150 Jahre Bahnhof Bozen – Ausstellung vom 16.5.09 bis 16.9.09

Auf 8 Ausstellungstafeln wird der Bozner Bahnhof mit Bild- und Textdokumenten erfasst. Zu sehen sind im Foyer des Bahnhofs die Originalpläne ab anno 1859, Textauszüge aus zeitgenössischen Schriften, unveröffentlichte Fotos, sowie historische Lithographien, die den Streckenverlauf der Südtirolerbahn zwischen Bozen und Verona in der Bauphase dokumentieren. Kuratiert wurde die Ausstellung von Wittfrida Mitterer, Kuratorium.

Alässlich de2 150. Geburtstags hat Handelskammerpräsident Michl Ebner mit Blick auf die Vorleistungen noch in der k.k. Zeit einen Qualitätssprung im Eisenbahnverkehr gefordert. Die Zeit ist jetzt reif für den Ausbau der Brennerstrecke sowie bessere internationale Verbindungen, die den Erfordernissen von Tourismus und Wirtschaft gerecht werden, sagte Ebner, selbst als Parlamentarier in Rom langjähriger Bahnbenützer. Im Namen der Gemeinde Bozen sprach sich Stadträtin Margarete Rottensteiner für die Aufwertung des Bahnhofs auf, der für die Stadt eine Bereicherung sei. Den Erhalt des Bahnhofs an Ort und Stelle, der für die Landeshauptstadt, aber auch für den lokalen Personentransport einen Standortvorteil bringt, forderte Kuratoriumspräsident Klaus Kemenater. Andrea Pizzurro von RFI erläuterte die baugeschichtlichen Besonderheiten, die auf die 1920er Jahre zurückgehen.
Besonders Zuspruch bei den Gästen fand das thematisches Festarrangement des Konditors Elmar Streitberger, der zum Anlass eine Sachertorte in Form einer riesigen Lokomotive anfertigte
Die Ausstellung bietet anlässlich des 150 Jahr-Jubiläums Einblick in die bewegte Geschichte des Bozner Bahnhofs und ist gleichzeitig eine weiterführende Dokumentation über die historische Strecke der Südtiroler Bahn von 1859 nach Plänen von Alois von Negrelli. Die bisher als verschollen gegoltenen Originalpläne aus der ursprünglichen Bauphase von 1859 sind unerwartet im Wiener Staatsarchiv erstmals aufgetaucht. Die Entwürfe Negrellis sind Italienisch beschriftet. Denn seinen frühen Anschluss ans Eisenbahnzeitalter hatte das südliche Tirol von Süden her erhalten. Die Bahnbauprogramme in den zu Österreich gehörenden Gebieten Norditaliens ließ sich Wien viel Geld kosten. Der Südtiroler Abschnitt wurde von Verona aus erschlossen, das damals noch zu österreichisch Lombardo – Venetien gehörte. Chef der Ober-Baudirektion in Verona war der spätere Suezkanalprojektant Alois von Negrelli, ein altösterreichischer Trentiner und führender Techniker seiner Zeit.
Am Bahnhof lässt sich die wechselvolle baugeschichtliche Entwicklung deutlich ablesen. Das Gebäude wurde den Erfordernissen und dem gestiegenen Mobilitätsbedarf mehrfach erweitert, aus- und umgebaut. So nach dem Bau der Meraner Bahn (1881), der Übertscherbahn (1898) und dem Ausbau als Frachtenbahnhof. Ein 1909 unter dem Bozner Stadtbaumeister Gustav Nolte geplanter großzügiger Umbau, wurde nicht verwirklicht. Sein heutiges Aussehen erhielt der Bahnhof Bozen 1928 nach den Plänen des italienischen Regimearchitekten Angiolo Mazzoni, Die derzeitige pflegliche Sanierung trägt seiner Handschrift Rechnung. Die von Centostazioni durchgeführten Restaurierungsarbeiten sollen im Herbst 2009 abgeschlossen werden.

Idee und Konzept: Kuratorium für technische Kulturgüter
Unterstützung: RFI, Centostazioni, Gemeinde Bozen, Land Südtirol, Stiftung Sparkasse
Ort: Foyer im Bahnhof Bozen
Zeit: 16.5.09 bis 16.9.09