Kraftwerk Furkelbach

Kraftwerk Furkelbach

Stilfs
1915
Das Krafthaus des Furkelwerkes ist ein typischer Steinbau des frühen 20. Jahrhunderts. Es ist noch die gesamte ursprüngliche Bausubstanz vorhanden. Das Gebäude liegt in Außertrafoi und ist nur wenige Meter von der Stilfserjochstraße entfernt. AutorIn/Copyright: Frenes Norbert, Bolzano

Das Furkelwerk ist ein Laufkraftwerk und nutzt ein Gefälle von 305 m. Das Triebwasser wird aus dem Furkelbach auf Kote 1778 m über dem Meer abgeleitet und über Holzrinnen in ein kleines Entsander- und Beruhigungsbecken geleitet. Im Entsander wird das im Wasser mitgeführte Geschiebe und Geröll abgelagert. Anschließend gelangt das Wasser über eine unterirdisch verlegte Druckrohrleitung aus Stahl in das Krafthaus in Ausser-Trafoi (auf Kote 1431 m). Im Krafthaus befindet sich ein Maschinensatz, bestehend aus einer eindüsigen Peltonturbine mit einer Leistung 63,5 kW und einem 4poligen Synchrongenerator der Fa. Marelli (Nennleistung 100 kVA). Das jährliche Regelarbeitsvermögen beträgt 532 000 kWh. Das Kraftwerk ist automatisiert und wird vom technischen Leiter des Werks überwacht.

Das Furkelwerk ist ein Beispiel der frühen Kraftwerksbauten im hochalpinen Raum und stellt durch seine noch im Originalzustand erhaltene Bausubstanz ein wichtiges Zeugnis der Energiegeschichte unseres Landes dar.

DATEN

Sammlung: Kraftwerke
Bezirk: Stilfs
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1915
Inbetriebnahme: 1915
AuftraggeberIn: Eigenbau des Besitzers des Hotel Post in Trafoi
Projektant/Erfinder: Eigenbau des Besitzers des Hotel Post in Trafoi
Erbauer/Konstrukteur: Eigenbau des Besitzers des Hotel Post in Trafoi

Im Jahre 1915 erbaute der damalige Besitzer des Hotel Post in Trafoi ein kleines Wasserkraftwerk für die Eigenversorgung des Gastbetriebes. In den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Hotel und das dazugehörige Kraftwerk von einer italienischen Firma gekauft. Im Jahr 1995 wurde das kleine Kraftwerk vom Elektrowerk Stilfs Gen.mbH erworben. Im selben Jahr erfolgte eine Generalüberholung und Umstrukturierung des Maschinensatzes sowie des Innenraums der Kraftwerks. Weiters wurde eine neue Druckrohrleitung verlegt und das Kraftwerk automatisiert. Der ursprüngliche Maschinensatz bestehend aus einer Peltonturbine mit einer Leistung von 40 kW der Firma Rüsch aus Dornbirn und einem Drehstromgenerator der Fa. Marelli ist noch erhalten und befindet sich im Depot des Werkes. Auch der historische Regler der Firma Voith ist noch im Originalzustand erhalten und wird im Kraftwerk Stilfserbrücke als nostalgisches Schaustück ausgestellt. Das Elektrizitätswerk Stilfs Gen. mbH ist neben der Erzeugung, dem Zukauf und dem Verkauf von Elektro- und Wärmeenergie an Mitglieder und Dritte auch für die Errichtung, Instandhaltung und Führung von öffentlichen und privaten Infrastrukturen zur Stromnutzung zuständig.

Das Furkelwerk befindet sich in der Gemeinde Stilfs in Ausser-Trafoi in unmittelbarer Nähe der Stilfserjochstrasse. Der zweigeschossige Baukörper erhebt sich auf einem 8 m langen und 5 m breiten rechteckigen Grundriss und ist mit einem Satteldach gedeckt. Das horizontal angebrachte, in weißem Feinputz ausgeführte Wandfeld mit der Inschrift „Furkel E-Werk“ hebt sich deutlich von dem sonst in grobem Steinmauerwerk ausgeführten Bau ab. Hohe Rechteckfenster mit Holzsprossen und ein ebenfalls in Holz ausgeführtes Eingangsportal gliedern die Fassade. Das Eingangsportal wird von einem Natursteinrahmen mit abschließendem Gesims eingefasst und von zwei, in hellerem Holz ausgeführten Blumen geschmückt. Im schlicht in Kalkputz gehaltenen Rauminneren befinden sich der in einen gelben Schutzmantel gehüllte Maschinensatz und die dazugehörigen technischen Anlagen. Das inmitten des dörflichen Gefüges befindliche Kraftwerk hebt sich durch seine auffallende und eigenständige Architektursprache von den Putzfassaden der umliegenden Häuser kontrastreich ab

Das Furkelwerk ist ein Laufkraftwerk und nutzt ein Gefälle von 305 m. Das Triebwasser wird aus dem Furkelbach über die historische Wasserfassung, die sich auf Kote 1778 m über dem Meer befindet, in ein Entsanderbecken geleitet. Dort wird das mitgeführte Geschiebe und Geröll gefiltert und abgelagert. Anschließend gelangt das Wasser über eine unterirdisch verlegte, stählerne Druckrohrleitung in das Krafthaus (Kote 1431 m): der Maschinensatz besteht aus einer eindüsigen Peltonturbine mit einer Leistung von 63,5 kW und einem Synchrongenerator der Firma Marelli mit einer jährlichen Leistung von 532 000 kWh. Das Kraftwerk ist automatisiert und wird vom technischen Leiter des Werks überwacht.

Beschreibung (Umbauten): Das Krafthaus hat seit seiner Inbetriebnahme
keine baulichen Umbauten erfahren.
Baubeginn: 1915
Inbetriebnahme: 1915
Architekt/Ingenieur: Eigenbau des damaligen Besitzers des Hotel Post in Trafoi
Bauausführung / Technische Ausführung: Eigenbau des damaligen Besitzers des
Hotel Post in Trafoi
Wasserkonzession: 1915
Gefällstufe: 305 m
Einzugsgebiet 4 km²
Abgeleitete Bäch: Furkelbach
Turbine 1915: 1 Peltonturbine horizontal, 40 kW der Fa. Rüsch-Ganahl AG, Dornbirn
Generator 1915: 1 Drehstromgenerator, 50 kVA der Fa. Ercole MARELLI
Regler 1915: 1 Voith

Im Jahr 1995 wurde das kleine Kraftwerk vom Elektrowerk Stilfs Gen.mbH erworben. Im selben Jahr erfolgte eine Generalmodernisierung und Umstrukturierung des Maschinensatzes und des Innenraums. Auch eine neue Druckrohrleitung wurde verlegt und das Kraftwerk wurde automatisiert.
Turbine 1995: 1 eindüsige Peltonturbine horizontal, 63,5 kW der Fa.
Turbinenbau Troyer GmbH, Sterzing
Generatoren 1995: 1 Synchrongenerator, 100 kVA 380/ 220 V der Fa. MARELLI
Transformator 1995: 1 100 kVA, 0,4/20 kV der Fa. SEA
Betriebsart : Parallelbetrieb am 20 kV-Netz der Enel AG
Verteilergebiet: Trafoi
Maximale Leistung 80 kW
Mittlere Jahreserzeugung 532 000 kWh

Das Einzugsgebiet beträgt ca. 4 km² und wird im Nordwesten vom Gebirgskamm zwischen dem Schafberg (2935 m) und dem Tartscher Kopf (2952 m) begrenzt.

Eigenbau des Besitzers des Hotel Post in Trafoi
Im Jahr 1995 wurde das kleine Kraftwerk vom Elektrowerk Stilfs Gen. mbH erworben. Im selben Jahr erfolgte eine Generalüberholung und Umstrukturierung des Maschinensatzes und des Innenraums. Auch eine neue Druckrohrleitung wurde verlegt und das Kraftwerk wurde automatisiert.

Eigenbau des Besitzers des Hotel Post in Trafoi
Sämtliche historische Planunterlagen des Baus befinden sich im Privatbesitz von Dr. Aondio Johann aus Stilfs.

100 Jahre Strom im Vinschgau
Herausgeber/Zeitschrift: Informationsheft des Vinschger Museums in Schluderns
Verlag: Athesiadruck G.m.b.H.
Erscheinungsort: Bozen
Erscheinungdatum: 2001

Willkommen im Kraftwerk „Trafoibach“
Herausgeber/Zeitschrift: Elektrizitätswerk Stilfs Gen.mbH / Elektrizitätswerk Prad Gen.mbH
Verlag: Foto Tappeiner
Erscheinungsort: Lana
Erscheinungdatum: 2000

Elektrizitätswerk Stilfs Gen.mbH
Hauptstrasse 15
39020 Stilfs
Tel: 0473 611675
Fax: 0473 611675
Webseite: http://