Alt mit Neu soll miteinander verbinden und dabei die bauliche besondere Ausstrahlung der Bahnhöfe erhalten. Sie sollen als Monumente der Technik und Kleindenkmäler im neuen urbanistischen Kontext des Verkehrs- und Kommunikationszentrums „“Bahnhof““ verständlich und attraktiv gemacht werden.
Die Arbeiten für die Aufwertung des Klausner Bahnhofs stehen kurz vor dem Start. Anlässlich des gestrigen Lokalaugenscheins am Bahnhofsareal haben die Vertreter von RFI und Trenitalia, Graziano Cracco, Roger Hopfinger und Milena Parisi, der Klausner Bürgermeister Arthur Scheidle und für das Kuratorium Witti Mitterer die gemeinsame Marschroute vereinbart. Mit Blick auf den baldigen Übergang des Bahnhofsgebäudes an das Land und im Leihwege dann an die Gemeinde Klausen sollen die Reinigungs- und Musealisierungsarbeiten ausgeführt werden. Dank der Unterstützung von RFI sowie der Projektpartnerschaft mit der Gemeinde Klausen soll im Rekordtempo gearbeitet werden, damit der Bahnhof zeitgerecht mit den vom Kuratorium für Herbst geplanten Initiativen anlässlich des Brenner-Bahnjubiläums der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.
Ziel ist es, im Zuge der geplanten pfleglichen Minimal-Sanierung des Gebäudes schwerpunktartig im Fahrgästebereich anhand einer Musealisierung altösterreichisches Bahnhofsflair einzufangen und gleichzeitig über eine innovative Kooperation mit der Südtiroler Rundfunkanstalt RAS Informationen öffentlichen Interesses, vermischt mit zeitgeschichtlichen und kulturellen Highlights auf einer Medienwand darzubieten. Der Bahnhof soll zur Visitenkarte des Ortes mit Service-Charakter werden.
Typische Elemente wie Fahrkartenschalter, Gepäcksaufbewahrung, Fahrdienstleitung, Glockensignal, Weichenschlüssel, Erinnerungsstücke z.B. Fahrpläne, Zeichnungen und Skizzen aus der Bauphase, mit Hinweis auch auf die Grödnerbahn, die bis 1960 von Klausen aus über das noch erhaltene Viadukt nach Plan gedampft ist, sollen hinter eingezogenen vandalensicheren Glaswänden gezeigt werden.
Der Bahnhof Klausen zählt wie auch die anderen Bahnhöfe an der Brennerstrecke zu einem einzigartigen Ensemble technischer Bauwerke von europäischem Rang. Sie alle wurden nach Normplänen des k.u.k Architekten Wilhelm von Flattich errichtet. Der schlichte kompakte Bahnhofsbau in Klausen ist aus Granitsteinen aus dem Steinbruch in Grassstein gefertigt, (aus dem sich die k.u.k. Südbahn für die Realisierung der allermeisten Bahnhofshochbauten bediente) die Fenster-, Türumrahmungen und die bossierten Eck-Risalite sind aus Porphyr. Sehr schön erhalten ist auch die Holzverzierung im Dachbereich.
Der im Vorfeld des Bahnhofs bereits vorbildlich restaurierte Gasthof Krone aus der Zeit des k.u.k.-Bahnbaues sowie die Platanenallee ? die Bäume wurden vor 150 Jahren gepflanzt- schließen das Ensemble.