13. Seilbahnen Saslong
Die Skiweltmeisterschaften 1970 in Gröden gaben den entscheidenden Impuls für den Ausbau der Saslong-Bahnen. Mit einer Zubringerbahn von St. Christina nach Sochers, einem Sessellift zum Ciampinoi und mehreren Skiliften entstand eine wichtige Verbindung zum gesamten Grödner Skigebiet und zur späteren Sellaronda. Die Anlagen wurden laufend erneuert und bieten heute hohe Kapazitäten sowie direkten Zugang zur weltberühmten Saslong-Abfahrt. Dank einer kontinuierlich ausgebauten Beschneiungsanlage ist die 3.750 Meter lange Weltcupstrecke jedes Jahr zuverlässig für die Rennen im Dezember vorbereitet.
DATEN
Die 21. Alpinen Skiweltmeisterschaften, die vom 7. bis 15. Februar 1970 in Gröden ausgetragen wurden, waren der Auslöser für den Bau eines Seilbahn-Karussells. Der Auftrag ging an die Firma Ceretti&Tanfani, die bereits an der Vigiljoch-Bahn gearbeitet hatte. Die Saslong-Bahnen gingen pünktlich zum Jahreswechsel 1970 in Betrieb. Die Skiweltmeisterschaften waren damit im Trockenen. Gebaut wurden:
• die Zubringerseilbahn von St. Christina Ruacia nach Sochers. Die Pendelbahn hatte eine Förderleistung von 600 Personen/h mit zwei Kabinen zu jeweils 50 Personen.
• der Doppelsessellift von Sochers auf den Ciampinoi und die 3 Skilifte Bruno, Piazza und Sochers.
Somit war St. Christina mit dem Ciampinoi und Dantercepies, mit dem Sellapass, mit Corvara und kurz darauf auch mit der Sellaronda verbunden. Das bedeutete für St. Christina den großen Aufschwung.
Alle Bahnen wurden inzwischen modernisiert oder abgebaut:
• Im Jahre 1987 wurde der Doppelsessellift durch einen 3er-Sessellift und 16 Jahre später durch eine kuppelbaren 6er-Sesselbahn mit einer Förderleistung von 2.800 Personen pro Stunde ersetzt.
• Im Jahre 1990 wurde die Zubringerbahn durch eine 12er-Kabinenbahn mit einer Förderleistung von 2.200 Personen pro Stunde ersetzt.
• Die Skilifte Piazza und Bruno wurden abgebaut, der Schlepplift Sochers im Jahre 2003 durch eine kuppelbare 4er-Sesselbahn ersetzt.
Die Seilbahn und der Sessellift bedienten die Saslong-Abfahrt, die mit einer Länge von 3750 m und einem Höhenunterschied von 830 m zu den spektakulärsten Abfahrten der Welt zählt. Sie muss pünktlich zum Weltcuprennen Mitte Dezember perfekt präpariert werden. Deshalb wurde schon früh die Beschneiungsanlage gebaut und immer wieder verbessert.
Hauptlieferant ist die lokale Firma Demac aus Plan, zu Beginn mit den typisch roten Schneekanonen, heute mit den blauen von Demac Lenko. Kunstschneepionier Roland Demetz hatte in weiser Voraussicht seine Firma Demac (Demetz Macchine) mit dem schwedischen Hersteller Lenko fusioniert, die später von der Leitner Holding (HTI) übernommen wurde.


