38. Kabinenbahnen Haideralm
Die Haideralm zählt seit Jahrzehnten zu den beliebten Ski- und Ausflugszielen im Vinschgau. Mit der Seeboden-Gondelbahn von 1962 begann die moderne Erschließung des Gebiets, die durch weitere Lifte und kontinuierliche Investitionen ausgebaut wurde. Nach schweren Rückschlägen durch Brand und Lawinen im Jahr 1990 ermöglichte der Zusammenhalt der Bevölkerung einen raschen Wiederaufbau. Heute steht die Haideralm für ein familienfreundliches Skigebiet mit langer Geschichte und enger Verbindung zu Schöneben.
DATEN
Mehr als 50 Jahre, ja sogar seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts, ist die Haideralm ein beliebter Ski- und Ausflugsort. Beseelt von der Idee, den Skilauf einer breiten Masse zugänglich zu machen, schlossen sich engagierte „Hoader“ mit großem Idealismus zusammen undrealisierten das „Almprojekt“.
Am 12. August 1962 wurde die Seeboden-Gondelbahn ihrer Bestimmung übergeben. Sie war damals erst die dritte Bahn dieser Art in Südtirol und zählte somit – vor mehr als 60 Jahren – zu den modernsten Aufstiegsanlagen. Bereits 1963 wurde ein kurzer Skilift auf der Haideralm errichtet, 1967 folgte auf Initiative der Gemeinde Graun der Haideralm-Lift (der frühere Seebodenlift).
Am 24. September 1983 beschloss die ordentliche Vollversammlung der Haider AG den Umbau der Gondelbahn in eine Zweier-Sesselliftanlage sowie den Neubau eines Skiliftes zur Seebodenspitze. Herbe Rückschläge gab es 1989 durch einen Brand, der das Bergrestaurant zerstörte, sowie am 14. Februar 1990 durch einen Lawinenabgang nach heftigen Schneefällen von über zwei Metern innerhalb von 24 Stunden. Damit war die Saison 1989/90 im Skigebiet Haideralm abrupt beendet: Nur einer von drei Skiliften blieb bestehen, 30 Angestellte verloren ihre Arbeitsplätze. Die gesamte Bevölkerung von St. Valentin machte sich jedoch für einen Wiederaufbau des Skigebietes Haideralm stark. Dank dieses Zusammenhalts konnte der Skibetrieb rasch wieder aufgenommen werden. Noch im Jahr 1990 wurde das nun gesicherte Skigebiet – mit umfangreichen Lawinenschutzbauten unterhalb der Seebodenspitze und des Seeköpfls sowie einem Ablenkdamm – am 22. Dezember wieder eröffnet.
In der Saison 1991/92 führten die Skigebiete Schöneben, Maseben/ Langtaufers und Haideralm ein gemeinsames Skipasssystem ein. Mitte Dezember 1995 wurde die neue Umlaufbahn auf die Haideralm ein 8,4 Milliarden Lire teures Projekt, feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
In der Saison 1999/2000 bot das Skigebiet erstmals einen Skikindergarten und einen Kinderspielplatz.
Der Zusammenschluss Haideralm–Schöneben
Der Zusammenschluss der beiden Skigebiete erfolgte in der Wintersaison 2018/2019 mit der Eröffnung zweier 10er-Kabinenbahnen. Die Verbindungsbahn St. Valentin–Schöneben startet in St. Valentin neben der bestehenden Talstation der Umlaufbahn ins Skigebiet Haideralm, führt über eine Mittelstation bis zur Bergstation und von dort weiter über die zweite Bahn Höllental bis zum höchsten Punkt im Skigebiet Schöneben. Besonders die Ausführung der Verbindungsbahn bringt zwei entscheidende Vorteile: Sie vermeidet die Überquerung bewohnter Gebiete und fungiert als zentrale Drehscheibe zwischen Haideralm und Schöneben. Mit einer Länge von 4,3 km zählt die neue Bahn zu den längsten ihrer Bauart.
Dank der Verbindung der beiden Skigebiete können die Stärken von Schöneben im Winter und jene der Haideralm im Sommer optimal kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein attraktives Ganzjahresgebiet, das gleich in zwei starken Kartenverbünden integriert ist – in die „ZweiLänder-Skiarena“ sowie die „Ortler Skiarena“. Mit diesem kräftigen Lebenszeichen des neuen Gesamtskigebiets am Reschensee kann die nunmehr vergrößerte wirtschaftlich optimierte und damit gestärkte Gesellschaft positiv in die Zukunft blicken.


