Eisenfachwerkbrücke Lana-Burgstall wird Technikschauplatz.

Der markante Ingenieurbau, Baujahr 1913, wird saniert und verlegt. Die Eisenfachwerkbrücke über die Etsch soll künftig gemeinsam mit dem Bahnhof Lana Burgstall und der alten E-Lok der Lokalbahn Lana ? Burgstall – Oberlana, ein Ensemble bilden. Das technische Kleinod, kunstvoll genietet und verschraubt, soll eingerüstet, abgetragen, restauriert und im Blickkontakt mit dem Bahnhof wieder aufgebaut werden. Der einmalige in die Flusslandschaft eingebettete Technikschauplatz wird anschließend öffentlich zugänglich gemacht und soll für Freizeitaktivitäten genutzt werden.
Darin waren sich alle einig, die letzten Freitag 18. April am Lokalaugenschein teilgenommen haben. Die Initiative, die nächstes Jahr umgesetzt werden soll, wurde besonders vom Bürgermeister von Burgstall Martin Ganthaler und vom Gemeindereferenten Albert Innerhofer aus Lana, begrüsst, sowie von Wittfrida Mitterer vom Kuratorium für technische Kulturgüter.

Bereits 2005 hatte das Amt für Wasserschutzbauten erstmals die Sanierung der Brücke ins Auge gefasst. Doch konkret angegangen wird das ehrgeizige Projekt erst jetzt. Amtsdirektor Peter Egger und sein Team Jürgen Schäfer (Statik), Claudio Volcan (Hydrologe) und Peter Hecher (Biologe) sind davon überzeugt, dass der neue Standort, rund 100 Meter vom ursprünglichen entfernt, eine bessere Einbindung in die Flusslandschaft bietet und damit die Attraktivität des Ingenieurbaues stärker betont. Biologe Peter Hecher sprach sich für eine Renaturierung und Strukturierung der Uferline und des sensiblen aquatischen Lebensraumes der Etsch aus. Flusslandschaft und Technikensemble sollen nutzergerecht erschlossen und erlebbar gemacht werden.
Das Ausführungsprojekt sowie die Sanierungsarbeiten
liegen in den Händen der Wildbachverbauung, die Betreuung und Visualisierung übernimmt das Kuratorium.
Über die Eisenfachwerkbrücke ist bis 1974 der ?Apfelexpress? gerollt. Glorreichere Zeiten waren die ersten Betriebsjahre, als zwischen Lana und Burgstall mit einer Fahrzeit von 20 Minuten elf Haltestellen von 22 Personenzügen bedient wurden. Die von der Brückenbau-Anstalt Ing. Grindl aus Wien gelieferte eiserne Fachwerkbrücke mit unterliegender Fahrbahn ist sogar noch mit den Rundbögen für die Befestigung der Oberleitung ausgestattet. Befahren wird die Brücke, Baujahr 1913, nach ihrer Restaurierung lediglich, wenn Instandhaltungsarbeiten am Etschufer nötig sind.
Dass der Technikschauplatz, der zum Verweilen und Flanieren einlädt, ein Renner wird, ist gewiss. Die Südtiroler Technikmeile hat wieder zugelegt.