63. Bahnhof Bruneck
Das Aufnahmegebäude, errichtet nach den Typenplänen des Architekten Wilhelm von Flattich, spiegelt die zentrale Bedeutung des Hauptortes im Pustertal wider. Als Bahnhof 1. Klasse zählt es – neben jenen in Toblach und Innichen – zu den drei bedeutendsten Aufnahmegebäuden entlang der Pustertallinie.
DATEN
Das Baubüro der italienischen Staatsbahn (FS) plante und errichtete im Jahr 1928 zwei winkelförmig zueinander angeordnete Wohnhausblöcke (zwei- bzw. dreigeschossig) am östlichen Rand des Bahnhofsvorplatzes. Verantwortlich für diesen Bau war der römische Architekt Angiolo Mazzoni.
Zur Erstausstattung des Bahnhofs gehörten unter anderem eine Wasserstation mit zwei eingeschossigen, symmetrischen Seitenflügeln östlich des Hauptgebäudes, zwei kleinere Nebengebäude in symmetrischer Anordnung zum Aufnahmegebäude, ein Wärterhaus am westlichen Ende sowie ein kleines Bahnmagazin am äußersten östlichen Rand des langgestreckten Bahnhofsgeländes. Im nordwestlichen Bereich wurde mitten zwischen den Geleisen ein kleines hölzernes Stellwerksgebäude auf einem Sockel aus grob behauenen Granitsteinen errichtet. Eine Baumallee führte von der Stadtmitte direkt auf den zentralen Mittelbau des Aufnahmegebäudes zu. Die Konstruktion des Gebäudes wurde im Erd- und Obergeschoss teilweise in Blockstein- und Zyklopenmauerwerk ausgeführt, während Dachstuhl und das begehbare Dachgeschoss in Holzbauweise realisiert wurden.
Der gesamte Gebäudekomplex erhielt eine angebaute Bahnsteigüberdachung in Stahl-Holz-Konstruktion.
K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871. Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)
Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit :Arch. Franz Wilhelm.
Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.
Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen
Südtirol – Pustertal
Europastr. 1
I-39031 Bruneck
Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
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