51. Hirzer-Seilbahnen

51. Hirzer-Seilbahnen

St. Martin in Passeier
1974
Die rote Gondel im Abschnitt zwischen der Mittelstation in Prenn und der Bergstation Klammeben. Im gesamten Verlauf verkehrt die Bahn seit 1989 nicht mehr ganzjährig, sondern nur von Ende März bis Anfang November.

Die Hirzer-Seilbahnen verbinden seit 1974 Saltaus über Prenn mit dem Wandergebiet Klammeben auf 1.980 Metern Höhe. Nach einer anfänglichen Nutzung als Ski- und Wandergebiet wurden die Anlagen Ende der 1980er-Jahre von den umliegenden Gemeinden übernommen und auf den Sommerbetrieb ausgerichtet. Heute bieten sie Zugang zum Hirzer-Hochplateau mit zahlreichen Almwanderungen, traditionellen Hütten und weitem Blick über das Meraner Becken.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Burggrafenamt
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Inbetriebnahme: 1974
AuftraggeberIn: Josef Hillebrand

Erbaut wurden sie Anfang der 1970er-Jahre durch den Pionier Josef Hillebrand und im Dezember 1974 eröffnet. Zum Komplex der Hirzerbahnen im weiteren Sinne gehörten ein Sessellift, ein Skilift sowie Pisten bis zur Mittelstation Prenn. Die Seilbahnen Hirzer waren von 1974 bis 1984 als Ski- und Wandergebiet in Betrieb. Von 1985 bis 1989 standen Lifte und Seilbahnen still, ehe sie von den sechs Anliegergemeinden Schenna, Dorf Tirol, Kuens, Riffian, St. Martin und St. Leonhard mehrheitlich (70 %) übernommen wurden; die restlichen 30 % verblieben im Besitz der Familie Hillebrand.
Zwischen 2011 und 2019 traten technische Störungen auf, die wiederholt zum Stillstand einer oder sogar beider Seilbahnen führten. Sämtliche mit den Anlagen betrauten Techniker konnten bis heute keine plausible Erklärung
dafür finden.

Die Hirzer-Seilbahnen bestehen aus zwei Teilstücken: Das erste führt von Saltaus im Talboden des Passeiertales (490 m Höhe) bis nach Prenn (1.404 m), das zweite von Prenn zur Bergstation Klammeben auf 1.980 m Höhe.

Seit der Wiederinbetriebnahme verkehren die beiden Seilbahnen ausschließlich im Sommer (von Ende März bis November). Im Laufe der Jahre wurden der Sessellift und der Skilift mit den jeweiligen Gebäuden und Fundamenten abgebaut; sämtliche Pisten wurden vorbildlich begrünt, sodass heute nicht mehr erkennbar ist, dass hier einst ein Skigebiet existierte. An der Bergstation Klammeben angekommen, eröffnet sich nicht nur das Hirzer-Hochplateau mit zahlreichen Wanderungen von Alm zu Alm – auch das Meraner Becken mit seinen Seitentälern liegt dem Wanderer zu Füßen. Ein Besuch in einer der Almhütten ist dabei ein unverzichtbarer Bestandteil einer Tour im Hirzergebiet. Die Hirzer-Seilbahnen können mit zwei Besonderheiten aufwarten. Die erste ist der „Tallner Sunntig“: An jedem ersten Sonntag in den Monaten von Mai bis Oktober gewähren die Aufstiegsanlagen eine außergewöhnliche Preisermäßigung, und die Hüttenwirte bieten musikalische und gastronomische Schmankerln an.