24. Trambahnbrücke Lana–Burgstall
Bis 1974 rollte der „Apfelexpress“ über die Eisenfachwerkbrücke von Lana/Burgstall. Die von der Brückenbauanstalt Ing. Gridl aus Wien errichtete Obergurt-Fachwerkbrücke zählt zu den eindrucksvollsten Kunstbauten der gesamten Bahnlinie Meran–Bozen. Der dreiteilige, genietete und verschraubte Bau verfügt in der Mittelöffnung über eine lichte Weite von 37 m sowie über jeweils 16 m in den beiden Seitenöffnungen. Die Brücke ruht auf zwei Widerlagern aus Porphyrmauerwerk.
DATEN
Im Jahr 2005 begann die Landesabteilung Wasserschutzbauten auf Initiative des Kuratoriums für Technische Kulturgüter mit der Sanierung der mittlerweile total verrosteten Brücke. Mit einem 200-Tonnen-Kran sowie zwei weiteren Behelfskränen wurde die Brücke nach zweijährigen Restaurierungsarbeiten vom Uferdamm auf die neu errichteten, originalgetreu aufgemauerten Stützpfeiler gehievt. Diese Widerlager wurden allerdings etwa 100 m flussabwärts wieder errichtet, wo die lichte Weite der Etsch größer war als am ursprünglichen Standort. Um den erforderlichen Freibord einzuhalten, wurden die Pfeiler geringfügig erhöht und den neuen Gegebenheiten angepasst.
Die gesamte Brücke wurde durch Sandstrahlen vollständig vom Rost befreit und, wo notwendig, mit neuen Stahlelementen verstärkt. Eine Spezialfarbe im graubraunen Farbton schützt das Bauwerk besonders effektiv vor UV-Strahlen und erneuter Korrosion. Die in der Farbe enthaltenen Titanoxid-Pigmente reflektieren das wetterbedingte Licht von Himmel und Wasser, sodass die eisernen Bögen und Verstrebungen in einem lebendigen Wechselspiel zur Farbe des stahlblauen oder wolkigen Himmels überleiten.
Zwischen den Fachwerksprofilen der mittleren Brücke wurden bis auf Brüstungshöhe dünne Spannstahlseile als Absturzsicherung angebracht. Solide Holzbohlen bilden die Fahrbahn. Die Brücke ist zwischen Meran und Lana der einzige vom Etschdamm aus direkt befahrbare Etschübergang und damit besonders bei FlussWartungsarbeiten für die Landesabteilung Wasserschutzbauten von logistischer Bedeutung.
Gemeinsam bilden der Bahnhof Lana–Burgstall, die Eisenfachwerkbrücke, die Lokomotive, die Weidenkuppel sowie das neu geschaffene Naherholungsgebiet am Etschufer seit 2010 ein wertvolles Ensemble, das von zahlreichen Freizeitsportlerinnen und -sportlern genutzt wird. Es ist Teil der Südtiroler Technikmeile, die über das landesweite Radwegenetz eine Vielzahl technischer Kulturgüter verbindet und erlebbar macht.








