14. Sessellift St. Christina – Monte Pana
Der Sessellift als wichtigster Zubringer zum Hochplateau
Die Sesselliftanlage ist mehr als ein reines Transportmittel – sie ist eine Verbindung zwischen Dorf und Natur, zwischen Alltag und Hochgebirge und ein Paradebeispiel für nachhaltige Mobilität im Alpenraum. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1964 hat die Sesselliftanlage St. Christina– Monte Pana mehr als ein halbes Jahrhundert Dolomitengeschichte begleitet. Sie hat Tourismus, Mobilität und Landschaft miteinander verbunden – und sie tut es noch heute.
DATEN
In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg bereitete sich auch das Grödental darauf vor, ein neues Kapitel im alpinen Tourismus aufzuschlagen. Der Winter wurde zunehmend zur touristischen Hauptsaison, und die Berge entwickelten sich zum ganzjährigen Reiseziel.
Im Jahr 1964 wurde in St. Christina ein zukunftsweisendes Projekt verwirklicht: der Bau des Sessellifts St. Christina–Monte Pana. Es handelte sich um eine einfache Einer-Sesselbahn, die jedoch eine entscheidende Funktion erfüllte: Sie überwand den steilen Höhenunterschied und die kurvenreiche Straße zwischen dem Dorfzentrum und dem sonnenverwöhnten Hochplateau Monte Pana auf 1.700 m Seehöhe. Mit diesem Seilbahnprojekt wurde Monte Pana erstmals direkt und bequem für Gäste und Einheimische erreichbar – zu jeder Jahreszeit.
Von Anfang an war der Lift von strategischer Bedeutung: Im Winter brachte er Skifahrer direkt zu den Pisten von Monte Pana, Mont de Seura, Tschucky und den Parallelen. Im Sommer diente er als bequeme, panoramareiche Alternative zur engen Bergstraße – ideal für Familien, Wanderer und Naturfreunde, die auf dem Plateau die berühmte äquatoriale Sonnenuhr, die moderne Kapelle auf der Pana-Alm oder den stillen Cunfinboden entdecken möchten. Der Lift wurde so zu einem echten Infrastruktur-Meilenstein für St. Christina. Das Hochplateau wandelte sich vom Almbereich zur touristisch erschlossenen Landschaft mit Sport-, Freizeit- und Naturerlebniswert.
Nach fast drei Jahrzehnten Betrieb wurde der Lift im Jahr 1992 komplett erneuert: Die alte Einer-Sesselbahn wurde abgebaut und durch eine moderne Doppelsesselbahn ersetzt, geliefert vom renommierten Seilbahnhersteller Doppelmayr/Lana. Mit dem Umbau wurden auch die Stationen angepasst. Die neue Talstation ist funktional und schlicht gehalten, mit reduziertem Baukörper und integrierter Technik. Die Bergstation auf 1.629 m beherbergt nun den Hauptantrieb, das Getriebe, Bremsvorrichtungen, einen Notmotor und Kontrollräume.
Die neue Anlage überwindet auf einer Strecke von 842 m einen Höhenunterschied von 239 m, mit 14 Stützen entlang der Trasse. Sie fährt mit einer Geschwindigkeit von 2 m/s, befördert bis zu 900 Personen pro Stunde in 107 Doppelsesseln.
Das Grödner Tal erstreckt sich über eine Länge von etwa 25 km im Nordwesten der Dolomiten. Es beginnt bei Waidbruck und schiebt sich bis an das Sellamassiv vor (N/O). Hier entspringt der Grödner Bach, der das Tal durchfließt und bei Waidbruck in den Eisack mündet.
Das Grödnerjoch im Norden stellt die Verbindung zum Gadertal her, das Sellajoch im Süden führt hingegen ins Fassatal im Trentino.
Der Grossteil der Bevölkerung spricht vorwiegend Ladinisch, eine rätoromanische Sprache. Zur ladinisch-rätoromanischen Gemeinschaft zählt auch das Badiotische im Gadertal, das Oberfassanische im Fassatal, das Fedòm in Buchenstein, das Friaulische in Venetien und das Bündnerromanische in Graubünden, Schweiz.
In Gröden ist Ladinisch neben Deutsch und Italienisch auch Amtssprache und Unterrichtssprache in Schulen und Kindergärten.
Wirtschaftlich lebt das Tal vor allem von Kunsthandwerk und Fremdenverkehr, die Landwirtschaft verliert immer mehr an Bedeutung.
Die drei bekanntesten Ortschaften des Grödner Tales sind St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein.
St. Christina befindet sich im geographischen Mittelpunkt von Gröden auf 1428 m und liegt somit verkehrsmäßig sehr günstig. Das Dorf ist am Fuße der mächtigen Dolomitenberge in ein enges Talbecken eingebettet.
Das Hochplateau von Monte Pana liegt am Rande der Hochebene der Seiser Alm und gewährt einen herrlichen Ausblick auf den Langkofel.
Der Sessellift verläuft über felsiges und bewaldetes Gelände und überquert dabei mehrmals die auf das Hochplateau führende Straße.
Im Sommer bietet auch dieses Grödner Gebiet ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen oder Kletterpartien.
Im Winter ist die Skipiste mit dem Skigebiet des Dolomiti Superski angeschlossen.
Auf Monte Pana können Freunde der Astronomie und der Zeitmessung eine Sonnenuhr besichtigen. Die sphärische Äquatorial-Sonnenuhr mit 2 m Durchmesser zeigt für St. Christina und weitere 60 Städte die wahre Ortszeit (WOZ) sowie die mitteleuropäische Zeit (MEZ).
Gleich oberhalb des Sporthotel Monte Pana befindet sich die Pana-Alm mit der idyllischen Kapelle auf 1637 m. Diese Kapelle ist eine der jüngsten und architektonisch modernsten im gesamten Grödner Raum. Sie wurde 1935 nach dem Projekt von Arch. Franz Baumann aus Innsbruck gebaut. Sie ist dem Hl. Antonius von Padua geweiht.
Eine schöne Wanderung führt zum Cunfinboden. Dieser ist eine fast waagrecht große Waldlichtung gleich unterhalb des Langkofels. Umgeben von dichtem Nadelwald trifft man hier auf schönste Farben.
Anfahrt
Auto:
Brennerautobahn: Ausfahrt Klausen – Grödnertal – St. Ulrich – St. Christina
Staatsstraße S 12 von Norden kommend: Klausen Abzweigung Grödnertal S 242d – St. Ulrich – St. Christina
Staatsstraße S 12 von Süden kommend: Waidbruck Umfahrung Grödnertal S 242 – St. Ulrich – St. Christina
Zug:
Aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien gibt es gute IC- und EC-Verbindungen über München-Innsbruck-Brenner bis Brixen (evtl. Klausen oder Bozen), von wo ein Linienbusdienst Sie fast stündlich problemlos nach St. Christina bringt.
Flugzeug:
Flughafen Bozen (ca. 40 km)
Flughafen Innsbruck (ca. 120 km)
Flughafen Verona (ca. 190 km)
Wegbeschreibung
Die Talstation befindet sich neben der Sport- und Freizeitzone.
Eine Karte von St. Christina mit genauer Wegbeschreibung findet sich unter http://www.groeden.net/summer/deu/wandern.htm.
Informationen
Informationen von Andreas Kerschbaumer vom Sporthotel Montepana. Planunterlagen und Fotodokumentationen über die verschiedenen Bauphasen sind befinden sich ebenfalls im Besitz der Familie Kerschbaumer.
Neuer Führer von Gröden
Kulturgeschichtliches – Beschreibungen der Kurorte – Sehenswürdigkeiten – Touristische Auskünfte
AutorIn: Moroder, Egdar
Herausgeber/Zeitschrift: Vallagarina – Arti grafiche R. Manfrini S.p.A.
Erscheinungsort: Calliano (TN)
Erscheinungdatum: 1974
Zimmer frei. Das Buch zum Touriseum
Der Katalog zum Tourismusmuseum Schloss Trauttmannsdorff, Meran.
AutorIn: Rohrer, Josef
Verlag: Athesia
Erscheinungsort: Bozen
Erscheinungdatum: 2003
Mo. Pa. S.r.l.
Str. Pana 45 / via Pana 45
39047 St. Christina / S. Cristina
Tel: 0471/790221
E-mail: montepana@val-gardena.com
Sporthotel Monte Pana
Str. Pana 45 /via Pana 45
39047 St. Christina / S. Cristina
Tel: +39 0471 793600
E-mail: info@montepana.it
Webseite: https://www.montepana.it
Tourismusverein St. Christina / Associazione Turistica S. Cristina
Str. Chemun, 9 / via Chemun
39047 St. Christina / S. Cristina
Tel: 0471 793046
Fax: 0471 793198
E-mail: s.cristina@valgardena.it
Webseite: https://www.valgardena.it/
https://www.museumladin.it/
Das ladinische Museum befindet sich im Schloss Ciastel de Tor in in St. Martin in Thurn. Es gibt umfassenden Einblick in Geschichte und Gegenwart der Dolomitenladiner, in deren Sprachgebrauch und -formen und auf die Wechselbeziehung zwischen Landschaftsformen und Lebensweisen.
Das Museum befindet sich im Gadertal, etwa 40 km von St. Christina entfernt.
https://www.val-gardena.net/de/sankt-christina-groeden.asp
Informationen über St. Christina
