53. Bahnhof Meran

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53. Bahnhof Meran

Meran
1881
Durch seine Gestaltung im Jugendstil unterscheidet sich dieser 1906 neu erbaute Durchgangsbahnhof von allen anderen Bahnhöfen in Südtirol. Das Aufnahmegebäude steht seit April 2004 unter Denkmalschutz

Der Bahnhof Meran ist ein architektonisches Highlight. Das Besondere am heute noch weitgehend original erhaltenen Bahnhof ist nicht nur seine außergewöhnliche Architektur – im Vergleich zu den übrigen historischen Bahnhöfen Südtirols – sondern auch das harmonische Zusammenspiel mit bedeutenden, zeitgleich entstandenen Bauwerken der altösterreichischen Epoche im damals mondänen Kurort Meran. Das Kurhaus, die Grandhotels Palace, Emma, Bellevue und Kaiserhof sowie weitere Gebäude aus dieser Zeit bilden ein Ensemble mit einzigartiger Atmosphäre. Sie tragen maßgeblich zum besonderen Reiz Merans bei und verleihen der Stadt ihren charakteristischen Charme.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Meran
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Inbetriebnahme: 1881
AuftraggeberIn: Allgemeine Baugesellschaft Wien mit dem Wiener Lokalbauamt. Im Besitz einer Betreibergesellschaft der Staatsbahn mit der Bozen-Meran-Bahn BMB und dem Land Tirol bis 1918
Projektant/Erfinder: K.K. Baurat Konstantin Ritter von Chabert, Eisenbahnministerium, Wien

Die Bozen-Meran-Bahn ließ den Endbahnhof in Meran nach den Plänen von Konstantin Ritter von Chabert errichten; er wurde 1881 in Betrieb genommen. Mit dem Bau der Vinschger Bahn im Jahr 1905 wurde der ursprüngliche Bahnhof abgerissen und 1906 durch einen Neubau auf einem deutlich größeren Grundstück nordwestlich des alten Standorts ersetzt. Durch seine Jugendstil-Gestaltung hebt sich dieser neue Durchgangsbahnhof deutlich von allen anderen Bahnhöfen Südtirols ab und stellt ein bemerkenswertes Unikat dar.

Das Aufnahmegebäude steht seit April 2004 unter Denkmalschutz und präsentiert sich von außen in gepflegtem Zustand. Im Inneren hingegen steht die Kiosk-Atmosphäre mit dem wenig attraktiven Restaurant und der einfachen Möblierung in deutlichem Kontrast zur Qualität der Gebäudearchitektur. Im Laufe der Jahre sind auf dem Bahnhofsgelände zahlreiche betriebsbedingte Zubauten entstanden, darunter eine Kantine, Sportflächen, Werkstattschuppen, ein Wasserturm sowie eine Tankstelle für Dieseltriebwagen.

Die fünf Remisen
Entlang des Bahnareals an der St.-Josef-Straße wurden 1905 fünf Werkhallen sowie vorgelagerte Remisen errichtet, die mittlerweile teilweise abgebrochen wurden und sich in einem prekären Zustand befinden. Dennoch könnten sie ein bedeutender Dreh- und Angelpunkt im Jugendstilviertel werden. Ursprünglich befanden sich dort der Firmensitz und die Werkstatt der Bauunternehmung Musch und Lun, deren Handschrift mehrere wichtige Bauwerke tragen: der Schlachthof, das Jugendzentrum Jungle, Begrenzungsmauern, die Tramwayhalle, das Lido sowie der alte Schießstand, der 2024 vorbildlich saniert wurde.
Wie eine Studie der Architekturfakultät der Universität Innsbruck aus dem Jahr 2022 ergab, besitzen die Remisen ein großes Potenzial. Im Rahmen der Aufwertung der St.-Josef-Straße könnten die Gebäude neue Nutzungen erhalten – beispielsweise als temporärer Wohnraum, Treffpunkt und Anlaufstelle für die junge Generation, als Camperparkplatz, für gewerbliche Zwecke oder als Markthalle.

Bahnhof Meran
Informationen und Zitate aus:
Stadtmuseum Meran.
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990.
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Bozen, Athesia, 1993
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation, RAI Bozen, 1997
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002

Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv

Südtirol – Meran
Bahnhofplatz 1
I-39012 Meran

Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
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