Die Rai Sendereihe Drehmomente ist kommenden Samstag 30. Juni dem Tourismusmagnet Grödner Bahn, Baujahr 1916 gewidmet In nur viereinhalb Monaten wurde sie gebaut,so sehr hatte das Militär auf die im Jänner 1916 fertig gestellte Grödner Bahn von Klausen nach
Plan gedrängt. 10 Tausend Arbeiter (darunter 6000 russische Kriegsgefangene)
hatten sie errichtet. Im zehn Minuten Takt brachten Zugkonvois von 6 bis 10 Zügen Kriegsmaterial nach Plan,wo es von Seilbahnen über das Sella-, Grödner- und Pordoi-Joch zur Front Richtung Lagazuoi und Col di Lana
gebracht wurde. Nach dem ersten Weltkrieg war die dampfbetriebene Schmalspurbahn für den Fremdenverkehr von Bedeutung. Ihr ist ein ausführliches Filmdokument , quasi ein Sittengemälde, aus den frühen 50er Jahren gewidmet.
Am 29.Mai 1960 wurde die Grödner Bahn vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und politischen Existenzfrage eingestellt und durch Autobusse ersetzt.
Ausgangspunkt der einstigen Strecke war der Bahnhof Klausen an der Brennerbahn. Über das Lajener Ried, St. Peter, St. Ulrich und St. Christina führte die Trasse zum Talschluss nach Plan, mitten in das Herz der Dolomiten. Plan wurde damit zum Ausgangspunkt eines umfangreichen Seilbahnnetzes, das über Grödner- und Sella-Joch die Kampfstellungen im Ersten Weltkrieg in den Dolomiten versorgte.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das Grödner Tal nur auf schwer zu begehenden Höhenwegen vom Eisacktal aus erreichbar. Erst 1856 erfolgte die Fertigstellung einer Straße, die in Waidbruck von der Brennerstraße abzweigte und ins Grödental führte. Auf der Erfolgsleiter des auch über Gröden hereinbrechenden Fremdenverkehrsbooms hat der Obmann des Grödner Bahnkomitees, der Hergottschnitzer, Josef Rifesser, bereits 1906 für den Bahnbau geworben. Nach verschiedenen Vorschlägen, die Bozen oder Brixen zu Ausgangspunkten einer Bahn in das Grödental machen sollten, entschied man sich im Tal für den Bau einer meterspurigen, elektrischen Kleinbahn von Klausen im Eisacktal nach St. Ulrich. Der Bau dieser Bahn scheiterte jedoch an der Finanzierung des Projektes. Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg hereinbricht und die alte Grödnerstraße nicht geeignet war, den Nachschub für die österreichischen Truppen während des Stellungskriegs an der Front sicherzustellen, beschloss die k.u.k. Heeresleitung kurzfristig den Bau der Jahre zuvor projektierten Schmalspurbahn und trieb 1915 fieberhaft den Bau dieser Strecke voran. In einer Rekordbauzeit von nur 4,5 Monaten konnte die 31 km lange Strecke unter Einsatz russischer Kriegsgefangener provisorisch fertig gestellt werden. Die offizielle Eröffnung der dampfbetriebene 760mm Schmalspurbahn erfolgte am 6. Februar 1916. Zur Betriebsaufnahme standen der Bahn nur Betriebsmittel anderer österreichischer Schmalspurbahnen ( die Lok „“Lago di Garda““, C1n2t, Krauss 1890, der Lokalbahn Mori-Arco-Riva) zur Verfügung, da die Lokfabrik Krauss & Comp. A.G. Linz erst Ende 1916 die bestellten sieben Maschinen der Reihe „“K““ an die k.u.k. Heeresbahn liefern konnte. Bei diesen Maschinen handelte es sich um Naßdampf-Zwillingslokomotiven mit vier Kuppelachsen nach dem System Klien – Lindtner. Bei einer Leistung von 150 PS erreichten sie bei Bergfahrt die beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 14 km/h und bei Talfahrt 18 km/h. Heute weinen manche dem Bahnl gar einige Tränen nach. Es gibt sogar Vorschläge die Trasse wieder zu aktivieren. Für die Finanzierung eines solchen Vorhabens sollen angeblich die Mittel ausreichen, die für geplante Umfahrungsstrasse von St. Christina bereits auf der hohen Kante sind.