25. Bahnhof Algund
In der Bauzeit von 1903 bis 1906 wurde der Bahnhof Algund lediglich 1,519 km vom Ausgangsbahnhof Meran sowie etwa 1 km vom Ortszentrum Algunds entfernt errichtet. Seine Lage deutet darauf hin, dass der Bahnhof primär dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen sollte. Dafür spricht auch die Errichtung einer großen Lagerhalle und die weitläufige Zufahrt über eine Stichstraße von der Vinschger Straße aus.
DATEN
Währende der Bauzeit von 1903-1906 wurde der Bahnhof Algund nur 1,519 km vom Ausgangsbahnhof Meran errichtet. Er wurde fast 1 km von der Ortsmitte Algunds entfernt auf damals freiem Felde angelegt. Offenbar sollte er vor allem für den Transport von Agrarprodukten genutzt werden – dafür spricht neben der Lage auch die Errichtung einer großen Lagerhalle und viel Platz für die Anfahrt über eine Stichstraße von der Landstraße.
Auf T-förmigem Grundriss sind die Warte- und Schalterräume im erdgeschossigen Seitenflügel unter einem Satteldach untergebracht. Der Zugang erfolgte an der Giebelseite vorbei gleisseitig unter einer hölzernen Loggia mit flachem Satteldach. Der breitere Querteil unter einem Krüppelwalmdach diente einer Wohnung für den Bahnwärter mit Zugang von der Straßenseite und ist unterkellert. Von dort aus erreicht man über eine steile Treppe das nicht ausgebaute aber mit Giebelfenstern versehene Dachgeschoss. Das Gebäude wurde aus verputztem Mauerwerk errichtet, mit flachen Eckrisaliten, Lisenen und Fenster- u. Türgewänden mit Gesimsabschluss. Besonders sorgfältig sind alle sichtbaren Holzteile der Dachkonstruktion und der Loggia detailliert. In Holzbauweise war zwischen dem Aufnahmsgebäude und der Lagerhalle ein kleines WC-Häuschen vorgesehen.
Bei der Lagerhalle befindet sich unter einem langgestreckten Satteldach eine überwiegend offene Lagerfläche, die durch einen geschlossenen Lagerraum mit drei zweiflügeligen Toren ergänzt wird. Der Bau ist wurde gänzlich als Holzkonstruktion auf einem Natursteinsockel (Porphyr) ausgeführt.
An der Einmündung der Stichstraße vom Bahnhof in die Landstraße wurde ein Hotel mit Gaststätte errichtet, um den Reisenden Verpflegung und Unterkunft zu bieten.
Das Aufnahmegebäude wurde auf einem T-förmigen Grundriss erbaut. In dem eingeschossigen Seitenflügel unter einem Satteldach sind die Warte- und Schalterräume untergebracht. Der Zugang erfolgte gleisseitig über eine hölzerne Loggia mit flachem Satteldach, seitlich an der Giebelseite vorbei. Der breitere Querflügel mit Krüppelwalmdach beherbergte die Wohnung des Bahnwärters. Diese war von der Straßenseite aus zugänglich und verfügt über ein unterkellertes Fundament. Von dort aus führt eine steile Treppe ins Dachgeschoss, das zwar nicht ausgebaut, aber mit Giebelfenstern versehen ist.
Das Gebäude wurde in verputztem Mauerwerk ausgeführt, mit flachen Eckrisaliten, Lisenen sowie Fenster- und Türgewänden, die durch Gesimsabschlüsse akzentuiert sind. Besonders sorgfältig gestaltet sind sämtliche sichtbaren Holzelemente der Dachkonstruktion sowie der Loggia, die durch ihre handwerkliche Ausführung hervorstechen. Die Lagerhalle selbst erstreckt sich unter einem langgestreckten Satteldach und verfügt über eine überwiegend offene Lagerfläche.
Vinschgauer Bahn AG.(konstituiert aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Heutige Eignerin: Infrastruktur: Land Südtirol / Gebäude: Land Südtirol, bis 2034 Nutzungskonzession für die Gemeinde Algund
Informationen und Zitate:
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau – auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation RAI Bozen
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002
Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv
Südtirol – Etschtal
Weinbergstr.43
I-39022 Algund / Meran
STA (Infrastruktur)
Gerbergasse 60
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-312811
Webseite: http://
SAD (Fahrbetrieb)
Italienallee 6/N
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-450111
Webseite: http://

