17. Standseilbahn Raschötz

17. Standseilbahn Raschötz

St. Ulrich
1951
Die Standseilbahn auf die Raschötz ist die Nachfolgerin des ehemaligen Sessellifts, der 1950 gebaut wurde.

Die Raschötz-Bahn wurde 1950 gegründet, um die Raschötzer Alm mit St. Ulrich zu verbinden. Der erste Sessellift nahm 1952 den Betrieb auf und prägte über Jahrzehnte den Zugang zu diesem beliebten Aussichts- und Wandergebiet. Seit 2010 bringt eine moderne Standseilbahn Gäste in nur acht Minuten zur Bergstation am Rand des UNESCO-Naturparks Puez–Odle. Heute ist die Raschötzer Alm ein vielseitiges Ziel für Sommerwanderungen, Schneeschuhtouren und Rodeln – mit weitem Blick auf die Dolomiten.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Gröden
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1951
Inbetriebnahme: 1952
AuftraggeberIn: Leo Demetz, Luis Trenker

Mit Weitblick und Unternehmergeist: Am 6. Dezember 1950 gründeten in St. Ulrich Ing. Leo Demetz (1885–1960), sein Cousin Luis Trenker und weitere elf Pioniere die „Sessellift Raschötz GmbH“. Ihr Ziel war es, die reizvolle Raschötzer Alm durch einen Sessellift mit St. Ulrich zu verbinden. In den Jahren 1951/1952 errichtet, nahm der Lift im Frühjahr 1952 seinen Betrieb auf. Er überwand einen Höhenunterschied von 818 Metern (Talstation auf 1.345 m – Bergstation auf 2.163 m) und brachte seine Fahrgäste in einer gemütlichen, rund 20-minütigen Fahrt durch den stillen und romantischen Raschötzer Wald nach oben.

Anfangs gab es am Troi Paian, dem uralten Höhenweg, eine Mittelstation, die jedoch später aufgelassen wurde. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage mehrfach an die technischen Anforderungen angepasst und erneuert. In den 1990er-Jahren errichtete man die Mittelstation für den winterlichen Rodelbetrieb wieder.

An der Bergstation ließ Leo Demetz eine Schutzhütte bauen, die viele Jahre lang von seiner Tochter Isolde („Loldi“) mit großer Freude und Engagement geführt wurde. 2003 wurde das Berghaus komplett renoviert und bietet seither auch exklusive Übernachtungsmöglichkeiten.

Alte Urkunden belegen, dass bereits 1752 an derselben Stelle eine erste Kapelle errichtet wurde, in der die historische Statue ihren Platz hatte. Auf Initiative von Leo Demetz, der „Cademia“ und des Pfarrers von St. Ulrich, Mons. Engelbert Comploj, sowie mit der Unterstützung zahlreicher Bürger wurde 1957 die inzwischen baufällige Kapelle grundlegend erneuert. Sie zählt bis heute zu den beliebtesten Wanderzielen für Touristen und Einheimische, die sich ihr besonders verbunden fühlen.

Die Bergstation grenzt unmittelbar an den Naturpark Puez–Odle, der 2009 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Um den modernen technischen Vorgaben gerecht zu werden, begann man zwischen 2007 und 2009 mit der Planung einer neuen Standseilbahn. Am 30. August 2009 ging der Einer-Sessellift nach 58 Jahren ununterbrochenen Betriebs in den wohlverdienten Ruhestand. Bereits am 1. September 2009 starteten die Bauarbeiten für die Standseilbahn, die nach nur zwölf Monaten Bauzeit am 17. September 2010 in Betrieb genommen wurde. Die neuen Fahrzeuge fassen jeweils bis zu 90 Personen und benötigen nur acht Minuten bis zur Bergstation.

Von der Terrasse eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Seiser Alm, den Sellastock, die Marmolada, den Langkofel und den Plattkofel. Seit Menschengedenken steht am westlichen Raschötzer Kamm, an exponierter Aussichtslage, eine von der Bevölkerung hochverehrte Christusstatue.

Die Raschötzer Alm ist heute ein beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Sommerwanderungen und Winter-Schneeschuhtouren. Die 3 km lange Rodelpiste erlaubt Wiederholungsfahrten von der Bergstation bis zur Mittelstation. Eine Naturschnee-Verbindungspiste ermöglicht Skifahrern zudem eine stimmungsvolle Waldabfahrt mit direktem Anschluss an die Sellaronda.