Nach dem acht Jahre langen Dornröschenschlaf tickt die Uhr jetzt auf die Sekunde genau. Der Bahnhof Bozen wird seinem öffentlichen Service-Charakter gerecht. Die bestehende Turmuhr von 1928 wurde zeitgleich mit dem nach Plänen des Regime-Architekten Angiolo Mazzoni umgebauten Bahnhof im rund 30 m hohen Bahnhofs-Turm untergebracht.
Sie wurde jedoch vor vielen Jahren umgebaut, damit sie nicht mehr händisch aufgezogen werden musste.
Die vier Ziffernblätter sind mit Stunden- und Minutenzeigern versehen, von denen einer samt Antriebswelle abgebrochen und stark beschädigt war.
Im Turm wurde ein neuer Kegelräderwerkantrieb montiert, welcher die bestehenden Zeigerwerke antreibt. Die Minutenimpulse, 24V polarisiert, werden von der Hauptuhr an den Motor gesendet. Für eine 100%ige Ganggenauigkeit sorgt eine DCF-Antenne welche mit der Atomuhr in Frankfurt synchronisiert ist. Sekundengenau erfolgt auch die automatische Umstellung auf die Sommer- bezw. Winterzeit. Die bestehenden Zeiger und Zeigerwerke wurden wieder verwendet. Insbesondere der kaputte Minutenzeiger wurde einer aufwendigen Restaurierung unterzogen. Völlig neu ist die die Minutenzeigerwelle, die abgebrochen war.
Die Sanierungsarbeiten am alten Uhrwerk wurden dank der Finanzierung durch RFI von Walter Wolf, Lana, in Zusammenarbeit mit Oswald Schwazer aus Algund durchgeführt. Die Gemeinde Bozen hat die Hebebühne für die Arbeiten an der Fassade zur Verfügung gestellt. Der Turm wurde im Innenbereich von der Staatsbahnverwaltung RFI gereinigt, die Schadstellen wurden ausgebessert. Die Arbeiten wurden vom Kuratorium für technische Kulturgüter begleitet.
Und dass Bozen seit je her mit den öffentlichen Uhren im Clinch war, geht aus historischen Unterlagen hervor. So berichtet der Tiroler am 12.12.1918 von einem „Uhrenwettstreit“ „Bis die Uhr der Herz Jesu-Kirche die Stunde geschlagen hat, ist die Uhr am Bahnhof und am Pfarrturm schon um 10 Minuten weiter vor. Von den Unanehmlichkeiten solcher Zeitdifferenzen ganz zu schweigen. Man könnte den einzigen Eisenbahnzug, der täglich von Norden nach Süden fährt, versäumen und so 24 Stunden verlieren. Aber auch die Kinder könnten zu spät in die Schule kommen. Es soll daher darauf geachtet werden, dass die öffentlichen Uhren miteinander im Einklang bleiben.