Mit einer Filmdokumentation längs einer virtuellen Wegeführung über den Brenner will man die Geschichte des historischen Symbols Tirols nochmals Revue passieren lassen
Mit innovativen Veranstaltungsinitiativen ist es dem Kuratorium immer wieder gelungen, für die besonders breit gefächerte Technikkultur und -geschichte des Landes an vielen spannenden Technik-Schauplätzen zu werben. Auf diese Weise konnte auch in historisch sensiblen Bereichen eine Öffentlichkeit geschaffen und auch jene technischen Denkmäler und Zeitzeugnisse der Alltagskultur ins Bewusstsein gerückt werden, die aus weitgehend in Vergessenheit geratenen Epochen wie Alt-Österreich oder aus politisch belasteten Regime-Zeiten wie des Faschismus stammen. Am Beispiel Brenner, wo das Kernsensemble rund um den ehemaligen Schlagbaum – im Gedenken an die Grenze von 1918 und an das Europa der Grenzen – inzwischen ein Unikat darstellt, wird der “Weg“ durch die Geschichte nachgezeichnet. Entlang der Brennerstrasse, die zentrales Leitmotiv und gleichzeitig dominantes Bildmotiv ist, wird die Grenze im Fadenkreuz von Politik und Wirtschaftsinteressen, Verkehrserschliessung und soziokultureller Veränderung dargestellt. Der Brenner als historisches Symbol Tirols wird als kollektiver Gedächtnisort charakterisiert, dessen historisch markante Bauwerke mit teilweise schräger Architektur das Potential für eine Rekultivierung der Passlandschaft aufweisen. Alt und Neu des Grenzensembles sollen sinnvoll integriert werden, um als Kulturmagnet die Funktion einer lebendigen, kleinräumigen Raststätte mit unverwechselbarem Markenzeichen zu übernehmen. Anhand der persönlichen Geschichte verschiedener Zeitzeugen und historischer Filmeinspielungen (Treffen Hitler – Mussolini mit Ciano und Ribbentrop, Einmarsch der Amerikaner ua.) sowie aktueller Interviews mit prominenten Akteuren (Andreotti, Pfaundler, u.a.) werden Hintergründe und neue Ansätze im Nach-Schengen-Zeitalter ausgeleuchtet. Der im Auftrag des Kuratoriums von Media-Art produzierte Film wird im RAI Sender Bozen am Montag, 15. Mai 2006, im Anschluss an die Tagesschau ausgestrahlt. Infos: Kuratorium Lauben 71 39100 Bozen e-mail : kuratorium@virgilio.it tel. +39 0471 301401 oder +39 336 453195