Strompromenade in Marling

Erfahrungsvorsprung nutzen- Technikkultur und Natur pur in Trezzo bei Mailand

Inmitten einer Naturoase am Fluss Adda befindet sich das historische und gleichzeitig funktionstüchtige Kraftwerksensemble der Edison. Die Technikkathedralen, Bertini (1898), Esterle (1920) und Semenza (1914) waren gestern Schauplatz eines Lokalaugenscheins, an dem eine achtköpfige Delegation, bestehend aus Vertretern der Gemeinde Marling und des Kuratoriums teilgenommen haben.
Das Besondere am Schauplatz in Trezzo sull?Adda, direkt am flussnahen Radweg, ist der Besucher orientierte Ansatz bei den Kraftwerksführungen und gleichzeitig die beispielhafte Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Bezirksgemeinschaften und örtlichen Vereinen für Umweltschutz und Tourismus.
Für einen besonderen Blickfang sorgte das kleine Kraftwerkeigene Museum, das über die Entstehungsgeschichte der 40 MW-Zentralen informierte. Mittels anschaulicher Modelle werden die technischen Abläufe von Wassermanagement und Kraftwerksbetrieb nahe gebracht. Das Kraftwerksensemble, heute Italienweit das grösste und älteste, hat ab 1898 die ersten Mailänder Trambahnen mit Strom versorgt.
Gemeinde Marling wie Kuratorium mit dem erprobten Designer Thomas Mittermair wollen den Erfahrungsvorsprung der örtlichen Edison-Verwaltung mit Direktor Giorgio Vitali nutzen, wenn es darum geht, die geplante Strompromenade in Marling anzulegen. Das gemeinsame Projekt, das kürzlich von Bürgermeister Walter Mairhofer und Kulturassessorin Annelies Erlacher öffentlich vorgestellt wurde, sieht in Zusammenarbeit mit den örtlichen Fremdenführerinnen und Heimatpflegeverein im Marlinger Grosskraftwerk Führungen vor. Auf spielerische Weise erlebbar gemacht wird die Stromproduktion anhand von ausgemusterten KW-Geräten längs des Parcours der Strompromenade durch das Dorf zum Sammelbecken hin bis zum Bahnhof und wieder zurück zum Kraftwerk. Für besonders Wanderfreudige bietet sich über den Waalweg der Anschluss zur Töll und weiter.
Das Projekt Strompromenade wird von der Gemeinde Marling umgesetzt und vom Land unterstützt. Die Koordination liegt beim Kuratorium für technische Kulturgüter. Die Strompromenade soll in die landesweite Technikmeile integriert werden