01. Sessellift Zirog
Im Wipptal südlich des Brenners bot sich zunächst einmal das Berggebiet um die Zirogalm an, welches sich zwischen 1700 und 2200 Meter Meereshöhe ausdehnt. Zirog war das erste Skigebiet im Wipptal und in Südtirol, wenn man von den ladinischen Tälern absieht. Die Verhältnisse dort waren einfach ohne hohe Ansprüche.
DATEN
Hier bauten zukunftsorientierte Männer wie die Herren Cadsky aus Bozen und Leo von Pretz aus Mittewald, der unvergessliche Tillo Koroschetz, Zahntechniker aus Bozen, und andere treibende Kräfte wie Ludwig Gröbner und Hans Holzer-Schmiller aus Gossensaß sowie die Brüdern Plattner aus Elzenbaum im fernen Jahr 1948 einen ersten Sessellift auf die Zirogalm. Die ausführende Firma kam aus Turin, baute Betonpfeiler, die teilweise heute noch zu sehen sind. Die Skifahrer kamen mit der Eisenbahn aus Bozen und Innsbruck. Brennerbad hatte damals noch eine Haltestation. Die Stundenleistung des Liftes war bescheiden, die Skitouristen mussten oft lange anstehen, sodass einige in Brennerbad – so wird erzählt – , anstatt die Waggontüren zu benützen, gleich aus dem Zugfenster sprangen, um rascher zur Talstation zu kommen.
Paul und Max Gröbner aus Gossensaß funktionierten die Leitneralm-Kaser zu einer Skihütte um. Mit Scheinwerfern, die ein Aggregat mit Strom versorgte, welches noch vom inzwischen abgebrannten Grandhotel Gröbner in Gossensaß stammte, beleuchteten sie in der Dämmerung die Skiwiese. „War da eine Gaudi!“, schwärmte der in der Zwischenzeit verstorbene Max Gröbner. Auch Rennen wurden auf Zirog gefahren, wobei man zu Fuß zum Start gehen musste.
Der erste Lift auf Zirog gab 1970 seinen Geist auf, an einer anderen Stelle wurde im selben Jahr ein zweiter gebaut. Doch die Zeit und vor allem die im gesamten Wipptal gewachsene Kunkurrenz bewirkten 1986 die endgültige Schließung auch des zweiten Liftes auf Zirog. Nur die Enzianhütte steht für Wanderer und Skitourengeher, die in letzter Zeit vermehrt wieder kommen, offen.


