Der Film, im Auftrag des Kuratoriums für technische Kulturgüter gedreht, ist im Rai Sender Bozen zu sehen. Er wird nächstens auf Rai Tre auch in italienischer Sprache ausgestrahlt. Anlass war die Rettung einer ausgemusterten Turbine des Edison-Kraftwerks in Marling, dem ersten wirklichen Grosskraftwerk Südtirols, Baujahr 1925. Dank einer kreativen Zusammenarbeit zwischen Kuratorium, Gewerbeoberschule, Gemeinde Bozen und Edison ist es gelungen, das „“gute alte Stück““ zu renovieren und in einem neuen „“Outfit““ als Technikdenkmal am Eingang zur Bozner Industriezone, im Blickkontakt mit dem Strom-Giganten Edison zu präsentieren. Ziel der Film-Dokumentation war es, die Geschichte auszuleuchten, die mit der Marlinger Turbine engstens verbunden ist. Zurückverfolgt wird am Beispiel einer Reise im erst wilden Wasser der noch jungen Etsch und dann des reissenden Stroms, welche Kraftwerke im Abschnitt Bozen-Reschen tangiert werden; so auch die Kraftwerke von Glurns uns Kastelbell, die in erster Linie vom Reschen-Stausee gespeist werden. Er speichert 100 Millionen Kubikmeter Wasser und ermöglicht erst einen regelmäßigen Betrieb der Kraftwerke das ganze Jahr über. Nach der Errichtung des Dammes gingen Ende der 40er Jahre das Dorf Graun zur Gänze und ein Teil von Reschen in den Fluten unter. Hier zahlte die bäuerliche Bevölkerung (ungefragt) einen hohen Preis für den technischen Fortschritt. Vor allem das langsame, aber unaufhaltsame Ansteigen des Wasserspiegels oder die Sprengung der Pfarrkirche ist nicht wenigen Graunern noch in böser Erinnerung. Erst nach Protesten half Stromgesellschaft, damals Montecatini, finanziell und auch materiell beim Bau eines neuen Dorfes: Neu-Graun. Mit der Planung wurde der Bozner Architekt Erich Pattis betraut. Ein Dorf neu zu planen, war einerseits eine reizvolle architektonische Aufgabe, andererseits war Eile geboten, denn die Grauner hatten ihre Häuser bereits verloren. So konnte Pattis seine Pläne (etwa alle Dächer mit gleicher Neigung) nicht zur Gänze durchführen. Manche Bauern gestalteten die neuen Höfe auch auch nach eigenen Vorstellungen. Im Sommer 1950 verschwand das Dorf Graun in den Fluten des Reschenstaussees. Die Narben sind heute noch sichtbar. Text und Regie, Lino Signorato und Siegfried Kollmann; Kamera, Marco Polo, Max Ruggera; Schnitt, Klaus Romen