Haltepunkt Pflersch

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Haltepunkt Pflersch

Brenner
Pflersch, ehemaliger Haltepunkt. AutorIn/Copyright: Repro Hempel einer Fotographie von Walter Niedermayer, Bahnhof Sterzing

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Brenner
Aktueller Zustand: nicht betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Projektant/Erfinder: Architekt Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Erbauer/Konstrukteur: Karl von Etzel

Ursprünglicher Baubestand:
Zwischen dem Bahnhof Gossensass und der Station Schelleberg, die nur einen Kilometer Luftlinie auseinander liegen, besteht ein Höhenunterschied von 250 m. Um das erforderliche flache Gefälle für die Bahntrasse zu erreichen, entschied sich Karl von Etzel diesen Streckenabschnitt durch das Pflerschtal zu verlängern. Entgegen der Lösung im Schirntal, auf der Nordseite des Brenners, wo die Trasse auf beiden Seiten des Tales verläuft, wurde im Pflerschtal nur die Nordseite des Tales für den Schienenweg vorgesehen und an der Haltestelle Pflersch – ungefähr im ersten Taldrittel – wurde ein 761 m langer Tunnel in einer weiten Kehre im Berg angelegt.
Man begann den Tunnel im Jahre 1864, musste aber wegen großer Schwierigkeiten und damit verbundenen schweren Unfällen unterbrechen und einen querlaufenden Hilfstunnel anlegen. Schließlich gelang der Durchstich am 20. Dezember 1866. Dies war neben dem zweiten Kehrtunnel im Schmirntal der erste Kehrtunnel der Eisenbahngeschichte und diente allen weiteren als Modell. Die Planung zu diesem Tunnel stammte von Ingenieur Wilhelm Pressel, die Bauleitung hatte Ingenieur Prettenhofer.
Unmittelbar am Tunnelausgang im Pflerschtal erreichte der Reisende den Haltepunkt Pflersch, der aus einem Aufnahmsgebäude und einer separaten Toilettenanlage bestand. Beide Bauteile waren verschalte Holzskelettkonstruktionen sinngemäß der Typologie Wilhelm v. Flattichs wie sie auch in Brennerbad, Mauls, Mittewald, Vahrn, Albeins, Villnöss, Kastelruth, Steg und Kardaun gebaut wurden. Sie hatten Pultdächer und waren mit Ölfarbe gestrichen. Das Stationsgebäude hatte einen Warteraum, der mit einem Kassafenster mit einen Raum für den Fahrdienstleiter verbunden war.

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1863 – 1867 von Innsbruck nach Bozen unter Karl von Etzel (gest. 1865) und Achilles Thommen, Wilhelm Pressel, Julius Lott und Wilhelm Hellwag. Fertigstellung: 1867. Abriss: ca. 1990

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit: Arch. Franz Wilhelm.

Haltepunkt Pflersch (ehem.)
Informationen und Zitate aus:
Wilhelm von FLATTICH ?Der Eisenbahn-Hochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K. Priv. Südbahn-Gesellschaft? Wien, Lehmann&Wenzel, ohne Datum.
Elisabeth BAUMGARTNER ?Kleinodien alt-österreichischer Eisenbahnarchitektur: Die Hochbauten der Brennerbahn?; Fotos Walter NIEDERMAYER, in Christoph BERTSCH (Hrsg) ?Industriearchäologie, Nord-, Ost-, Südtirol und Vorarlberg?, Innsbruck, Haymon Verlag 1992, S. 49-77.
Elisabeth BAUMGARTNER; ?Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol?, Innsbruck, Haymon, 1990.
Gerhard und Josef DULTINGER, ?Die Brennerbahn, Gestern ? heute ? morgen?, Thaur/Tirol, Wort und Welt Verlag, 2. Auflage: 1989
Laura Facchinelli ?Die Eisenbahn Verona-Brenner? Athesia Bozen 1995
MART Quaderni di architettura ?Angiolo Mazzoni ? Architetto Ingeniere del Ministero delle Communicazioni? Skira Editore, Milano 2003.
Wittfrieda MITTERER ?Zeitzeichen der Technik? Edizione Raetia, Bozen 1993.

Siehe auch:
Günther ENNEMOSER, ?La storia di Colle Isarco con particolari riguardi agli anni 1850 ? 1914, tesi di laurea?, Padova, 1974/75.
Günther ENNEMOSER; Südtiroler Gebietsführer, Nr.39, Bozen, Athesia Druck, 1984.
Alois TRENKWALDER, ?Brenner ? Brennero, Gemeinde?, Gemeinde Brenner-Gossensass (Hrsg.) 1999.
Hans-Jürgen und Carl ROSENBERGER ?Die Eisenbahnen in Südtirol? Athesia; 1993.

Auskunftspersonen:
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv.
Rudi PLANK Vorsitzender des Eisenbahner-Freizeitvereins Dopolavoro FS, Bahnhof Sterzing
Erscheinungdatum: 00-00-0000

Südtirol – Pflerschtal
Pflerschtal, Gemeinde Brenner – Gossensass

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39100 Bozen
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Fax: 0039-0471-313786
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