18. Bahnhof Leifers
Als einer der ältesten Bahnhöfe entlang der Bahnstrecke Verona– Bozen wurde der Bahnhof Leifers grundlegend erneuert und Anfang 2009 fertiggestellt. Nach der Eröffnung der Bahnlinie war zunächst Branzoll die letzte Haltestelle vor Bozen. Gegen Ende des 19. Jahrhundert stellte sich jedoch auch in Leifers – seit 1850 eine eigenständige Gemeinde – ein wachsender Bedarf nach einem eigenen Bahnhof ein. Die zunehmende wirtschaftliche Umorientierung auf Obst- und Weinbau machte eine bessere Anbindung an das Bahnnetz erforderlich, sodass schließlich eine Station errichtet wurde. Im Jahr 1937 wurde der Bahnhof um eine überdachte Laderampe mit Nebengleis und einen Stationsplatz erweitert, um auch den nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt logistisch zu versorgen.
DATEN
Ende des 19. Jahrhunderts nach Fertigstellung der übrigen Bahnhöfe der Strecke Verona-Bozen auf intensives Drängen der Gemeinde Leifers als letzter Haltepunkt vor Bozen erbaut. Ein für diese Strecke völlig aus dem Rahmen der übrigen Bauten fallendes langgestrecktes, schmales Gebäude (21,30 x 5,40 m) aus mit Ziegeln ausgemauertem Holzfachwerk mit Satteldach. Das Bahnhofsgebäude besteht aus einer offenen Wartehalle, einem geschlossenen Warteraum mit Fahrkartenautomaten, einem Raum für nicht ständig besetzte Fahrdienstleitung und einem Magazinraum – alles unter einem Dach und in sehr renovierungsbedürftigem Zustand.
Heute besteht der ursprüngliche Bahnhof aus einem mit Ziegeln ausgemauerten Fachwerksbau und einem angrenzenden Neubau aus Betonfertigteilen. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte unterscheidet sich der eingeschossige Fachwerksbau mit seinem Satteldach deutlich von allen anderen Bahnhöfen entlang der Strecke Verona–Bozen und ist im Originalzustand erhalten.
Im Rahmen eines landesweiten Modernisierungsprogramms zur Aufwertung der Bahnhöfe und Bahnhofsareale wurde Leifers 2009 von der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) umfassend umgestaltet. Ziel war die Schaffung einer zeitgemäßen, urbanen Mobilitätsstruktur mit barrierefreiem Zugang und verbessertem Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln. Im Zuge der Arbeiten wurden unter anderem die Bahnsteige erhöht und verlängert, ein taktiles Leitsystem installiert, eine neue Wartehalle samt Bahnsteig-Unterständen errichtet und der Zugang durch Rampe, Unterführung und Aufzug vollständig barrierefrei gestaltet. Auch der Buswendeplatz und die Parkflächen wurden neu konzipiert. Zudem sorgen Lärmschutzwände entlang der Gleisanlagen für eine spürbare Entlastung der angrenzenden Wohngebiete.
K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft
Ab 1862 K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft, unter Alois von Negrelli (1854 u. 1856-1858), Luigi Tatti (1855) und Karl von Etzel (1859). Fertigstellung: Ende des 19.Jahrhunderts als letzter Haltepunkt vor Bozen.
Informationen:
Laura Facchinelli, Die Eisenbahn Verona-Brenner, Athesia, Bozen 1995
Elisabeth Baumgartner, Kleinodien alt-österreichischer Eisenbahnarchitektur: Die Hochbauten der Brennerbahn, in Christoph Bertsch (Hrg), Industriearchäologie, Haymon Verlag 1992.
Elisabeth Baumgartner, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Haymon Verlag 1990
Hans Jürgen und Carlo Rosenberger, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia 1993
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer.
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