50. Kombibahn Pfelders

50. Kombibahn Pfelders

Moos in Passeier
1964
Grünboden-Express in Pfelders, 2007 erste Telemixbahn in Italien mit Sessel und Kabinen

Die Bergbahnen Pfelders entwickelten sich aus ersten Schleppliften der 1960er-Jahre zu einem vielseitigen, ganzjährig nutzbaren Berggebiet im Naturpark Texelgruppe. Seit 2007 bringt Italiens erste Kombibahn Gäste bequem nach Grünboden; ergänzt wird sie durch Sessellift und Schlepplifte. Heute bietet Pfelders bestens präparierte Pisten, Winterwander- und Rodelmöglichkeiten sowie im Sommer direkten Zugang zu Bergtouren und bewirtschafteten Almen. Das Konzept „Sanft mobil“ trägt zudem dazu bei, den Verkehr im Dorfkern zu entlasten.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Burggrafenamt
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
AuftraggeberIn: Gebr. Ennemoser
Erbauer/Konstrukteur: Herbert Schwienbacher, Ulten

Die ersten Lifte wurden in Pfelders bereits in den 1960er Jahren errichtet. Die drei Brüder Ennemoser aus Zeppichl bauten im Jahre 1964 den ersten Schlepplift von Pfelders nach Grünboden. Die Liftteile wurden von Herbert Schwienbacher in Ulten gefertigt und mussten dann selbst nach Pfelders transportiert werden. Dies übernahm Johann Hofer mit seinem Lastwagen, auch die Betonarbeiten mussten in Eigenleistung erledigt werden. Im selben Jahr ließ sich Gottfried Raich vom „Mortishof“ von seinem Schwager Johann Hofer überreden, einen Schlepplift auf den Wiesen beim „Gampen“ auf der gegenüberliegenden Talseite zu bauen. Im Februar 1965 erfolgte die technische Abnahme des ersten Schleppliftes von Pfelders nach Grünboden und auch dessen Inbetriebnahme. Beide Schlepplifte wurden mit Dieselmotoren betrieben. Rund zehn Jahre lang hielten die Brüder Ennemoser den Skiliftbetrieb aufrecht, ohne dabei etwas zu verdienen. Zu aufwändig waren die Instandhaltungsarbeiten am Lift und das Herrichten der Skipiste ohne maschinellen Einsatz. Auch das Inkrafttreten immer neuer Vorschriften und Gesetzte erschwerte das Betreiben des Skiliftes. Nachdem sich die finanzielle Lage zunehmend verschlechterte, wurde am 2. September 1973 die „Skilift Pfelders G.m.b.H.“, bestehend aus 23 Gesellschaftern aus Pfelders, gegründet.
Im Jahr 1974 wurde der Schlepplift nach Zeppichl errichtet, der im Jahr 2021 erneuert wurde. Mit dem Bau der neuen Landesstraße nach Pfelders in den 1980er Jahren konnten auch der Wintertourismus und das Skigebiet ausgebaut werden. In den Jahren 1985/86 wurde der Schlepplift Grünboden durch einen Doppelsessellift ersetzt. 1986/87 wurde der Schlepplift Obere Böden errichtet.
Mit dem Bau eines E-Werkes zum Stromverkauf in den Jahren 2004/05 konnte sich die Liftgesellschaft die finanzielle Basis schaffen für Neuinvestitionen im Bereich der Beschneiung, Pistenpräparierung und Modernisierung der Aufstiegsanlagen. So wurde im Dezember 2007 die erste Kombibahn Italiens, bestehend aus 7 Gondeln und 28 Sesseln, in Betrieb genommen.

Die Kombibahn ersetzte den Doppelsessellift nach Grünboden und überwindet einen Höhenunterschied von 400 m (Förderleistung 1.300 Pers/h). Die Liftgesellschaft „Bergbahnen Pfelders GmbH“ betreibt heute eine Kombibahn nach Grünboden, einen Vierersessellift zum Karjoch und 2 Schlepplifte am Gampen und nach Zeppichl.

Es gibt einen Snowpark für Kinder und Anfänger, 18 km bestens präparierte Pisten, eine 11 km lange Panoramaloipe ins Lazinsertal, 4,5 km gespurte Winterwanderwege, eine 3,5 km lange Winter- wie Sommer-Rodelbahn und einen Natureisplatz. Verkehrstechnisch profitieren die Einwohner von Pfelders vom Projekt „Sanft mobil“, das 2007 ins Leben gerufen wurde, um den Verkehr von Tages-Touristen im Dorfkern zu reduzieren. Diese parken auf dem
gebührenpflichtigen Parkplatz am Dorfeingang. Pfelders liegt im Naturpark Texelgruppe und ist daher auch im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Die Grünbodenbahn ist auch im Sommer geöffnet und bringt Einheimische und Gäste zum Ausgangspunkt verschiedener Berg- und Gipfeltouren. Mehrere bewirtschaftete Almen liegen hufeisenförmig über Pfelders an den Berghängen und überzeugen die Wanderer nicht nur durch die einzigartige Bergwelt, sondern auch durch herzhafte Köstlichkeiten aus der Küche.