Ein besonderer Schauplatz ist mitte Oktober 2012 der Bestimmung übergeben worden. Das Technikensemble, an dem technisches Kleinod in Wert gesetzt wurde, verweist auf die Besonderheiten unsrer Region. Objekte und Bauten sind wichtige Identifikationspunkte für Jung und Alt, für Gäste und Einheimische. Vor zahlreichem Publikum und Vertretern der Institutionen hat Landeshauptmann Luis Durnwalder den Einsatz von Arbeitern, Entscheidungsträgern und allen Beteiligten gelobt. Erstmals möglich ist es jetzt mit dem Rad, von Meran nach Bozen in einem Stück auf dem Radweg durchzufahren und die Natur und Kulturlandschaft zu erleben. Die restaurierte und an den aktuellen Standort verlegte Trambrücke, die historische E-Lok, die Ausstellung über die Etsch, die Weidenkuppel, die Flussaufweitung und Neugestaltung des Radwegs bilden im Blickkontakt zum Bahnhof Lana Burgstall ein einzigartiges Technikensemble, das Teil der landesweiten Technikmeile ist. Die Trambrücke Der Eisenfachwerkbau ist ein Technikjuwel der besonderen Art. Nach einjähriger Restaurierung und Verlegung (2010/2011) nach dem Projekt von Jürgen Schäfer ist die Trambrücke der Lana-Burgstall-Bahn jetzt wieder befahrbar. Bei notwendigen Instandhaltungsarbeiten, bei Ausfall der öffentlichen Verkehrswege und im Hochwasserfall kann nun im Bereich Lana – Burgstall ungehindert von einer Etschseite auf die andere gewechselt werden. Gemeinsam mit den Gemeinden Burgstall und Lana sowie dem Kuratorium für Technische Kulturgüter wurde am neuen Standort der Trambahnbrücke, 200 m flussabwärts ein Naherholungsgebiet mit Erlebnisqualität entwickelt. Im Rahmen der Sanierung wurden die Brückenteile mit Spezialkränen an die Arbeitsstelle am Ufer verlegt. Beide bestehenden Widerlager und Pfeiler wurden abgetragen, die Steine zwischengelagert und die Pfeiler orginalgetreu, nach historischem Vorbild neu errichtet. Die gesamte Brücke wurde sandgestrahlt und vom Rost befreit und in zwei Anstrichen mit Korrosionsschutz und zweifacher wetterwiderstandsfähiger Schlussbeschichtung abgedeckt. Die Fahrbahn besteht aus 20 cm starken Lärchenholzbohlen. Die nunmehr etwas verkürzte Brücke hat heute eine Tragfähigkeit von 40 t. Damit im Flussquerschnitt der Durchfluss des 200-jährigen Hochwassers gewährleistet ist, wurde die Brücke um 80 cm höher als ursprünglich eingebaut. Die Arbeiten unter der Leitung von Peter Egger wurden vom Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd vorbildhaft durchgeführt. Die Bahn Lana – Burgstall – Oberlana nahm am 14.12.1913 den Betrieb auf und garantierte somit den Anschluss an die Vollbahn Bozen-Meran. Zu Beginn wurde die Bahn von der Direktion Innsbruck kk StB geführt, nach dem Krieg von der „A.G. Burgstaller Bahn“ und der „Trambahn Lana-Meran“. Ab Juli 1959 ersetzten Omnibusse den Personentransport. Weiter betrieben wurde noch der Warentransport. Die Bahnlinie wurde 1974 definitiv eingestellt. Die Trambahnbrücke wurde von der Firma „Brückenbau-Anstalt IG.Gridl, Wien“ 1913 gebaut. Die dreiteilige Brücke besteht aus einer Hauptfachwerksbrücke mit 37,4 m und zwei Nebenbrücken mit ursprünglich 16,2 m Länge. Die Nebenbrücken mussten aus Standortgründen jeweils um ein Drittel verkürzt werden. Historische E-Lok Lana-Burgstall Markanter Blickfang ist die fachgerecht restaurierte Lokomotive, Baujahr 1913, geliefert von der Maschinen- und Waggonbau Gesellschaft in Simmering bei Wien, vormals H.D. Schmid, im Auftrag der Siemens-Schuckert Werke Wien. Die Lok mit der Fabriksnummer 50294 war bis zur Einstellung des Güterverkehrs am 31. März 1974 in Betrieb. Die entrostete und mit originalgetreuen witterungsbeständigen Spezialfarben gestrichene Lokomotive wurde auf alten Bahnschwellen und Geleisen adaptiert. Jahrelang zog die Lok den Apfelexpress,mit dem die Äpfel aus Lana bis nach Petersburg an den Hof des russischen Zaren geliefert wurden. Die Lok bildet mit der Brücke ein Technikensemble, das gemeinsam mit der Ausstellung über die Flusslandschaft der Etsch ein abgerundetes Bild der Südtiroler Technikkultur vermittelt. Weiden-Dom Ein Bauwerk der ganz besonderen Art besticht durch Form und Material. Zu einer Kuppel gebundene Lebendweiden wölben sich über eine 100 m² grosse Fläche. Die Konstruktion der Kuppel nach einem Entwurf von Marcel Kalberer basiert auf der Technik der Gitterschale,wie sie von Frei Otto, dem Planer des Münchner Olympia-Stadions, entwickelt wurde: einfach, ästhetisch und mit minimalem Materialaufwand. Die Struktur wurde während eines Workshops vom Kuratorium in nur einer Woche fertig gestellt. Die Instandhaltungsarbeiten beschränken sich auf zwei Arbeitstage im Jahr. Der schlanke Lebendbau lädt Radfahrer und Besucher zum Verweilen ein. Die Flussaufweitung Die EU-Wasserrahmenrichtlinie 2000/60 schreibt die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Fließgewässer vor. In diesem Sinne verfolgt die Abteilung Wasserschutzbauten das Ziel, Gewässerabschnitte aus ökologischer und hochwassertechnischer Sicht aufzuwerten. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Etsch, dem größten Fluss Südtirols. Für die ökologische Aufwertung der Fläche wurden folgende Arbeiten durchgeführt: – Aushub und Abtransport von etwa 25.000 m³ Flussmaterial, Absicherung des gesamten rechten Ufers durch eine 500 m lange und zwischen 5 und 8 m hohe Uferschutzmauer, errichtet aus Zyklopensteinen in Trockenbauweise und anschließend mit Erdmaterial überschüttet; Aufbrechen der Uferlinie, neues geschlängeltes und unregelmäßig gestaltetes Ufer; Umgestaltung eines Seitengrabens (Zubringer „Kammergraben“); neuer geschlängelter Verlauf, neues Bachbett mit unregelmäßiger Breite und Tiefe, gedacht als Rückzugsund Laichgebiet für Fische; die Landzunge zwischen Graben und Etsch stellt eine periodisch überflutbare Zone dar; Gestaltung des Flussbettes durch Ausbaggern und Bewegen von Flussmaterial , Verlegen von Störsteinen für Fische, Ausbaggern von Rinnen im Flussbett (Unterstände für Äschen); – Bepflanzung des Areals mit standortgerechten Laubhölzern und anschließende Nachpflege. Die Arbeiten für die Aufweitung und Gestaltung wurden von der Abteilung Wasserschutzbauten in Eigenregie ausgeführt. Der Radweg Es handelt sich um den Streckenabschnitt zwischen Eisenbahn und Etschfluss von der neuen Gewerbezone „Sandhof“ in Sinich bis zur Radwegrampe beim Bahnhof in Burgstall.Die Gesamtlänge des Abschnittes beträgt ca. 2,5 km, die Höhendifferenz beträgt 9 m. Bei Sinich war eine Radwegunterführung unter der Eisenbahnlinie erforderlich.Bei der Kläranlage Meran enstand parallel zur Eisenbrücke eine stahlbetonbrücke Klasse 1. Auf einer Länge von 940 m wurde der Damm verbreitert. Am Radweg wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Verstärkung und Verdichtung des Untergrundes,Einbringen des Straßenunterbaues, Einbau eines 2 m hohen Trennzaunes zwischen Eisenbahn und Radweg, Asphaltierung eines 3,20 m breiten Streifens, Ausbau der 50 cm breiten Bankette, Markierung und Beschilderung. Der Rastplatz bei der neuen Trambahnbrücke wurde vom Forstinspektorat Meran im Auftrag der Bezirksgemeinschaft Burgrafenamt gestaltet.