52. Bahnhof Untermais
Seine Bedeutung verdankt der Bahnhof nicht zuletzt dem Bau des Pferderennplatzes in Untermais sowie dem benachbarten, weitläufigen Kasernengelände. Auch die Nähe zu landwirtschaftlichen Betrieben und heutigen Sportanlagen sorgt für eine rege Nutzung. Architektonisch hebt sich das historische Aufnahmegebäude des Bahnhofs Untermais von den übrigen Stationen entlang der Strecke Bozen–Meran durch die ausgemauerte Fachwerkkonstruktion seines symmetrisch aufgebauten Mitteltrakts ab. Abgesehen von dieser Besonderheit folgt auch dieser Bahnhof der vertrauten gestalterischen Grammatik der Bahnlinie – mit typischen Elementen wie Lisenen, verputztem Mauerwerk und klar gegliederten Fassaden. Im Jahr 2009 wurde die Anlage umfassend an die aktuellen Anforderungen der Mobilität angepasst.
DATEN
Die Bedeutung des Bahnhofs Untermais war trotz der Nähe zum Bahnhof Meran beachtlich (Verbindung nach Marling und den Obstbaugebieten) und drückte sich in entsprechenden Gebäuden aus:
Ein Aufnahmsgebäude mit einem zweigeschossigen Mitteltrakt und je zweiachsigen Seitenflügeln, alles unter angewalmten und ausgebauten Satteldächern sowie einem erdgeschossige Anbau, ebenfalls unter einem ausgebautem Satteldach. Südlich des Hauptgebäudes folgte in einiger Entfernung ein relativ großes hölzernes Magazingebäude mit großem, nur von dem Satteldach überdeckten offenen Lagerbereich auf einem Porphyrsockel.
Architektonisch unterschied sich das Aufnahmsgebäude Untermais von den übrigen Bahnhöfen der Strecke Bozen-Meran durch die ausgemauerte Fachwerkkonstruktion des zu den Seitenflügeln symmetrischen Mittelbaus. Ansonsten kehrt die gestalterische Grammatik wieder – verputzte Ecklisenen in Blocksteinstruktur, Fenstereinfassungen, waagerechte Lisenen und schön gearbeitetes Holzwerk, warme Farbtönungen und liebevoll gestaltete Details.
Bozen-Meran-Bahn BMB, Betreiberin von 1881- 1906, danach bis 1918 die K.K. Staatsbahn
Elektrifizierung 1934, Fertigstellung: 1881. Nachträgliche Veränderungen im Innenbereich (Halle, Bar/Restaurant). Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919)
Informationen und Zitate aus:
Elisabeth BAUMGARTNER; Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990.
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Bozen, Athesia, 1993
Auskunftsperson:
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv.
Südtirol – Etschtal
Gampenstr. 111
I-39012 Meran
Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
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