19. Sesselbahn Monte Piz Icaro

19. Sesselbahn Monte Piz Icaro

Kastelruth
1949
Der Monte Piz-Lift wurde laufend erneuert, das letzte Mal 2002. Eine neue kuppelbare Vierer-Sesselbahn verbindet die Tal- mit der Bergstation, die sich heute in der Verlängerung oberhalb vom Hotel Icaro befindet

Der Holzschnitzer und Gastwirt Anton Perathoner prägte die touristische Entwicklung der Seiser Alm mit großem Pioniergeist. 1949 errichtete er mit improvisierten Materialien den ersten Sessellift der Alm, der das Monte-Piz-Gebiet erschloss und den wachsenden Winter- und Sommertourismus unterstützte. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Anlagen mehrfach modernisiert und erweitert. Seit 2002 sorgt eine kuppelbare Vierer-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben für eine komfortable Verbindung zu den weiteren Liftanlagen und Pisten der Seiser Alm.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Kastelruth
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Inbetriebnahme: 1949
AuftraggeberIn: Anton Perathoner

Anton Perathoner war ein vielseitiger Mann mit Pioniergeist: Hauptberuflich arbeitete er als Holzschnitzer, gleichzeitig bewirtschaftete er mit großem Engagement sein Berggasthaus Monte Piz auf der Seiser Alm. Mit viel Herzblut kümmerte er sich um seine Gäste, begleitete sie persönlich auf Bergwanderungen und Skitouren. Ende der 1940er-Jahre äußerten viele Urlauber den Wunsch, auf bequemerem Wege den Berg zu erreichen. Diese Idee ließ Perathoner nicht mehr los.

Auf einer Wanderung durch die Dolomiten in Richtung Marmolada sah er eine einfache Aufstiegsanlage, die ihm als Inspiration für seine eigenen Ideen diente. Kaum zurück auf der Seiser Alm, begann er mit den ersten Skizzen und Entwürfen. Noch im selben Jahr bestellte er die nötigen Materialien, was sich kurz nach dem Krieg jedoch als äußerst schwierig herausstellte. Improvisation war gefragt: Das Holz für die Stützen holte er direkt aus dem Wald, Eisenteile wurden von alten Kriegsgeräten recycelt, als Rollenfutter diente Panzergummi, und das benötigte Stahlseil kam aus Deutschland.

1949 war es so weit: Der erste Sessellift der Seiser Alm wurde in Betrieb genommen – vom Monte Piz bis unterhalb des heutigen Hotels Icaro. Die Anlage konnte 115 Personen pro Stunde befördern und war eine technische Meisterleistung ihrer Zeit. Damals existierten auf der Alm lediglich ein Schlittenlift beim Panorama, ein Schlepplift am Demetz sowie die Kabinenbahn von St. Ulrich – umso bedeutender war diese neue Verbindung. Der Wintertourismus gewann rasant an Bedeutung, und der Sessellift wurde zu einer beliebten Attraktion – sowohl im Winter als auch im Sommer.

1954 errichtete Anton Perathoner auf der anderen Seite des Gasthofs einen weiteren Skilift, genannt Bamby. Dabei mussten die Fahrgäste selbstständig einen Haltebügel ins Tragseil einklinken und sich daran bis zur Bergstation ziehen lassen – ein abenteuerliches, aber damals modernes System.

1960 wurde der ursprüngliche Sessellift Monte Piz modernisiert: Die Holzstützen wurden durch Stahlträger ersetzt, die Sitze erneuert und die Förderkapazität verdoppelt. Der Aufstieg wurde dadurch deutlich komfortabler und schneller. In den 1970er-Jahren, als starke Schneefälle die Stromversorgung unterbrachen, lief der Lift dank des hauseigenen Generators zuverlässig weiter – ein weiteres Zeichen für Perathoners praktische Weitsicht.

Ende der 1990er-Jahre erweiterte Anton Perathoner seinen Betrieb mit dem Kauf des Steger-Dellai-Lifts und der dazugehörigen Firma Ideallifte. Die beiden Anlagen Baby und Steger Dellai wurden abgerissen und 1993 durch einen modernen Zweier-Sessellift ersetzt. Ab Anfang der 2000er-Jahre traten auch seine Söhne Viktor und Rudolf in das Unternehmen ein.

Im Jahr 2002 wurde schließlich der alte Sessellift Monte Piz durch eine neue kuppelbare Vierer-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben ersetzt – komfortabler, schneller und nun bis oberhalb des Hotels Icaro verlängert. Damit entstand eine wichtige Verbindung zu weiteren Liftanlagen und Skipisten auf der Seiser Alm.

Anton Perathoner hat mit Mut, Einfallsreichtum und harter Arbeit eine touristische Infrastruktur geschaffen, die weit über seine Zeit hinaus wirkte – eine wahre Pionierleistung im Herzen der Dolomiten.