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DREHMOMENTE Nr. 65 - Ehemalige Spinnerei „Salutt“ in Mals
Der Maschinenpark der ehemaligen Weberei und Spinnerei „Salutt“ in Mals aus den 1910er Jahren ist noch immer gut erhalten. Er soll nun zusammen mit seiner Industriemechanik dem Publikum zugänglich gemacht werden. So wurde bereits 2021 die ehemalige Verkaufsfläche der Spinnerei zu einem geteilten Arbeitsraum mit Zugang zum Maschinenpark umgebaut. Dazu besteht der Plan, die Maschinen einmal im Jahr wieder in Betrieb zu nehmen. Sie sind noch funktionsfähig und auch das notwendige Knowhow ist vorhanden. Gesprächspartner: Hannes Götsch -Werkzeugmacher, Josef Thurner BM und Christian Salutt als Eigentümer.
DREHMOMENTE Nr. 64 - Porphyrabbau in Südtirol
Der rote Bozner Quarzporphyr ist vulkanischen Ursprungs. Er entstand vor nunmehr 270 Millionen Jahren. Seit dem 16. Jahrhundert wird er vor allem im Unterland abgebaut. Heute werden noch im Steinbruch der Rotwand oberhalb von Auer Pflaster- und Randsteine sowie Platten gewonnen. Jetzt wurde ein bisher unveröffentlichter Fundus von insgesamt 370 Glasplattenfotos aus den 30er Jahren zugänglich.
DREHMOMENTE Nr. 63 - Rudolf Hartmann
Vom k.u.k. Hofspediteur zum modernen Logistikdienstleister. Die Geschichte des Unternehmens geht ins 19. Jahrhundert zurück, als der aus Wien stammende Gründer Rudolf Hartmann 1880 in Meran damit begann Umzüge wohlhabender Wiener nach Meran zu organisieren. Mit Pferdefuhrwerken und der Eisenbahn. Im Laufe der Zeit wurde der Güteraustausch immer komplexer und aufwändiger. Die Güter wurden von den umliegenden Tälern und Ortschaften mit Pferdefuhrwerken zum Meraner Bahnhof gebracht und dort auf die Schiene verladen. Auch in der vierten Generation ist das Unternehmen (seit 1999 in Sinich) der Schiene treu geblieben und koordiniert mit kombiniertem Transport (Straße-Schiene) die termingerechte Warenanlieferung beim Kunden.
DREHMOMENTE Nr. 62 - Erste Südtiroler Metalldrückerei
In Südtirol war er schon ausgestorben. Der Beruf des Metalldrückers, bis er im Jahr 2002 mit der Gründung der ersten Südtiroler Metalldrückerei in Vahrn bei Brixen wieder zum Leben erweckt wurde. Dort werden seither Artikel für die Gastronomie, Tamburstäbe, Fahnenspitzen und sakrale Gegenstände in Handarbeit gefertigt und restauriert. So zum Beispiel die Reflektoren der erneuerten Straßenbeleuchtung an der Talferpromenade in Bozen.
DREHMOMENTE Nr. 61 - Bildmuseum
Die Illusion der bewegten Bilder im Daumenkino des 19.Jahrhunderts. Keine Kunstwerke waren zu sehen, nur einfache Slapsticks, Doch das Publikum war begeistert, die musikalische Untermalung besorgte eine Spieluhr. Es gleicht einer Zeitreise durch über zwei Jahrhunderte – der Besuch in einer der größten Privatsammlungen historischer Foto- und Filmapparate in Bozen. Technische Perfektion gepaart mit kunsthandwerklicher Ästhetik auf engstem Raum. Die Exponate sollen jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden
DREHMOMENTE Nr. 60 - Die Virglbahn
Die Standseilbahn auf den Virgl war eine bautechnische Meisterleistung Anno 1907. Die aufgelassene Bergstation befindet sich auf dem Geländevorsprung des Kohlerer Berges, und die verschiedenen Funktionsbereiche der Anlage sind noch immer erkennbar. An der nordwestlichen Seite des Haupttraktes ist der schräg angelegte Ein- und Ausfahrtsbereich für die Fahrzeuge zu sehen, links davon die Veranda, die einstige Gaststube der Virglwarte. Die Virglbahn hatte bei einer Gesamtlänge von 342 m einen Höhenunterschied von 196 m zu überwinden, bei einer größten Steigung von 70 %. Die Talstation hingegen wurde vollständig abgetragen. Ursprünglich befand sie sich an der Bahnunterführung der Brennerbahn, im Anschluss an die Straße auf den Virgl und zum Kalvarienberg.
DREHMOMENTE Nr. 59 - Pappefabrik Mittewald
Es war einer der ersten Industriebtriebe in Südtirol. Die von Josef Pretz 1872 gegründete Pappefabrik in Mittewald in der Gemeinde Franzensfeste. Ein ungewöhnlicher Standort, der freilich vom zur Genüge verfügbaren Rohstoff Holz und auch vom Anschluss an die 1867 fertiggestellte Brennereisenbahn profitierte. 110 Jahre lang wurde in Mittewald weisse und braune Holzpappe produziert. Heute noch erinnert eine Trockenhalle aus der Gründerzeit an die Blütezeit
DREHMOMENTE Nr. 58 - Apfelexpress-Sanierung
Die Bahnstrecke zwischen Burgstall und Oberlana war Anfang des 20. Jahrhunderts mit gerade einmal 4,35 km die kürzeste Bahnstrecke Südtirols. Für die Wirtschaft freilich von grosser Bedeutung, denn mit dem sogenannten Apfelexpress erreichten die Obstbauern der Gemeinde die 1881 errichtete Bozen-Meraner-Bahn und damit den Zugang zu den Märkten in ganz Europa. Die Güterzüge wurden von 100 PS starken 20 Tonnen schweren E-Loks gezogen. Zwei Apfelexpress Lokomotiven sind noch erhalten.
DREHMOMENTE Nr. 57 - Gemeinschaftszentrum Maria Heim (Bozen)
Die Geschichte der Anlage begann Anfang des 17. Jahrhunderts, als der Neustifter Propst Markus Hauser von Weissenstein in der späteren Gemeinde Gries 8 Hektar Grund erwarb, um dort Weinbau zu betreiben. Im „Ventennio“ wurde der Weinbau durch die bauliche Expansion Bozens stark reduziert, auch wenn die Stiftskellerei Neustift rund um Maria Heim noch immer heimischen Lagrein anbaut. Herzstück der Anlage ist ihr ansitzartiges Hauptgebäude, das mit zahlreichen Fresken ausgestattet ist.
DREHMOMENTE Nr. 56 - Stahlbau Pichler. Von der Ideenschmiede im Eggental zum marktführenden Industriebetrieb
Am Anfang stand die alte Schmiede im Eggental. Daraus wurde nach einem kometenhaften Aufstieg ein globaler Player im Stahlbau.„Stahlbau-Pichler“ Vorzeige-Projekte sind die Bergisel-Sprungschanze in Innsbruck (2002) ebenso wie der Pavillon „Sonne“ in Nur-Sultan in Kasachstan (2017). Auch in New York sind die Südtiroler seit 2017 mit einem Projekt der Star Architektin Zaha Hadid vertreten. Vor 45 Jahren begannen die Brüder Ferdinand und Walter Pichler aus dem Eggental ihr Erfolgsprojekt, das heute weltweit 250 Mitarbeiter zählt.
DREHMOMENTE Nr. 55 - Eisenbahnmuseum Lienz und Baudirektor Ferdinand Pichler
Als im Jahr 1871 die „Südbahnstrecke“ von Lienz nach Franzensfeste in Betrieb ging, bedeutete dies für das Pustertal einen enormen Modernisierungsschub. Der Fremdenverkehr erlebte einen ungeahnten Aufschwung auch die Wirtschaft wurde durch die neue Möglichkeit des Gütertransports belebt. Dampf-, Diesel und Elektrolokomotiven aus der Vergangenheit, sind im Eisenbahnmuseum von Lienz auf einer Gesamtfläche von 18 Tausend Quadratmetern zu bewundern, untergebracht in einem Heizhaus, das bereit 1871 gebaut wurde. Neben Signalanlagen und historischen Lokomotiven erinnern in Lienz auch noch Hinweisschilder an die Zeit der Korridorzüge, als direkte Züge zwar Osttirol mit seiner Landeshauptstadt Innsbruck verbanden, auf italienischem Territorium in Südtirol freilich niemand aus- oder zusteigen durfte. Ferdinand Pichler war neben Luigi Negrelli und Josef Riehl der wohl bekannteste Eisenbahnpionier des 19ten Jahrhunderts in den Alpen. Geboren 1843 in Klagenfurt war er jahrelang Baudirektor der k.u.k. Südbahn und damit auch verantwortlich für die Pustertalbahn von Franzenfeste nach Lienz . Nach den schweren Hochwasserschäden des Jahres 1882 war Ferdinand Pichler zuständig für den Neubau der Brennereisenbahn im Abschnitt Blumau – Atzwang und Bau des zweiten Geleises von Bozen nach Innsbruck. Mehrere Lagerhallen und Gebäudeerweiterungen am Bozner Bahnhof tragen seine Handschrift. Seine berufliche Laufbahn beendete er als Oberbaurat, bevor er 1897 zum Vizebürgermeister von Innsbruck ernannt wurde. Seine Umbaupläne für den Bozner Bahnhof aus der Negrelli-Zeit sind in der Dauerausstellung des Kuratoriums im Foyer des Aufnahmegebäudes im Bahnhof Bozen zu sehen.
DREHMOMENTE Nr. 54 - Kavernenkraftwerk St. Anton
Als im Jahr 2021 das neue Wasserkraftwerk von St. Anton bei Bozen seinen Betrieb aufnahm, war für die Südtiroler Unternehmer Hellmuth Frasnelli und Karl Pichler ein Traum in Erfüllung gegangen. In nur 29 Monaten Bauzeit hatten sie das modernste Kavernenkraftwerk Europas verwirklicht. Das fünftgrösste Kraftwerk in Südtirol. 280 Tonnen Dynamit wurden benötigt, um die unterirdische 60 Millionen Euro Anlage zu verwirklichen. 18 Tausend LKWs förderten das Aushubmaterial zu Tage. Zukunftsweisend ist die Sicherheit des E-Werkes St. Anton. Gab es in der Vergangenheit mehrmals Tote, wenn Menschen am Uferrand der Talfer von den Wassermassen mitgerissen wurden, die immer dann auftraten, wenn die Turbinen ihren Betrieb aufnahmen, so wurde diese Schwallgefahr nun gebannt. Zwei unterirdische Ausgleichbecken mit 100 Tausend Kubikmeter Fassungsvermögen sorgen für einen gleichmässigen Abfluss in die Talfer.
DREHMOMENTE Nr. 53 - Tempelarchitektur in Bozen
Warum der Münchner Klassizismus in Bozen mehr Spuren hinterließ, als die k.u.k. Architektur aus Wien. Im 19. Jahrhundert wurde die Bozner Stadtplanung stark von München aus beeinflusst. Auf Weisung des bayrischen Königs Max Joseph I wurde vor 1809 der heutige Waltherplatz als früheste stadtplanerische Erweiterung der engen Altstadt anstelle der bestehenden Weingärten geplant. 1857 wurde der Münchner Architekt Sebastian Altmann zum Bozner Stadtarchitekten berufen, Auch seine Nachfolger Johann Bittner und Gustav Nolte kamen aus München. Heraus- ragendes Beispiel dieser spätklassizistischen Phase war das 1918 vollendete Bozner Stadttheater mit seinem imposanten Säulenvorbau. Es wurde im zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört und nicht wieder aufgebaut.
DREHMOMENTE Nr. 52 - Cornelius Hintner
Er war der erste Bergfilmer aus Südtirol. Der Bozner Cornelius Hintner. 20 Jahre vor Luis Trenker, drehte er bereits Spielfilme in den Dolomiten. Cornelius Hintner wurde 1875 in Bozen geboren, widmete sich zunächst der Malerei, war fasziniert vom Motorsport und nahm 1910 mit einem selbstgebauten Flugzeug an einer Flugschau in Berlin teil. Als einer der ersten Piloten Deutschlands erhielt er 1911 die offizielle Lizenz des Deutschen Luftfahrer-Verbandes. Daneben pflegte er seine Leidenschaft für das neue Medium, den Film. Die k.u.k. Südbahngesellschaft hatte die Werbewirksamkeit der laufenden Bilder erkannt und beauftragte ihn, Bergfilme aus den Dolomiten zu drehen. Es entstanden die Dokumentarstreifen „Von Toblach bis zum Misurinasee“ , „Evas Rosengartentour“ sowie „Unter Palmen und ewigem Eis.“ Dazu sein einziger noch erhaltener Spielfilm „Die Würghand“. Cornelius Hintner ist in Vergessenheit geraten. Fast alle seiner Filme gingen verloren. Der Südtiroler Filmhistoriker Paolo Caneppele hat ihm eine Biographie gewidmet.
DREHMOMENTE Nr. 51 - Südtiroler Optantensiedlungen in Österreich
Millionenfache Vertreibungen, Umsiedlungen und ethnische Flurbereinigungen kennzeichneten das 20ste Jahrhundert in Europa. Auch Südtirol war davon betroffen. Mit dem Optionsabkommen von 1939 zwischen Hitler und Mussolini hatten 86 % der Südtiroler für die Abwanderung in das deutsche Reich gestimmt. 76.824 verliessen in den ersten Jahren auch wirklich ihre Heimat. Der Kriegseintritt Italiens verhinderte ihre totale Abwanderung. In Österreich wurden in Rekordzeit Siedlungen für die Südtiroler an über 130 Standorten gebaut. Es entstanden Häuser im „Heimatstil“, auch als „Blut- und-Boden“-Architektur kritisiert, mit Stilelementen, Erkern, Fensterläden und Wandfresken aus Südtirol. Über 50 Tausend Südtiroler kehrten nach dem Krieg nicht mehr in ihre Heimat zurück. Ihre Nachkommen leben noch heute in den Optantensiedlungen in Tirol, Vorarlberg und Kärnten. Eine Bestandaufnahme aus Reutte im Tiroler Ausserfern. Dort blieben die Südtiroler-Siedlungen weitgehend erhalten.
www.suedtirolersiedlungen.eu
DREHMOMENTE Nr. 50 - Alois von Negrelli - Vom Bauingenieur zum Projektanten des Suez-Kanals
Alois von Negrelli, der spätere Ritter von Moldelbe, wurde am 23. Jannuar 1799 als sechstes Kind, einer Familie mit elf Kindern in Primiero, in der Valsugana geboren. Er studierte in Innsbruck Ingenieurwissenschaften und trat in die Straßendirektion des Landes ein. 1831 wurde er als Wasser- und Straßenbauinspektor des Kantons St. Gallen berufen und kurz darauf in Zürich mit der Projektierung der Schweizer Nordbahn betraut. Ab 1834 wurde das Stadtzentrum Zürichs, vorwiegend unter der Leitung Negrellis umgestaltet. Nach dem Krieg 1848/1879 leitete er an der Seite von Feldmarschall Radetzky den Wiederaufbau der Lombardo- Venetianischen Eisenbahn und war seit 1850 Projektant der Bahnlinie Verona- Bozen. Seit 1837 arbeitete Negrelli am Projekt des Suez- Kanals. Am 24. Juni 1856 stimmte schließlich die Kommission dem Projekt Negrellis, einen schleusenlosen Kanal zu bauen, zu und Negrelli wird offiziell mit der Aufsicht der Bauarbeiten betraut. Am 1. Oktober 1858 starb Negrelli und wurde in Wien am St. Marxer Friedhof bestattet.
DREHMOMENTE Nr. 49 - Albergo Diffuso. Bahnwärterhäuser neu gedacht
Von den rund 50 Bahnwärterhäusern von 1867, die meisten unter Denkmalschutz, die entlang der Brennerbahnlinie bestehen, wurden einige abgebrochen, andere sind vom Zerfall bedroht. Ein kleiner Teil wird benutzt und bewohnt, der Rest könnte als Unterkünfte für den Radtourismus betrieben werden. Die Bahn- und Streckenwärterhäuser wurden nach den Typenplänen des Bahnarchitekten Wilhelm von Flattich errichtet und waren in ihrer Abfolge durch die Gehentfernung für Wartung und Kontrollgänge der Bahnwärter bestimmt. Heute führt entlang der
Brennerlinie der Radweg vorbei, der teilweise die Trasse tangiert und teilweise solitär verläuft. Die dringende Frage nach einer Neunutzung und Zweckbestimmung ist eine Überlebensfrage für die charmanten Technik-Kleinodien, die in ihrer Gesamtheit mit der Brennerbahn ein Ensemble bilden.
DREHMOMENTE Nr. 48 - Norbert Wackernell - Ingenieur und Visionär
Norbert Wackernell zählte zu den bedeutendsten Ingenieuren und Verkehrsplanern Südtirols. Vor allem in Meran entwarf er Projekte zur Verkehrsentlastung und Beruhigung im Stadtbereich. Die Meraner Nordwestumfahrung trägt seine Handschrift, ebenso die großräumige Umfahrung von Naturns-Staben. Sein größtes Projekt freilich, die Brennerautobahnvariante durch das Passeiertal blieb auf dem Papier, als die Politik sich in den 60er Jahren für die Trasse durch das Eisacktal entschied. In der Kulturzeitschrift „Schlern“ publizierte Norbert Wackernell zahlreich Beiträge zur Geschichte der Verkehrswege in Tirol.
DREHMOMENTE Nr. 47 - Moessmer - Klimapositiv in die Zukunft
Die Tuchfabrik Moessmer in Bruneck wurde 1894 als erster Industriebetrieb des Pustertals gegründet. Walk und Lodenstoffherstellung überlebten bisher alle Krisen der Textil-Branche. Früher k.u.k. Hoflieferant, heute Partner von Prada und Armani. Nachhaltigkeit und das Tierwohl sind bereits zertifiziert. Mit umweltfreundlichem Strom aus dem eigenen Wasserkraftwerk, Solarpanelen und weiteren Maßnahmen will das Unternehmen jetzt ‚klimapositiv“ werden.
DREHMOMENTE Nr. 46 - Duka - Von der ein-Mann-Werkstatt zur High-Tech-Firma
Vor 40 Jahren begann alles in einer Garage, wo auf Kundenwunsch individuelle Duschkabinen hergestellt wurden. Heute ist die Firma DUKA ein High-Tech Unternehmen mit 300 Mitarbeitern. Produziert wird am neuen Standort an der Autobahnausfahrt Brixen-Süd. Der Familienbetrieb ist zum europaweiten Vorzeigewerk für Duschkabinen nach Maß geworden.
DREHMOMENTE Nr. 45 - Ciucioi
Der „Giardino dei Ciucioi“ in Lavis nördlich von Trient ist ein gartentechnisches Kunstwerk voller Überraschungen. Erbaut im 19. Jahrhundert und nach gründlicher Wiederinstandsetzung seit einigen Jahren wieder zugänglich für das Publikum. Der in einem alten Steinbruch vertikal mit Terassen angelegte Garten
ist das Werk eines einzigen Mannes. Tommaso Bortolotti, ein wohlhabender Bürger der Gemeinde Lavis verwirklichte mit der Anlage seinen Lebenstraum. Von 1830 bis 1870 baute er eine Orangerie und Gewächshäuser für tropische Pflanzen, die im Winter über ein zentrales Holzkohleheizwerk mit Wärme versorgt wurden.
Nachhaltigkeit war ihm ein Anliegen. Geprägt wird der Garten von einer architektonischen Kulisse, die von Stilelemente aus ganz Europa geprägt ist. Maurische Fassaden finden sich darin ebenso, wie venezianische Fensterfronten und griechische Säulen. Gekrönt wird der Garten von einer
Kirchenfassade, die der Bauherr, vermutlich ein Freimaurer, anfertigen liess, um Zweifel an seiner politischen Einstellung auszuräumen.
DREHMOMENTE Nr. 44 - Bunkerwelten
Sie sind Zeugnisse des vergangenen Jahrhunderts. Bunker, die der Verteidigung, dem Schutz und dem Kampf dienten. Auch in Südtirol. Im faschistischen Italien wurden sie als Grenzbefestigung des „Vallo alpino del Littorio“ gebaut. Nach dem Muster der französischen Maginot-Linie und dem deutschen Ost- und Westwall. Ab 1943 entstanden zum Schutz der Bevölkerung vor anglo-amerikanischen Bombenangriffen Luftschutzbunker vor allem in Bozen so in der Fagenstrasse und im Virgltunnel und während des kalten Krieges errichtete das US-Militär Raketen-Bunker bei Naz-Schabs ,um einem möglichen Angriff der Sowjetunion zu begegnen. Relikte aus nahezu unverwüstlichem Stahlbeton die einer neuen Zweckbestimmung warten. Eine Spurensuche.
DREHMOMENTE Nr. 43 - Hängebrücken im Wipptal
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden auch in Südtirol Hängebrücken errichtet. Vor allem für Fussgänger. So auch im Wipptal nahe der Bahnstation Mauls über den Eisack zum Gasthof „Blauer Hecht“. Mit Brückenköpfen aus Granitquadern und einem Brückenkörper mit Holzbohlen über Eisenstangen an Stahlseilen aufgehängt. Auf beiden Seiten Rundbogen-Portale. Ein verkehrstechnisches Denkmal, das es zu erhalten gilt. Im Naturraum von Mareit ist der historische Hofmannsteg die einzige Flussquerung zwischen dem Dorf und der Bergwerksanlage von Maiern.
DREHMOMENTE Nr. 42 - 150 Jahre Pustertalbahn
Eine wechselvolle Geschichte hinter sich und eine ungewisse Zukunft vor sich
Die Pustertal-Bahn, gebaut 1871 in der Rekordzeit von 26 Monaten als erste Alpenquerverbindung über 209 Kilometer von der Südbahn in Marburg (Maribor) zur Brennerbahn in Franzensfeste. Verwirklicht von tausenden von Arbeitern hauptsächlich aus dem Trentino. Bereits nach elf Jahren musste sie mit enormem Kostenaufwand erneuert werden, da 1882 ein Jahrhunderthochwasser weiträumig gewaltige Schäden verursachte. Der nächste Rückschlag für die Bahn erfolgte nach dem ersten Weltkrieg mit der Grenzziehung bei Winnebach. Nach dem zweiten Weltkrieg funktionierte dann als Kuriosum vorübergehend ein „Korridorzug“ zwischen dem Osttiroler Lienz und der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Auf Südtiroler Gebiet durften dabei keine Fahrgäste aus- oder zusteigen. Die Elektrifizierung der Pustertalbahn erfolgte in den 80er Jahren auf Druck des Fiat-Konzern, der seine in Polen produzierten Kleinwagen Panda und Seicento auf der Schiene nach Italien transportieren wollte. 2012 wurde der Güterverkehr endgültig eingestellt. Welche Zukunft der Bahn beschieden ist, hängt wohl von einer möglichen Anbindung an die geplante BBT-Hoch-geschwindigkeitsstrecke und die für den lokalem Nahverkehr wichtige Riggertalschleife ab.
DREHMOMENTE Nr. 41 - Theodor Fischer
Architekt der Zeitenwende
Als Erzieher einer ganzen Architektengeneration war Theodor Fischer (1862-1938), Mitbegründer des deutschen Werkbundes, einer der herausragenden Repräsentanten der Münchner Schule. Er beeinflusste Traditionalisten als auch Progressive und beschäftigte sich im Besonderen mit der Einbindung neuer Architektur in historische Ensembles, ohne im Detail stilistische Elemente zu imitieren. Zu seinen bekanntesten Schülern gehören Architekten wie Lois Welzenbacher und Bruno Taut. Fischers Bauten, darunter Schulen, Universitätsgebäude , Brücken und Museen, aber auch Arbeiterwohnhäuser und vor allem evangelische Kirchen erstrecken sich über ganz Deutschland, wobei München und Stuttgart die Schwerpunkte seines Schaffens darstellen. Nach einem Meran-Urlaub im Jahr 1897 zog es ihn immer wieder nach Tirol, wo nach seinen Projekten das Postgebäude in Hall und die Knabenschule in Lana gebaut wurden. Aus dem Jahr 1898 stammt Fischers Plan einer grosszügigen Stadterweiterung in Meran. Wie weit dieses Konzept aus der Blütezeit der Kurstadt noch heute das urbane Erscheinungsbild zwischen Bahnhof, Andreas Hofer Denkmal und Villenviertel prägt, wird in der TV-Doku „Fischer – Architekt der Zeitenwende“ untersucht
DREHMOMENTE Nr. 40 - Laas und die USA
Laaser Marmor für Ground Zero in New York
Schon die Römer verwendeten Laaser Marmor für ihre Meilensteine im Vinschgau. Der Stein gilt als hart, widerstandsfähig und wetterfest. Bildhauer schätzen ihn wegen seiner weissen Farbe. Laaser Marmor ist heute weltweit anzutreffen. Die Prachtfassaden der Wiener Ringstrasse wurden damit verkleidet, Laaser Marmorstatuen finden sich in Europa, Afrika und Amerika. Eine besondere Beziehung besteht zu den USA: Nach dem zweiten Weltkrieg orderten die Vereinigten Staaten für ihre gefallenen Soldaten 55 Tausend weisse Marmorgrabkreuze und verhalfen den Marmorwerken zum Überleben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Und anfang der 2000er Jahre war es wieder eine Tragödie, die Laas zugut kam. Nach dem Attentat auf die Zwillingstürme in New York wurde am sogenannte Ground Zero die grösste U-Bahnstation der Welt gebaut. Verkleidet mit weissem Laaser Marmor. 100 Tausend Marmorplatten mussten dazu von Südtirol nach New York transportiert werden.
DREHMOMENTE Nr. 39 - Die Eiar-Sendestation in Gries
Als am 12. Juli 1928 die ersten Radiowellen von Bozen aus in den Äther gingen, wurde Bozen offiziell zur vierten Radiostation in Italien nach Rom, Mailand und Neapel aber vor allen anderen Grossstädten. Der Faschismus hatte die Bedeutung des neuen Mediums als Propagandainstrument erkannt und wollte damit italienweit die pompöse Einweihung des Siegesdenkmals übertragen. Aus Zeitdruck war der EIAR-Radiosender (nach dem zweiten Weltkrieg RAI) zunächst ein Provisorium. Inmitten der Grieser Weinberge wurden zwei Sendemasten hochgezogen, erst drei Jahre später entstand daneben ein Funkhaus mit allen technischen Geräten. Die Sendeanlage wurde noch in den 1930er Jahren nach Montiggl verlegt. Das erste Funkhaus am Mühlweg in Gries steht seit Jahrzehnten leer und sucht nachhaltigeiner neuen Bestimmung.
DREHMOMENTE Nr. 38 - Pflanzenschutz im Wandel
Pflanzenschutz in Südtirol
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist Südtirol einer der grössten Apfelproduzenten Europas. Die begehrten Südtiroler Äpfel wurden nach dem Bau der Brennerbahn (1867), dem Anschluss nach Meran und dem Apfelexpress von Lana nach Burgstall bis an den Zarenhof nach St. Petersburg geliefert. Die grösste Sorge der Apfelbauern waren lange Zeit Krankheiten wie Mehltau und Apfelschorf. Dagegen half der im 19. Jahrhundert in England entwickelte Schwefelkalk. In Südtirol wurde es erstmals vom Pflanzenschutzpionier Josef Margesin aus Lana produziert. Im Gegensatz zu anderen Pestiziden – wie dem in den 1950er Jahren als extrem gesundheitsschädlich in Verruf geratenen DDT – kann Schwefelkalk in besonderen Fällen auch heute noch in der biologischen Landwirtschaft verwendet werden.
DREHMOMENTE Nr. 37 - Vom Holzstrumpf zum Hightech-Produkt
Ein Südtiroler Start-up Unternehmer baut innovative Prothesen
Schon seit mehreren Jahrtausenden versucht der Mensch, abgetrennte Körperteile durch Prothesen zu ersetzen. Hochkonjunktur hatten die Prothesenhersteller stets zu Kriegszeiten. So auch im ersten Weltkrieg, als Grödner Herrgottschnitzer sich der Produktion von Holzprothesen widmeten. Heute arbeitet man bereits an der Verknüpfung nes Nervensystems mit künstlichen Armen und Händen. Positive Erfahrungen mit bionischen Prothesen hat der Südtiroler Start-up Unternehmer Martin Brandstätter bei mehreren Einsätzen mit Unfallopfern in Afrika gesammelt.
DREHMOMENTE Nr. 36 - Vom Hornschlitten zur Bachmann-Rodel
Die Geschichte des Schlittenbaus im Laufe der Jahrtausende
Von Arbeitsgerät in der Landwirtschaft zur Rennrodel für den Spitzensport. Als Naturbahnrodler wurde der Südtiroler Otto Bachmann mehrfacher Italien- und Europameister. Seine Erfahrungen aus dem Rennsport liess er in die Entwicklung von Freizeitrodeln einfliessen. Bachmann-Rodeln aus Innichen zählen inzwischen zu den Spitzenprodukten im modernen Rodelbau.
DREHMOMENTE Nr. 35 - Schneekanonen aus Südtirol
Amerikanische Technologie für die Dolomiten
Die ersten Beschneiungsversuche mit Kunschnee gehen auf das Jahr 1948 in Connecticut zurück, die aber kaum erfolgreich waren. Erst 15 Jahre später gelang es in Amerika aus Wasser Kunstschnee zu produzieren und eine Piste zu beschneien. Dank Kunstschnee ist das Skifahren auch in schneearmen Perioden möglich. Der künstliche Schnee wird aus Wasser, Luft und Energie heute produziert. Die ersten Versuche gehen in Südtirol auf die 1970er Jahre zurück. International mitgemischt hat die Brixner Firma Stubenruss. Vorne mit dabei waren auch die Betriebe Demetz in Gröden und heute weltmarktführend die Firma Leitner. Erich Kastlunger, Seilbahnpionier, veranlasste 1980 die erste Vollbeschneiung seiner Miara-Piste unter Einsatz von damals noch sündteuren Geräten aus Amerika. Der Skirennläufer Erich Kastlunger eröffnet ein Sportgeschäft und spart sich sein Startkapital als Seilbahnunternehmer zusammen. 1967 baut er den ersten Lift von Enneberg auf den Kronplatz. 1973 erreicht er sein Traumziel, das Brunecker Skigebiet mit St. Vigil und Olang zu verbinden. Er war einer der Gründerväter von Dolomiti Superski. Immer wieder beweist Kastlunger seinen Sinn für Innovation: 1978 mit dem ersten kuppelbaren Sessellift Italiens.
DREHMOMENTE Nr. 33 - Die Lichtsauna-Wellness 1914
Wellness in Südtirol
Dieses „Wellnessobjekt“ aus der Jahrhundertwende, besteht aus einem Holzzylinder von 1 m 50 Höhe und einem Durchmesser von ca. 1 m 20. Dieser war auf der Innenseite mit ca. 40 elektrischen Birnen ausgestattet. Mit Spagat umwickelte Eisenstäbe fungierten als Abstandhalter, um den Saunabenutzers vor einem unabsichtlichen Hautkontakt mit den heißen Glühbirnen zu schützen. Um eine gute Reflexion der Hitze zu gewährleisten war der ganze Kasten mit Porzellan ausgekleidet. In einem Teil der Zylinderaussenwand war eine Türe eingeschnitten, um dem Benutzer den Einstieg in die Sauna zu erleichtern. Im Inneren befand sich ein Stuhl mit verstellbarer Höhe, damit verschieden große Menschen so darinnen sitzen konnten, dass nur der Kopf durch das runde Loch im Deckel herausschaute und somit der ganze Körper dem wärmenden Genuss der Heizbirnen zugutekommen konnte. Ein weiteres Higlight der Wellnesskultur waren die ersten Gym-Geräte, auf denen auch Kaiserin Sissi trainierte. Sie sind heute im Touriseum ausgestellt
DREHMOMENTE Nr. 32 - Carlo Abarth
Im Zeichen des Skorpions
Die Familie von Karl Abarth (1908- 1979) stammte aus Meran, lebte jedoch in Wien. Seit den frühen Jugendjahren hatten es ihm die Geschwindigkeit, die Technik und die Innovation angetan. Nach zwei schweren Unfällen mit dem sidecar hat Abarth den Rennsport an den Nagel gehängt und sich voll der Technik verschrieben. 1945 kehrte er mit seiner Familie nach Meran zurück und eröffnete als Carlo Abarth 1949 sein eigens Unternehmen. Firmenlogo war der Skorpion, wie auch sein Sternzeichen. Die mechanische Werkstätte produzierte hochwertige leistungsstarke Auspuffe und war für Fahrzeugtuning eine internationale Adresse. In seinem Unternehmen wurden in den 1950er- und 1960er-Jahren viele Fahrzeuge von Fiat, Simca und Alfa Romeo renntauglich gemacht. Er spezialisierte sich auf den Bau kleinvolumiger Sportwagen und besiegte damit arrivierte Rennställe. Für seinen Rennstall fuhren u. a. Johann Abt, Kurt Ahrens, Ernst Furtmayr, Hans Herrmann, Jochen Neerpasch und Hans Ortner. Bis 1971 fuhren seine Autos dank der großen Bandbreite seiner Modelle jährlich bis zu 600 Renn- und Klassensiege ein. Mit dem auch in Italien ansteigenden Trend zu mehr Hubraum sank der Erfolg seines Geschäftsmodells. Letztlich wurden die Basisfahrzeuge nicht mehr produziert. 1971 verkaufte Carlo Abarth Namensrechte und Fertigungsstätten an Fiat und zog sich nach Wien zurück. Einige Jahre war er noch als Berater für das Unternehmen tätig. Erfolgreich war Abarth 1958 mit dem Fiat 500, der mit dem Design von Zagato e Pininfarina zum Kultauto wurde. Die Firma ist heute zu 100% im Besitz von Stellantis Group. Heute noch werden Sportausführungen für FIAT-Automobile hergestellt.
DREHMOMENTE Nr. 31 - Beregnungstechniken und Hagelabwehr
Frost- und Hagelabwehr
Die Frostberegnung (Erfindung im Jahr 1952 von Blasius Höller, Terlan) und die Hagelabwehr sind zwei technische Neuerungen, die für den Obstbau in Südtirol von enormer Bedeutung waren. Der Schutz der Obstkulturen vor dem Frost im Frühjahr ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Ernte, ohne Schutz der Blüten und der entstehenden Früchte bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können massive Ernteausfälle eintreten. Gerade der Aufbau einer Eisschicht rund um die Apfel-Blüte dank einer kontinuierlichen Beregnung während der Nachtstunden war endlich Ersatz für die mobilen Öfen, die dem Frühjahrsfrost nicht gewachsen waren. Ein weiteres Phänomen war der Hagelschlag. Mittels Hagelabwehr-Kanonen sollten Silberiodid-Kondensationskeime in potentielle Hagelwolken eingebracht werden und so den Schaden für die Obstkulturen vermindern. Da die Technik nicht effizient genug war, wurde sie durch die Hagelnetze ersetzt.
DREHMOMENTE Nr. 30 - Im Omnibus über die Berge
Atesina und SAD erobern die Dolomiten
Der Siegeszug der Busse begann in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf jenen Gebirgsstrassen, die von der Eisenbahn nicht bedient werden konnten. Heute bedient die SAD ein Verbundsystem, in dem sich Eisenbahn- und Buslinien ergänzen.
DREHMOMENTE Nr. 28 - Als die Bilder laufen lernten. Filmland Südtirol
Berge in Flammen
Die Begeisterung für das neue Medium „Film“ der Gebrüder Lumiere griff nach der Jahrhundertwende rasch um sich. In den Städten entstanden die ersten Lichtspielhäuser. So gab es in Meran vor dem ersten Weltkrieg bereits zwei Kinematografen, deren Stummfilme von Klavierspielern untermalt wurden. In der Zwischenkriegszeit erlebte der Bergfilm mit Luis Trenker seinen Höhepunkt und auch heute ist Südtirol noch immer Schauplatz internationaler Filmproduktionen.
DREHMOMENTE Nr. 27 - Von der Schneekatze zum Leitwolf. Pistenfahrzeuge von Prinoth
Technik am Schnee
Als in den 1960er Jahren in Gröden die erste Prinoth-„Schneekatze“ in Betrieb ging, begann eine neue Ära der Pistenpräparierung, die Wintersportindustrie erlebte eine radikale Modernisierung. Die Pisten mussten seither nicht mehr zu Fuss getreten werden. Der neue „Kompakt“-Schnee wird gefräst, gewalzt und gleichmässig verteilt. Die Abfahrten wurden sicherer und sollte dennoch etwas passieren, ist heute nach wenigen Minuten der Rettungshubschrauber zur Stelle.
DREHMOMENTE Nr. 26 - Wasserkraft mit Tradition
Von der Lipper Venezianersäge zur Hammerschmiede
Jahrhunderte vor der Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung wurden im Alpenraum bereits Mühlen, Schmiedewerkstätten, Sägewerke und Aufzüge mit Wasser betrieben. Heute werden derartige Anlagen zu Schau- und Museumszwecken wieder restauriert. So der Wassertonnenaufzug in Ridnaun und die Lippersäge in Olang.
DREHMOMENTE Nr. 25 - Blütezeit der Grandhotels
Der letzte Tango
Als Südtirol mit der Brennerbahn und dann mit der Bahn durchs Pustertal und in den Vinschgau den Anschluss ans europäische Eisenbahnnetz erhielt, erlebte der Tourismus eine wahre Sternstunde. Erstklassige Hotels entstanden entlang der neuen Bahnen, in Toblach, in Gossensass, in Bozen Meran, aber auch auf der Mendel, am Karersee und in Trafoi. Mit den Grand Hotels hielten in Südtirol auch neue Wunder der Technik, wie elektrisches Licht, Fahrstühle und kleinkaftwerke zur Stromerzeugung Einzug. Doch die Tage der Grand Hotels waren oft schon bei ihrem Bau gezählt.
DREHMOMENTE Nr. 24 - Johann Kravogl
Ein Erfinderschicksal
Das Leben und Werk des aus Lana stammenden genialen Erfinders Johann Kravogl wird in den wichtigsten Etappen nachgezeichnet. Johann Kravogl (1823-1889) hat ein elektrisches Kraftrad entwickelt, das als Vorläufer des Elektromotors gilt, weiters eine Pressluft-Lokomotive, eine Quecksilberpumpe und ein Schnellfeuergewehr. Im Vinzentinum in Brixen befinden sich verschiedene Lehrmittel, die aus seiner Werkstatt stammen. Der wirtschaftliche Erfolg blieb Kravogl versagt, da er seine Erfindungen nicht zu vermarkten vermochte.
DREHMOMENTE Nr. 23 - Wassertonnen-Aufzüge in Ridnaun
Bergbau und Transportwege im Hochgebirge
Das ehemalige Bergwerk am Schneeberg zwischen Ridnaun und Passeier war nicht nur eines der höchstgelegenen, sondern auch der produktivsten Bergwerke des Alpenraumes. 800 Jahre lang wurde nach Silber, Blei und Zink gegraben. 1870 entstand als Anbindung an die neue Brennerbahn in Sterzing ein komplexes Transportsystem für das abgebaute Material. Es wurde eine 27 Kilometer lange Schinenanlage für eine Pferdebahn gebaut. Um die Steilstufen der insgesamt 1900 Meter öhenunterschied zu bewältigen kamen Wassertonnen-aufzüge zum Einsatz An acht Bremsbergen wurde das Erz mit Wasser als Gegengewicht nach unten gebremst und nach oben gezogen. Einige Abschitte der 1925 aufgelassenen Anlage können heute besichtigt werden.
DREHMOMENTE Nr. 22 - 100 Jahre Vigiljochbahn
Das Seilbahnzeitalter erlebt seinen Durchbruch
Nach Kohlern bei Bozen und Grindelwald in der Schweiz war die Seilschwebebahn von Lana aufs Vigiljoch 1912 die dritte Anlage dieser Art in Europa. Doch im Gegensatz zu Kohlern das in Privatinitiative durch den Umbau einer Materialseilbahn in eine Bahn zur Personenbeförderung adaptiert wurde, planten die Meraner Tourismuskreise von Anfang an eine Bahn für den Personenverkehr. Die damals fortschrittlichste Technik welche nicht weniger als 39 Stützpfeiler erforderte, kam zum Einsatz. In der Folge wurde die Anlage nach den Erkenntsissen des Seilbahnpioniers Luis Zuegg modernisiert.
DREHMOMENTE Nr. 21 - Joseph Riehl: Pionier der Tiroler Bergbahnen
Unternehmer mit Pioniergeist
Joseph Riehl wurde 1842 als Sohn eines vor der französischen Revolution nach Bozen geflüchteten Gastwirts und einer Bozner Wirtshaustochter geboren. Er studierte an der technischen Hochschule in Karlsruhe und erhielt bereits mit 22 Jahren eine Stelle in der Bauleitung der Brennereisenbahn. 1870 wurde Riehl selbstständiger Unternehmer und lieferte Marmor und Granit für die Prachtbauten am neuen Wiener Ring. Es folgte sein erstes Strassenprojekt Waidbruck-Kastelruth,dann der Bau mehrerer Wasserkraftwerke,so 1903 das grösste Kraftwerk der Monarchie, die Sillwerke bei Innsbruck und schließlich eine Reihe von Bergbahnen, darunter die Rittner- und die Tauferer Bahn sowie die Karwendel – und die Stubaitalbahn in Nordtirol.
DREHMOMENTE Nr. 20 - Das Industriedorf Sinich
Von der Sumpflandschaft zum Borgo Vittoria
Zuerst kam die Fabrik, dann das Dorf. Bis 1924 war Sinich bei Meran vorwiegend unproduktives Sumpfland. Dann beschloss das faschistische Regime den Bau einer Kunstdüngerfabrik. Dass die Ansiedlung in Sinich und nicht wie ursprünglich geplant in Marling entstand, ist dem massiven Widerstand der Meraner Fremdenverkehrskreise zu danken. Billige Arbeitskräfte aus Oberitalien und billiger Strom aus Südtirol erleichterten das Vorhaben. Es entstand die grösste Stickstofffabrik Italiens. Und mit der Fabrik wuchs auch das auf dem Reisbrett angelegte Arbeiter-Dorf, in dem die Bewohner mit allem versorgt wurden. Sie lebten wie in einem Getto.
DREHMOMENTE Nr. 19 - Die Brüder Durst in Brixen
Julius Durst
Die Brüder Durst setzen weltweit neue Massstäbe in der Technik für Vergrösserungs- und automatische Fotoapparate. Julius Durst war neben Max Valier der herausragendste Erfinder des 20. Jahrhunderts in Südtirol. „Julchen, der Konstrukteur“ bastelte bereits während seines Studiums am Technikum in Konstanz einen automatischen Plattenspieler und meldete zusammen mit seinem Bruder Gilbert im Jahr 1934 ein Kopier-gerät für Ansichtskarten zum Patent an. Mit dem Einstieg der Unternehmerfamilie Oberrauch aus Bozen entwickelte sich die Firma „Durst“ in Brixen ab 1936 zu einem international anerkannten Industriebetrieb auf dem Gebiet der Phototechnik. Durst-Vergrößerungsapparate wurden weltweit verkauft. Julius Durst liess sie sich durch zahlreiche Patente schützen. Auch Kleinbildkameras entstanden im Brixner Werk und Anfang der 50er Jahre entwickelte Julius Durst sogar die erste Kleinbildkamera der Welt mit Belichtungsautomatik, die „Automatica“. Die Bedeutung einer 1949 zum Patent angemeldeten „Bildfernsendeanlage“ ,eine Art Fax-Gerät, wurde damals nicht erkannt und erst fünf Jahre später von einem anderen Hersteller in den USA gebaut. Julius Durst starb 55-jährig bei einem Verkehrsunfall in Nordtirol. Julius Durst war nicht nur ein fanatischer Tüftler, sondern auch ein kreativer Filmemacher. Zeugnis davon sind zahlreiche Bergfilme aus den Dolomiten der 1930er Jahre.
DREHMOMENTE Nr. 18 - Von der EIAR zur RAI
Von der Unda-Radio Fabrik in Toblach in den 1920er Jahren ins TV-Zeitalter der Tagesschau bis zur Richtfunkstrecke der RAS.
Die Geschichte der Rai in Bozen beginnt im Jahr 1928. Unter dem Faschismus hieß der Sender EIAR; er wurde zur Einweihung des Siegesdenkmals in Betrieb genommen. Die EIAR hatte den klaren Auftrag, das Land zu italienisieren. Nach einem kurzen deutschen Intermezzo in den Jahren von 1943 bis 1945 beginnt nach der Befreiung durch die Amerikaner die schrittweise Demokratisierung, jetzt als Rai. Die Lokalberichterstattung erfährt 1966 eine weitere Aufwertung. In diesem Jahr geht das erste Regionalfernsehen Europas auf Sendung.
DREHMOMENTE Nr. 16 - Die Industriezone Bozen
Industrialisierung zwischen den Kriegen
Herbst 1934. Die faschistischen Machthaber beschließen den Bau der Bozner Industriezone. Zehn Jahre lang zahlen die neuen Betriebe weder Steuern noch Zoll. Die staatlichen Subventionen sind verlockend, der Strom wird den Unternehmen praktisch geschenkt. Tausende Arbeiter ziehen aus dem norditalienischen Raum nach Bozen. Bereits wenige Jahre nach dem Industrialisierungsbeschluss stehen in der Zone bereits 39 Betriebe mit mehr als 8 000 Arbeitern. Heute ist von der Großindustrie wenig übrig geblieben. Doch viele Bauten stehen noch da.
DREHMOMENTE Nr. 15 - Das Schaukraftwerk Sachsenklemme
Erstes europaweit unbemanntes Schaukraftwerk Sachsenklemme
Dieses Kleinkraftwerk, das für die Pappenfabrik Prez, die Sachsenklemme und landwirtschaftlichen Betriebe zwischen Mittenwald und Franzensfeste Strom geliefert hat, wird als innovativer Technikschauplatz nach einer sehr aufwendigen Restaurierung bespielt.
DREHMOMENTE Nr. 12 - Das Kavernenkraftwerk in Waidbruck
Strom aus Südtirol
Die Erschliessung der Grosskraftwerke an Eisack und Rienz im Spannungsfeld zwischen Lokalpolitik und nationalen Interessen der faschistischen Machthaber. Thematisiert werden die Grosskraftwerke von Kardaun, Brixen und Waidbruck. Das E-Werk in Waidbruck wurde in den Jahren 1936-38 von nicht weniger Als 5000 Arbeitern gebaut. Die Kavernenanlage verfügte über den damals grössten Druckwasserstollen Europas und versorgte die Aluminium Werke in Bozen mit billigem Strom. In die internationalen Schlagzeilen geriet Waidbruck, als 1961 die Reiterstatue vor dem Werk, der sogenannte Aluminium-Duce bei einem Attentat in die Luft flog.
DREHMOMENTE Nr. 11 - Marmorbruch Laas, das „Carrara“ der Habsburger
Weisses Gold
Auf dem längsten Bremsberg Europas wird seit 1930 der Laaser Marmor zu Tal gebracht. Historische Zeugnisse belegen den Abbau des hochwertigen Steins bereits seit dem 15.Jh. Die Rettung des Portalkrans als Symbol für die Aufwertung von Laas als Wirtschafts- und KulturmagnetAuf dem längsten Bremsberg Europas wird seit 1930 der Laaser Marmor zu Tal gebracht. Historische Zeugnisse belegen den Abbau des hochwertigen Steins bereits seit dem 15.Jh. Die Rettung des Portalkrans als Symbol für die Aufwertung von Laas als Wirtschafts- und Kulturmagnet
DREHMOMENTE Nr. 10 - Tourismusmagnet Grödner Bahn, Baujahr 1916
„Krieg und Frieden“
In nur viereinhalb Monaten wurde sie gebaut, so sehr hatte das Militär auf die im Jänner 1916 fertiggestellte Grödner Bahn von Klausen nach Plan gedrängt. 10 Tausend Arbeiter (darunter 6000 russische Kriegsgefangene) hatten sie errichtet. Im zehn Minuten Takt brachten Zugkonvois von 6 bis 10 Zügen Kriegsmaterial nach Plan,wo es von Seilbahnen über das Sella-, Grödner- und Pordoi-Joch zur Front Richtung Lagazuoi und Col di Lana gebracht wurde. Nach dem ersten Weltkrieg war die dampfbetriebene Schmalspurbahn für den Fremdenverkehr von Bedeutung. Ihr ist ein ausführliches Filmdokument aus den frühen 1950er Jahren gewidmet. Am 29.Mai 1960 wurde die Grödner Bahn eingestellt und durch Autobusse ersetzt.
DREHMOMENTE Nr. 9 - Luis Zuegg Vorreiter des Seilbahnwesens
„Immer auf Draht“
Zwar konnte man in Bozen auf die älteste Bergschwebebahn der Welt (1908 nach Kohlern) verweisen und auch Lana hatte seit 1912 eine Seilbahn, doch der richtige Durchbruch für das Seilbahnwesen kam erst mit dem ersten Weltkrieg. Luis Zuegg aus Lana war für die österreichischen Seilbahnen an der Dolomitenfront zuständig, welche den Nachschub für die Gebirgstruppen besorgten. Seine Erfahrungen führten zu zahlreichen Verbesserungen und Erfindungen, die nach dem Krieg für zivile Bahnen verwendet wurden. Zuegg baute Seilbahnen nach Hafling, in Sestriere, in Kapstadt, Garmisch und auf die Zugspitze. In Gröden wurde Ende der 1920er Jahre der erste Schlittenlift gebaut. Der zunehmende Wintersport führte zum Bau von Sessel- und Kübelliften und in der Folge auch modernen Umlaufbahnen. Südtiroler Unternehmen Hölzl (Doppelmaier) und Leitner gaben dabei den Ton an.
DREHMOMENTE Nr. 8 - Max Valier als Pionier der Flüssigkeitsrakete
„Mondsüchtig“
Der Mond und die Sterne faszinierten ihn seit seiner Schulzeit im humanistischen Gymnasium in Bozen. Max Valier, geboren 1895 in Bozen, veröffentlichte schon als Schüler Zeitungsberichte zu astronomischen Themen. Den ersten Weltkrieg beendete er bei der Luftwaffe und war bereits damals fest davon überzeugt, dass „der Vorstoss in den Weltenraum“ nur mit Raketen möglich war: In München verwendete er in den 1920er Jahren zunächst Pulver- dann Flüssigraketen als Rückstoss-Antrieb für Bodenfahrzeuge. Bei der Erprobung eines neuen flüssigen Treibstoffs auf Kerosin-Basis kam es 1930 zu einer tödlichen Explosion. Im deutschen Museum in München wird er mit einer eigenen Ausstellung als Pionier der Flüssigkeitsraketen gewürdigt. Am Mond wurde inzwischen ein Krater nach ihm benannt. Strassen tragen seinen Namen und eine Schule wurde nach ihm benannt.
DREHMOMENTE Nr. 7 - Von der Brixner Druckerpresse zur Schreibmaschine Mitterhofers
„Schwarz auf weiss“
Sie heisst „Klarissa“, wurde in den 1990er Jahren restauriert und steht heute in der Druckerei Weger in Brixen. Die wahrscheinlich weltweit älteste noch erhaltene Druckerpresse aus Holz. Bis 1563 wurden auf ihr in der Druckerei Giacomo Marcaria in Riva am Gardasee die Dokumente des Konzils von Trient gedruckt. In der Fürstbischöflichen Hofbuchdruckerei in Brixen (ab 1790 Druckerei A.Weger) diente sie bis 1829. Die Holzaltersbestimmung datiert die Presse in das Jahr 1550. 1864, etwas mehr als 300 Jahre später bastelte der Tischler Peter Mitterhofer in Partschins bei Meran eine der weltweit ersten Schreibmaschinen. Eine Nachbildung ist im Schreibmaschinenmuseum von Partschins zu sehen – wo sich die umfangreichste Schreibmaschinensammlung der Welt befindet.
DREHMOMENTE Nr. 6 - „Strom für alle". Elektrische Kleinkraftwerke
„Licht an“ in Stadt und Land
Nach dem Erfolg des ersten grossen Wasserkraftwerks auf der Töll (1898) wurden in den ersten 10 Jahren des 20. Jahrhunderts flächendeckend neue E-Werke gebaut.Die Gemeinde Zwölfmalgreien errichtete 1901 ein Kraftwerk in Kardaun,welches das Wasser des Eggentaler Baches nutzte. Auch am Land wurde Strom für den steigenden Bedarf produziert. Toblach, Gais, Sand in Taufers, Lana). Ein besonderes Schmuckstück ist das heute noch erhaltene Kleinkraftwerk vom Turmhof in Entiklar. Es belieferte 1910 die Gemeinden Kurtatsch und Margreit mit Strom und wurde 2001 für den Eigenbedarf restauriert.
DREHMOMENTE Nr. 5 - Die Kohlerer Bahn. 9´11"
Sieg im Finale
Den Wettlauf um die erste für den Personenenverkehr zugelassene Bergschwebebahn der Welt konnte die Kohlerer-Bahn bei Bozen im Sommer 1908 ganz knapp für sich entscheiden. Der Wetterhorn-Aufzug bei Grindelwald in der Schweiz wurde einen Monat später in Betrieb genommen, aber bereits 1914 wieder abmoniert,während die Kohlerer Bahn in ihrer nunmehr vierten Version (2006) noch heute verkehrt. Sie war das Werk eines tatkräfigen Bozner Gastwirts (Josef Staffler), der auf der Suche nach einer Alternative zu den teuren Standseil- und Zahnradbahnen auf die Idee gekommen war, die bereits bestehende Materialseilbahn mit Sicherheitsvorkehrungen für den Personenverkehr auszubauen.
DREHMOMENTE Nr. 4 - Technikensemble Rittner-Bahn
Zahnradbahn, Störenfried der Sommerfrische?
Als 1907 nach einem Projekt des Bozner Strassen- und Bahnbauers Josef Riehl die elektrische Zahnradbahn auf den Ritten gebaut wurde ,fürchtete die vornehme Bozner Gesellschaft zunächst um ihre exklusive Sommerfrischruhe in Himmelfahrt. Der Rittner „Hauptbahnhof“ fürs Publikum wurde deshalb auch in Oberbozen gebaut. Die Zahnradstrecke auf den Ritten wurde 1964 nach einem Unfall durch eine Seilbahn ersetzt, die Adhäsionsstrecke von Oberbozen nach Klobenstein konnte in den 70er Jahren von tatkräfigen Eisenbahnfreunden vor der Auflassung bewahrt werden. Heute ist die Rittner-Bahn die einzige noch verbliebene Lokalbahn in Südtirol. Eine der beiden Zahnradloks steht im Tiroler Bahnmuseum in Innsbruck und wurde nach liebevoller Restaurierung am 4. November 2006 nach 42jähriger Ruhepause wieder versuchsweise in Betrieb genommen.
DREHMOMENTE Nr. 3 - Mit der Strassenbahn von Lana nach Meran
Die „ Elektrischen“
Am 12.August 1906 begann mit der „Elektrischen“ Lana-Meran das Strassenbahnzeitalter im südlichen Tirol. Bis 1914 wurden fünf weitere Linien in Meran (Forst und Obermais) nach Burgstall und in Bozen (Gries und St. Jakob) in Betrieb genommen. Auch die „Elektrische“ Trient-Male‘ wurde 1909 als Strassenbahn (die längste in Tirol) konzipiert und führte direkt durch die Dörfer am Nonsberg. Der Beitrag zeit 16 Millimeter-Filmmaterial aus dem Archiv des Bahnpioniers Luis Zuegg, der die Elektrische mit geplant hatte und der die letzte Fahrt der Tram 1950 filmisch festgehalten hat.
DREHMOMENTE Nr. 2 - Die Mendelbahn
Exklusive Höhenfahrt
Als die elektrische Standseilbahn auf die Mendel am 19. Oktober 1903 in Betrieb genommen wurde,war sie nicht nur die erste Bergbahn Tirols, sondern auch die steilste Europas und die längste durchgehende Standseilbahnstrecke der Welt. Der staunende Gast erreichte in nur eineinhalb Stunden vom Bahnhof Bozen aus mit der Überetscher-Bahn Kaltern und von dort über eine 2,3 Kilometer langen Standseilstrecke nach Überwindung von 854 Höhenmetern den Mendelpass,der um die Jahrhundertwende zu den exklusivsten Höhenkurorten der Donaumonarchie zählte. Der Beitrag zeigt Filmdokumente aus den Zwanziger-Jahren und vom Mendel-Rennen 1938 und schildert den Ist-Zustand nach der Rettung der Mendel-Bahn in den 80er Jahren.
DREHMOMENTE Nr. 1 - Das Kraftwerk auf der Töll
Stunde Null für den Strom
1898 wurde auf der Töll bei Meran das erste grosse Wasserkraftwerk Tirols in Betrieb genommen. Die Anlage wurde nach den Plänen des Münchner Kraftwerkpioniers Oskar von Miller (Gründer des Deutschen Museums) gebaut und versorgte die Städte Meran und Bozen mit elektrischer Energie. Bozen erhielt den Strom über eine der ersten 10 Tausend Volt-Hochspannungsleitungen der Welt .Das Werk der Etschwerke auf der Töll wurde restauriert und steht heute unter Denkmalschutz. Im Beitrag kommen die Enkeltochter Oskar von Millers Marie von Miller-Moll, Experten und Techniker zu Wort.































































