61. Bahnhof Olang

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61. Bahnhof Olang

Olang
1871
Der neue Bahnhof wurde um 300 m Richtung Innichen verlegt und komfortabel eingerichtet

Um diese Baugruppe im Osten des Geländes muss man sich heute wohl keine Sorgen machen: Die sorgfältige Renovierung des Eisenbahnerwohnhauses nach Plänen des renommierten Architekten Angiolo Mazzoni zeigt eindrucksvoll, wie dauerhaft, zeitlos und stilsicher diese Gebäude für die Eisenbahner einst konzipiert wurden. Es ist ein Wohnhaus, in dem man sich noch jahrzehntelang wohlfühlen wird. Dasselbe gilt offensichtlich auch für das aus Granitstein errichtete Lagergebäude, das derzeit (2024) von privater Hand behutsam saniert wird; darauf lassen die laufenden Verputzarbeiten mit traditionellem Fugenstrich schließen.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Olang
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1866
Inbetriebnahme: 1871
AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Projektant/Erfinder: Architekt Wilhelm von Flattich (1826-1900)

Der Bahnhof Olang wurde gemäß den Typenplänen des Architekten Wilhelm von Flattich als großes Wärterhaus mit Funktion eines Aufnahmegebäudes errichtet. Östlich daran schloss sich ein kleines hölzernes Magazin an. Ganz am östlichen Ende der weitläufigen Bahnhofsanlage mit besonders langer Laderampe befand sich ein kleines, eingeschossiges Wärterhaus. Einen originellen Beitrag innerhalb der Reihe der Bahnhofsbauten zwischen Franzensfeste und Innichen stellt die große Magazinhalle dar: Statt der sonst üblichen Holzbauten entstand hier – vermutlich erst in den 1920er-Jahren – ein konstruktiv bemerkenswerter Bau in Stahlbetonskelettweise, ausgefacht mit Sichtziegelmauerwerk. Die örtlichen Lehmvorkommen und unternehmerischer Pioniergeist begünstigten die Entwicklung: So brachte etwa die Pustertaler Ziegelwerke Olang-Schabs AG im Jahr 1913 rund sieben Millionen Stück Ziegelwaren – vor allem Dachziegel – auf den Markt. Die neue Haltestelle des Bahnhofs Olang wurde um mehrere 100 m verlegt und mit modernen Bahnsteigen, einer barrierefreien Unterführung, Überdachungen und Serviceeinrichtungen ausgestattet. Zudem erfolgte eine direkte Anbindung an den Radweg.

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit :Arch. Franz Wilhelm.

Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.

Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen

Südtirol – Pustertal
Bahnhofstr. 15
I-39030 Olang

Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
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