Wertvolle Leihgaben aus der Stunde Null der Stromära. Zu sehen in der Ausstellung MEGAWATT UND WIDER

Auf positive Rückmeldung gestossen ist das Angebot an Südtirols Schulen, das Kraftwerk und die Ausstellung zu besuchen In der Ausstellung im Enel-Kraftwerk von Kardaun wird mit zwei besonders wertvollen Exponaten des Münchner Strompioniers Oscar von Miller gedacht, der in Südtirol in der Stunde Null der Stromerschliessungen bahnbrechend gewirkt hat. Von Miller hat das technische Know-How für den Bau des Töllkraftwerks, das erste grosse Kraftwerk Südtirols, miteingebracht und hatte den 1898 fertiggestellten Bau betreut. Aus seinem Nachlass haben die Nachkommen Marie von Miller in München zwei besonders suggestive Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt und zwar eine Messingstatue, die eine Allegorie auf die Elektrizität darstellt sowie eine dreiteilige Bronzetafel, gestiftet von den einstigen Mitarbeitern der Etschwerke an den Erbauer und Förderer Oscar von Miller. Die die Elektrizität darstellende Figur hält in ihren Händen einen Lorbeerkranz sowie einen funkensprühenden, mit Bernsteinsplittern geschmückten Stab. Ritter Oscar von Miller, Gründer des Deutschen Museums und mit Pionieren der Technik, wie Thomas Alva Edison und Henri Ford befreundet, hatte seinen Sommersitz in Südtirol auf Schloss Karneid, im Blickfeld des späteren, 1929 in Betrieb genommenen italienischen Grosskratwerks von Kardaun. Auf erste positive Rückmeldung gestossen ist das Angebot an Südtirols Schulen, das Kraftwerk und die Ausstellung zu besuchen. Für Schüler werden Sonderführungen organisiert. Schriftliche Anmeldungen nimmt das Kuratorium für technische Kulturgüter sowie das Enel in Bozen entgegen. Zur Vorbereitung der Ausstellungsbesichtigung wird den Schulen ?auf Wunsch- ein kostenloser Katalog zugesandt. Bis 1. März 2005 besteht die einmalige Gelegenheit, das Kraftwerk von innen zu besichtigen und mittels eines Seherlebnisses anhand von historischen Bilddokumenten bislang unerforschte Geschichte in einigen wichtigen Abschnitten nachzuvollziehen. Erstmals werden Bilder von Enrico Pedrotti und seinen Brüdern gezeigt, die als Pioniere der Industriefotografie und der neuen Sachlichkeit zahlreiche, vom Regime gewollten Großableitungen dokumentieren. Gezeigt werden über 200 unveröffentlichte Fotos in Großformat, die über die Ära der Großkraftwerke Zeugnis ablegen Im Kraftwerk von Kardaun, das vom Wasser des Eisacks gespeist wird, läuft während der Ausstellung ein 30 Minuten langer, von der Rai Sender Bozen ausgestrahlter Film (deutsch und italienisch), der – wie auch der 300 Seiten umfassende Katalog (Athesia-Verlag) ? das historische und politische Beziehungsgeflecht beleuchtet. Dabei handelt es sich um den Background einer Zeit, in der mittels großer Investitionen Südtirol einen stromwirtschaftlichen, aber auch touristischen Aufschwung erlebt hat. Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, außer Sonn- und Montag www.technikmuseum.it Vormerkungen unter: Kuratorium, Lauben 71, 39100 Bozen e-mail: kuratorium@virgilio.it oder : Enel Bozen, Dantestrasse 32, 39100 Bozen e-mail: giulia.delbontà@enel.it Fotonachweis: Dreiteilige Bronzetafel, gestiftet von den Mitarbeitern von Oscar von Miller ?Etschwerke? 1891-1898 ?In Frankfurt gestreute Saat trägt reiche Früchte. Mächtige früher brachliegende Wasserkräfte werden den Menschen dienstbar. Ein Musterbeispiel bilden die Etschwerke zur Versorgung der Städte Bozen und Meran und des volkreichen Etschtales? ?Elektrizität? Messing-Statue Ehrengeschenk der Städte Bozen und Meran dem Erbauer der Etschwerke auf der Töll, Oscar von Miller, Gründer des Deutschen Museums. Foto: Josef Pernter, für Kuratorium