zwei Pferden im raschen Trab gezogen. Damit konnten an einem Tag rund vier Hektar gemäht werden – eine Leistung, die etwa zehn Arbeitskräften entsprach. Der seitlich angebrachte Mähbalken war mit einem Scherwerk aus Fingern und Messern ausgestattet, das über die Radachse angetrieben wurde. Bei jeder Umdrehung des Rades schlossen sich die Scheren bis zu 50 Mal.
Der Schwadenzieher aus der Landmaschinenfabrik Julius Kienz, Kufstein (Baujahr 1903), wurde meist zweispännig gezogen und war nur auf ebenen Wiesen einsetzbar. Durch das Zusammenspiel der Kämme wurde das Heu rechts und links aufgehoben, von erhöht angebrachten Stiften abgenommen und weiter nach oben befördert. So entstand die Schwade, auch „Strang“ oder „Wandel“ genannt.
Auch der Gabelwender stammt aus der Kufsteiner
Landmaschinenfabrik Julius Kienz (ebenfalls Baujahr 1903) und war wie der Schwadenzieher nur auf ebenen Flächen im Einsatz. Zumeist acht Gabeln wurden über Zahnrad, Antriebskette und Pleuelstange in Bewegung gesetzt und warfen das ausgebreitete Heu oder Korn vom Boden auf. Ein Hebel am Fahrersitz kuppelte den Antrieb des Zahnrades aus und brachte die Gabeln zum Stillstand.
Restaurierung und Ausstellung
Die drei Maschinen wurden in der mechanischen Werkstätte von Hans Trojer in Algund vorbildlich restauriert – einem Betrieb, der bereits seit 1905 mit Landmaschinen, Pumpen, Seilbahnanlagen und Turbinen Südtiroler Industriegeschichte geschrieben hat.
Im Jahr 2008 wurden die Kornmaschinen vandalensicher am Etschradweg in Rabland aufgestellt – 9 m über dem Boden. Die stählernen Träger mit Lichtschlitzen sorgen für eine atmosphärische Nachtbeleuchtung. Die dafür benötigte Energie liefern Photovoltaikplatten im Inselbetrieb; die neun PV-Module sind an den Trägern montiert.