18. Sesselbahn Panorama

18. Sesselbahn Panorama

Kastelruth
1938
Panoramalift, Talstation, an der Saltriastraße, im Winter 1963

Die Seiser Alm war lange vor allem eine traditionsreiche Hochalm für Viehwirtschaft und Milcherzeugung. Mit der ersten Slittovia im Jahr 1938 begann ihre touristische und technische Erschließung. Aufgrund des wachsenden Skisports wurden die ursprünglichen Anlagen schrittweise durch Schlepplifte und moderne Sessellifte ersetzt. Seit 2008 bringt ein kuppelbarer 6er-Sessellift Gäste komfortabel und schnell zu einem aussichtsreichen Ausgangspunkt für Ski- und Wandertage auf Europas größter Hochalm.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Kastelruth
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Inbetriebnahme: 26.12.1938
AuftraggeberIn: Walter Griesser

Die größte Hochalm Europas war bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts die Alm der Schwaiger und Heumahder, die im Sommer das Vieh der Bauern aus Seis und Kastelruth hüteten und Käse sowie Butter herstellten. Von Seis führte ein primitiver Fuhrweg bis zum Gasthof Frommer, ein Karrenweg verband die Seelaus Schwaige mit dem Schutzhaus Fasslfohner (Goldknopf) und weiter zum Schutzhaus Dellai.

Die ersten technischen Spuren auf der Seiser Alm hinterließ 1938 die Slittovia. Walter Griesser, damals 24 Jahre alt, machte sich von St. Ulrich aus auf die Suche nach einem geeigneten Gebiet, um seinen Traum zu verwirklichen: eine Slittovia, wie er sie in den Turiner Bergen beim Skifahren mit seinem Vater, einem Straßenbauingenieur, kennengelernt hatte. Mit einem Nivellierungsinstrument nahm Griesser das Längsprofil Tschonstoan-Joch auf der Seiser Alm auf und bestellte damit bei der Seilbahnfirma Agudio in Turin den Schlittenlift. Nach erfolgreichem Bau und Montage der Anlage konnte der Liftbetrieb am 26. Dezember 1938 nach erfolgter Kollaudierung durch den Präfekten von Bozen aufgenommen werden.

In den folgenden Jahren reichten die einfachen Schlittenlifte den Anforderungen der wachsenden Zahl an Skifahrern nicht mehr aus. Daher entstanden auf der Seiser Alm mehrere Schlepplifte. Der Bau der Straße von Compatsch nach Saltria verkürzte die Trasse des neuen Einer-Sessellifts der Firma Graffer aus Trient, sodass die Talstation oberhalb der Straße errichtet werden musste. Die zu geringe Förderkapazität der Einer-Sesselbahn machte neue Planungen erforderlich. Der ursprüngliche Plan von zwei parallelen Zweier-Sesselbahnen wurde zugunsten der ersten kuppelbaren Vierer-Sesselbahn auf der Seiser Alm verworfen. Die Seilbahnfirma Agamatic–Hölzl aus Lana lieferte die Anlage, und die Montage der elektromechanischen Komponenten während der Nachtstunden ermöglichte die pünktliche Eröffnung am 20. Dezember 1988. 20 Jahre später führten neue Anforderungen und eine aufwändige, behördlich vorgeschriebene Renovierung der bestehenden Anlage dazu, dass die Erben des Pioniers Walter Griesser eine kuppelbare 6er-Sesselbahn bei der Firma Doppelmayr aus Lana in Auftrag gaben. Diese ermöglicht Einheimischen und Gästen nun einen bequemen Zugang zum aussichtsreichen Ausgangspunkt für Ski- oder Wandertage. Pünktlich zu Beginn der Saison nahm die neue Anlage am 6. Dezember 2008 ihren Betrieb auf

Technische Daten des heutigen Sesselliftes: Der Panoramalift hat eine Förderleistung von 2.400 Personen pro Stunde, überwindet bei einer Fahrgeschwindigkeit von 5,0 m/s und einer Fahrzeit von etwas mehr als vier Minuten einen Höhenunterschied von 200 m. Die 70 Sessel stehen zum Einstieg in einem Intervall von jeweils 8,3 Sekunden bereit.